Drei Dinge sind es die beim neuen Woody Allen Film gleich ins Auge fallen. Er spielt nicht in New York, ist nicht mit der sonst üblichen jazzigen Musik unterlegt und er ist länger als 90 Minuten. Außerdem hat es Woody einmal wieder vorgezogen nur für Drehbuch und Regie verantwortlich zu sein. Trotzdem ist ein typischer Allen.

Seine Geschichte spielt in London. Chris Wilton (Jonathan Rhys Meyers) nimmt einen Job als Tennislehrer in einem noblen Londoner Club an. Dort lernt er Tom Hewett (Matthew Goode), einen versnobten jungen Mann der reichen Londoner Gesellschaft kennen. Er führt Chris in seine Familie ein. Was wiederum zur Folge hat, dass er Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer) und seine Verlobte Nola Rice (Scarlett Johansson) trifft.

Um gesellschaftlich nach oben zu kommen heiratet er Chloe, fängt aber gleichzeitig eine Affäre mit Nola an. Das geht nur eine Weile gut. Während seine Frau alles versucht um schwanger zu werden, erwartet Nola ein Baby von ihm. Um aus diesen Schwierigkeiten heraus zu kommen, hat Chris einen perfiden Plan wie er Nola loswerden kann. Aber wird er damit durchkommen?

Der Film braucht eine gewisse Zeit um Fahrt aufzunehmen. Woody Allen nimmt sich Zeit die Fäden seiner Geschichte langsam zu knoten. Legt dabei so manche falsche Fährte um diese dann genial einfach wieder zu lösen. Dabei wechseln sich komische und spannende Momente ab. Außerdem bekommt man noch einen Teil von London zu sehen und hört ungewöhnliche Opernarien, überwiegend von Enrico Caruso gesungen. Was auf die Dauer ein bisschen nervt. Mir war Woody Allens sonstige Gewohnheit Blues oder Jazz als Untermalung doch lieber.

Aber auch diese mittlerweile 39. Regiearbeit ist durchaus gelungen und wird den Fans, auch wenn sie in London spielt, sicher gefallen.

123 Minuten ein Wechselbad zwischen erotischer Komödie und dramatischem Thriller.

Ab 29. Dezember 2005 im KINO.