Das hätte sich Mel Brooks auch nicht träumen lassen das sein filmischer Flop „Frühling für Hitler“ (1968 - bei uns erst 1976 zu sehen) durch das gleichnamige Musical doch noch zum Kultfilm wurde. Jetzt bringt er den Stoff als Musical mit der originalen Broadwaybesetzung farbig auf die Leinwand.

Das ist das reinste Feuerwerk, welches Nathan Lane als Max Bialystock und Matthew Broderick als Leo Bloom abbrennen. Dazu einen Schuß verruchte Erotik von Uma Thurman als schwedische Ulla. Max der ehemalige Erfolgsproduzent am Broadway hat in letzter Zeit nur noch Flops. Da kommt Buchhalter Leo gerade recht. Er soll die Buchprüfung durchführen und hat dabei den genialen Einfall.

Man produziert den einen gezielten Flop mit einem total beknackten Bühnenstück und mit dem Rest der Produktionskosten macht man sich rechtzeitig aus dem Staub. Fehlt bloß noch das schlechteste Stück aller Zeiten. Doch da spielt ihnen das Schicksal ein Musical mit dem viel versprechenden Namen „Springtime for Hitler“ in die Hände. Autor ist der entflohene Nazi Franz Liebkind (Will Farrell), der auch gleich für die Hauptrolle engagiert wird.

Jetzt fehlen bloß noch ein paar andere Loosertypen. Ein untalentierter Regisseur (Gary Beach) und sein schwuler Choreograf (Roger Bart) machen den Plot komplett. Den Punkt auf dem i setzt dann Ulla die beim Vorsprechen das Herz der beiden im Sturm – sprich Tanzschritt – erobert. Der Premierenabend soll das Desaster dann perfekt machen. Doch Wider aller Erwartungen wird das Stück ein Riesenerfolg und jetzt fangen für Max und Leo die Probleme erst richtig an.

Ein brillant, mit viel Pep umgesetztes Musical. Mit den richtigen Charakteren und exzellenten Schauspielern die nur so vor Spiellaune sprühen. Allen voran Nathan Lane. Mit leichten Songs und einer einfallsreichen Choreografie, eingefangen von einer beschwingten Kamera. Wobei sich Gag an Gag reihen. Zu empfehlen ist dabei der Schluss. Also bitte den Nachspann geduldig absitzen – es lohnt sich.

134 Minuten begeisternde Kost für ein heiteren Filmabend.

Ab 16. März 2006 im KINO.

A.G.Wells