SERENITY (oder die schwere Erbschaft von STAR WARS)



Der Film hat seinen Ursprung in der TV-Serie "Firefly" von Buffy-Schöpfer Joss Whedon.
SERENITY ist ein aktionreicher Science Fiction Film, der den Cinema-Besucher nicht gleich in fernste Galaxien entführt. Die Handlung findet in ca. 500 Jahren nach unserer Zeit, im heimischen Sonnensystem statt, dessen Planeten nacheinander besiedelt wurden.



Serenity während der Landung auf einem Planeten

Der abgehalfterte Kriegsveteran Kapitän Malcolm Reynolds (Nathan Fillion) schlägt sich mit kleinen, manchmal nicht ganz legalen, Frachtaufträgen, auf dem Raumschiff Serenity, durchs Sonnensystem. Mit an Bord: seine Crew aus streitbaren, aufsässigen, doch bis in den Tod loyalen Gefährten. Außer der kämpferischen Gestalt des Jayne Cobb, gespielt von Adam Baldwin (noch in alter Erinnerung in „Full metal Jacket“) und Gina Torres (Matrix Revelution) als Zöe Warren, scheint kein weiteres bekannteres Schauspielergesicht beteiligt zu sein. Beide verkörpern Crewmitglieder der Serenity. Als Malcolm zwei Passagiere aufnimmt, einen jungen Doktor und dessen labile und telepathisch veranlagte Schwester (Summer Glau als River Tam), wird der Jäger zum Gejagten von den Kräften der Allianz. Denn die Crew der Serenity flüchtet vor der unbarmherzigen Allianz des Universums, die vor nichts zurückschreckt, um das Mädchen, River, zurückzubekommen. Gejagt von gigantischen, übermächtigen Feinden, wird der Crew klar, dass nicht sie gejagt wird sondern der telepathisch, übermenschliche Passagier River Tam. Summer Glau (welch ein Künstlername ?!) gelingt es die zerbrechlich und sehr jungfäulich wirkende River Tam darzustellen und gibt eigentlich mit ihrer Rolle dem Film einen eigenen Akzent, ein übernatürlich wirkendes Flair. Sie stellt schließlich die Person dar, welche von der Allianz gejagt wird (Person des Verfolgers im Film: Chiwetel Ejiofor) und steht im gesamten Film eigentlich als Handlungs- und Dramatisierungmittelpunkt.

Dem Film gelingt es die Handlung immer wieder in eine neue planetarische Umgebung zu verfrachten, die die verschiedenen Planeten darstellen. Die meisten Szenen spielen jedoch im Raumschiff Serenity oder in anderen Räumlichkeiten. Die Umgebung der verschiedenen Planeten erinnert sehr an die Ausstattung der verschiedenen Planeten von Star Wars Episode 4 bis 6. Da George Lucas nun schon vor längerem angekündigt hat, dass es keine weiteren Folgen der Episoden „in einer weit, weit entfernten Galaxie“ geben wird, wird es anderen Produktionen angetragen, die Erbschaft von Star Wars zu übernehmen. Der gesamte Film läßt den aufmerksamen Betrachter die verkapte Atmosphäre und Science Fiction von Star Wars erkennen. Natürlich ist der Film Serenity weit entfernt vom gewaltigen Star Wars-Ambiente, so scheint es doch nicht leicht möglich, sich das Erscheinen solche Filme wie Serenity, sich vor das Erscheinen des ersten Star Wars Films zu denken. Vielleicht fällt es auch nicht sehr schwer sich unter der Serenity den Corellianischen Falken vorzustellen auch wenn beide Schiffe vollkommen unterschiedlich gebaut sind.


Kapitän Malcolm Reynolds (Nathan Fillion) und rechts: Jayne Cobb (Adam Baldwin)


Im Cockpit der Serenity, Gina Torres als Zoe Warren im Hintergrund


Weltraumszene mit der Seremity


(Summer Glau, rechts) River Tam in einer Szene mit ihrem Bruder (Sean Maher)

Serenity trumpft mit guter, reicher Action auf. Das Auftreten der zerbrechlich wirkenden Gestalt River Tam (Summer Glau) als übernatürlicher, schier unbesiegbarer Nahkampfmaschine, frappiert und überrascht den Kinobesucher. Auch wenn die Handlung etwas in ein altes Schema abgleitet: alter, jung gebliebener Kriegsheld führt eine unkonventionelle, heterogen zusammengestzte Crew durch dick und dünn. So ist doch die gesamte Story fesselnd, nicht ermüdend und bis zum Ende fesselnd dramatisiert. Gleichzeitig überfordet die gesamte Story den Cinema-Besucher nicht, da alles folgerichtig abläuft und die Handlung an sich, sich nicht in irgendwelche größeren Nebengeschichten verzweigt. Die Austattung der einzelnen Räumlichkeiten läßt etwas zu wünschen übrig und verrät wohl immer noch ihre Fernsehproduktionsherkunft. Die Weltraumdarstellungen und Flugmanöver der Serenity und aller weiterer Schiffe sind genügend perfekt und glaubhaft dargestellt. Insgesamt verdient der Film ein gute Note für die Unterhaltung, eine mittelmäßige für die Ausstattung, eine gute für die Story und eigentlich ein gutes Plus für alle Darsteller die den Charakteren genügend Leben und Individualität einhauchen(Nathan Fillion als Käpten, vor allem Summer Glau als River Tam, Gina Torres, und der markige Adam Baldwin als Jayne Cobb). Ich persönlich kann mich manchmal besser in irgendwelche Filme hineinversetzen, wenn im Film keine Mega-Stars vertreten sind. Denn diese kennen wir schon von den unterschiedlichsten Darstellungen. Vielleicht gewinnt der Film deshalb an Individualität, Leben und Glaubhaftigkeit.
Prädikat: gute Unterhaltung, gute Action, ist sein Geld wert.


Auf einem Planeten, Szene mit Chiwetel Ejiofor, im Film als Figur des Verfolgers, Bildmitte



Als Science Fiction: für jeden Fan eine Pflichtlektüre (9 von 10)
Als Unterhaltungsfilm: für jeden eine Empfehlung, ist die Kinokarte wert (10 von 10)
Beziehungsdarstellung: befriedigend (6 von 10)
Action: gut bis sehr gut (9 von 10)
Ausstattung: befriedigend bis gut (7 von 10)
Darsteller insgesamt: ungleichmäßig gut (schwankt zwischen 6 bis 9 von 10)
Special Effects: 8 bis 10 von 10
Humor: gering 3 bis 4 von 10, hat der Streifen ja auch nicht beabsichtigt
10 ist der Bestwert

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