Hier meine Filmkritik zu The Woodsman:

Story:
Nach 12 Jahren Gefängnis, die er als Sexualstraftäter wegen Belästigung Minderjähriger abgesessen hat, wird Walter (Kevin Bacon) wieder in die Freiheit antlassen immer noch verfolgt von den Gefühlen die in unserer Gesellschaft mit recht nicht geduldet werden weil sie falsch sind. Das weis auch Walter und so befindet er sich im Laufe des Filmes in einem Strudel aus Versuchung und Überwindung seines inneren Selbsts. Bei Seite steht ihm Vicki (Kyra Sedgwick) die ihn in dieser Zeit unterstützt...

Kritik:
Ein neuer Film mit Kevin Bacon. Nichts wie rein dachte ich mir, doch das gestaltete sich schwieriger als Anfangs vermutet. Die hiesigen Kinos nahmen ihn zwar als Film in die Liste derer die in nächster Zeit kommen sollten, doch verschwand The Woodsman ungewöhnlicherweise ganz schnell und wurde auch einige Zeit später nicht mehr erwähnt. Erst durch Nachfragen stellte sich heraus, das der Film wohl doch nicht dem allgemeinen Publikumsgeschmack entsprechen würde und so nicht rentabel für die Kinos sei.
Ich könnte jetzt anfangen und von der immer wieder kehrenden Tatsache sprechen, wie wichtig z.B. ein Film über einen pedufilen Mann für die Gesellschaft wäre. Ok, ich nehme an hätten sie in den film noch ein paar Kindervergewaltigungs-Gewaltszenen gepackt wäre er sicher alltagstauglicher gewesen.

Aber genau das macht der Film nicht. Bewusst. Denn würde man ihn auf die harte und unsensible Schiene bringen hätten Fetcher und Kassell nur die allgemeine Sicht über dieses brisante Thema wiedergegeben ohne sich selbst damit auseinander zu setzen. Trotz aller Gediegenheit, trauriger „Stille“ und Gefühlen in diesem Film, entgehen die Regisseure der Gefahr zu viel Sympathie für den Hauptdarsteller aufkommen zu lassen.(was z.B. bei Monster passiert) Sie nehmen den perfekten Zwischenweg. Der Zuschauer fühlt mit Bacon mit, kann ihn teilweise sogar verstehen und trotzdem fehlt ein Stück um echte Sympathie aufzubauen, was man auch der hervorragenden schauspielerischen Leistung Bacons zu verdanken hat. Die kalte und teilweise unnahbare Art seines zu darstellenden Charakters ist natürlich wieder eine Paraderolle für ihn(wie schafft der Kerl es nur immer so unsympathisch zu wirken).

Und doch merkt Vicki, die er auf seiner Arbeit, einem Holzbetrieb, kennerlernt das diese Unnahbarkeit von Walter (Bacon)einen reiz für sie darstellt und so entwickelt sich eine Freundschaft die auf offener Gegenseitigkeit beruht. Diese Rolle der Vicki, gespielt von Kyra Sedgwick, ist unabkömmlich für den Film da sie in gewissen Situationen den Gegenpol zu Bacon darstellt, was an der Unterschiedlichkeit der beiden Wohnungen gut rüberkommt.

Auf dieser Ebene bedient sich der Film zwar schöner aber auch schon bekannter Stilmerkmahle trister Atmosphären z.B. der ständige Regen, der starke Rotkontrast den man bereits aus Schindlers Liste und The Village kennt und teilweise zu langen ruhigen Einstehllungen auf die Gesichter. Diese Dinge schmälern den Wert des Filmes nicht, es wäre vielleicht nur interessant zu sehen gewesen, wie man es noch hätte anders darstellen können.

Alles in allem ist es ein Film der nicht nur Kenner der sozialkritischen Filmszene gute Unterhaltung bieten wird, da er nicht mit umständlichen Inhalt vollgepackt ist und man so gut der Handlung folgen kann, was die starke Stimmung noch unterstreicht. Man wünscht sich vielleicht evtl. da und dort noch eine kleine textliche Verschnörkelung aber das ist nichtig. Nicht nichtig sondern wichtig ist die Tatsache das The Woodsman keine Entschuldigung für andere Straftäter ist, da er Distanz zur Vergangenheit Bacons wahrt und so den Gründen seiner Taten absagt. Interpretationen warum der Film The Woodsman genannt wird nehme ich gerne entgegen!!!...

Ich gebe ----->91 %


Ich freue mich über Kritik zu meiner Kritik...
Isi.