Eddie ist zwecks eines Sommerjobs bei den Eheleuten Tod und Marion. Seine Intension ist es, von dem großen Kinderbuchautor Tod schriftstellerisches Können zu erlernen, der jedoch lieber die Nachbarin vögelt, Squash spielt und Wein trinkt. Viel näher kommt der introvertierte junge Mann der Ehefrau Marion, die noch immer an dem Verlust ihrer beider Söhne hadert.

Eigentlich kann ich über den Film gar nicht so viel schreiben, da er sich selbst so gut beschreibt, dass mir die Worte fehlen. Man wird wie Eddie in diese kaputte Familie geschmissen und erlebt einfach, was da alles passiert. Eddie, anfänglich noch getrieben von dem Ehrgeiz, etwas wissenswertes über die Schreiberei von Ted zu lernen, interessiert sich bald mehr für dessen noch-Ehefrau Marion. Durch das, an das „Jungs in diesem Alter immer denken“ (Marion) und was sich anfänglich auf fehlgeschlagene Onanierversuche beschränkt, wird bald eine wilde Affäre. Trotz dem ganzen Sex hatte ich nie das Gefühl, dass sich Marion Eddie wirklich öffnen würde. Dies ist auch ganz besonders an einer bestimmten Schlüsselszene zu sehen, in der Eddie sie nach dem Tod ihrer Söhne fragt. Doch auch Ted ist kein unbeschriebenes Blatt, seiner Leidenschaft für die Aktmalerei in verschieden, auch teilw. erniedrigenden Posen, geht er besonders mit der Nachbarin Evelyn Vaughn nach. Einzig bleibende Verbindung der beiden Eheleute ist die kleine Tochter Ruth (einfach schrecklich süß und überzeugend gespielt, auch in den etwas schwierigen Szenen), die am Ende jedoch auch nicht für den Erhalt der Ehe sorgen kann. Die Beziehung zwischen Ted und Eddie ist voll von Aggressionen, Hass und Erniedrigung, jedoch gegen Ende des Films hin fast gleichgestellt. Insgesamt fand ich die schauspielerischen Leistungen sehr gut. Jeff Bridges (Ted) war beeindruckend und ebenso erschreckend zugleich. Die leicht psychotische Art, die gleichzeitig liebeswürdig wie angsteinflößend war, spielte er wunderbar. Auch Kim Basinger (Marion) und Jon Foster (Eddie) waren toll. Der Film ließ zwei Fragen aufkommen, wie sind die beiden Söhne gestorben und was ist hinter der „door in the floor“, nur eine wurde wirklich beantwortet…

Wobei ich sagen muss, dass ich Ted’s Erzählung über den Hergang des Unfalls seiner Söhne wie ein Hörbuch empfunden habe. Er hat es so wunderbar vorgetragen, dass weitere Sequenzen zur Verdeutlichung absolut nicht nötig gewesen waren.


Lieblingszitat: „Ich habe dich ihr gegeben weil du so aussiehst wie Thomas.“ (Ted)