Die ehemaligen Schüler des Jungeninternats Fond de L’etang, Pierre Morhange und Pépinot, treffen sich nach gut 50 Jahren durch einen Zufall wieder. Gemeinsam lesen die das Tagebuch ihres damaligen Lehrers Clément Mathieu aus dem Jahre 1949.
Die Geschichte beginnt, als Mathieu seinen neuen Job als Aufseher in dem Internat für schwererziehbare Jungen annimmt. Er ist erschrocken über das harte Regiment, das in den düsteren Mauern der Schule herrscht. Schnell trifft er auf gefrustete und festgefahrene Kollegen (darunter hervorzuheben wäre der Direktor Rachin), die ihn vor den undisziplinierbaren Schülern warnen, und auf die Jungen dieser Einrichtung, die den Glauben an sich selbst schon lange verloren haben. Doch Mathieu lässt sich auch nicht von den abstrusen „Aktion – Reaktion“ Sitten beeindrucken und probiert, mit einer Ausgeglichenheit, Freundlichkeit und inneren Ruhe, seine Vorstellungen und Visionen durchzubringen. Nicht hopplahopp, sondern mit viel Einfühlungsvermögen schafft er es schließlich mit der Gründung eines Chors, die Jungen zu erreichen und ihnen ein Stück ihrer Kindheit zurückzugeben.
Mathieu (Gérad Jugnot) kommt einem direkt als ein äußerst sympathischer Mensch daher. Seine Erscheinung ist freundlich und sein leicht runder Körper strahlt eine gewisse Behaglichkeit und Ruhe aus. Man kann mitfühlen, wie ihn das Schicksal der Kinder berührt und wie er mit voller Elan Kompositionen für seinen neu gegründeten Chor schreibt. Insgesamt sind auch die Charaktere der Jungen sehr schön und vielseitig besetzt. Man trifft nicht, wie in vielen amerikanischen Filmen, die üblichen Schubladenleute (zum Beispiel muss immer ein Dicker dabei sein, ein kleiner Klugscheißer den niemand mag, ein Schönling usw.), sondern „andere“ Charaktere, die eben nicht in Schubladen passen, weil sie einfach viel zu individuell sind. Besonders hervorgehoben werden natürlich die beiden Jungs, die sich nach 50 Jahren wieder sehen und diese Geschichte erzählen, Morhange (in alten Jahren Jacques Perrin) und Pépinot (gealtert Didier Flamand). Wichtig zu erwähnen finde ich auch Morhange in jungen Jahren, gespielt von Jean-Baptiste Maunier, der einfach eine tolle schauspielerische Darbietung abliefert. Ich kann mir gut vorstellen, dass er in Frankreich ein richtiger Teeniestar geworden ist. *g*
Wer Fan von französischen Chorgesängen und dem Stil der 40er Jahre ist, wird den Film vielleicht ein kleines Stückchen mehr mögen … für mich erreichte der Film, trotz so toller pädagogischer Arbeit, jedoch nur ein Mittelmaß meiner Begeisterungsfähigkeit und das Schlimme ist, ich kann noch nicht einmal genau sagen weshalb. Er riss mich nicht so mit, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte, daher die kleine Enttäuschung, auch wenn das Ende den Film in meinen Augen gehoben hat, weil’s halt einfach schön ist. :wink: