„Die Dolmetscherin“ („The Interpreter“)

Das gab es noch nie. Ein Filmregisseur darf einen Spielfilm im Gebäude der UNO drehen. Mit diesem Kunststück meldet sich Altmeister Sydney Pollack an der Kinokasse zurück. Mit „Die drei Tage des Condors“ hat er einen Meilenstein des Polithrillers gedreht. Und da versucht er wieder anzuknöpfen. Leider gelingt es nur zum Teil, den das Drehbuch hat doch einige Schwächen.

Silvia Broome (Nicole Kidman) ist Dolmetscherin bei den Vereinten Nationen. Sie, die ihre Kindheit in Afrika verbracht hat, spricht einen der vielen afrikanischen Dialekte. Zufällig wird sie Zeugin einer Morddrohung gegen den Führer eines afrikanischen Staates. Doch auch ihr Leben ist von nun an in Gefahr. Bundesagent Tobin Keller (Sean Penn) wird zu ihrem persönlichen Schutz abgestellt. Als er sich mit Silvias Vergangenheit beschäftigt kommen ihm einige Zweifel ob Silvia nicht selbst in diese Verschwörung verwickelt ist.

Eines vereint sie aber. Sie haben beide den persönlichen Verlust eines lieben Menschen zu beklagen. Silvias Bruder wurde in Afrika ermordet und Tobins Frau ist tödlich verunglückt. Das bringt sie einander näher. Gemeinsam versuche sie die Hintermänner des Attentats aufzuspüren. Können sie es verhindern?

Nicole Kidmann und Sean Penn geben eine soliden Part ab, werden aber schauspielerisch nicht voll gefordert. Die Charaktere werden, wie auch die Spannung, langsam aufgebaut. Während die Aktionelemente sparsam, aber gezielt eingesetzt werden, sind es die Dialoge die überwiegen. Höhepunkt des Films ist die Zusammenführung mehrerer Akteure durch die Strassen New Yorks, die mit einem Schockeffekt endet. Das Ende dagegen lässt dennoch einige Wünsche offen. Keine perfekte Arbeit von Sidney Pollack aber seine alte Klasse blitzt immer wieder auf.

120 Minuten spannendes Politkino an einem exponierten Schauplatz.

Ab 21. April 2005 im KINO.

A.G.Wells