HOSTAGE - ENTFÜHRT !

Story:
Jeff Talley (Bruce Willis) war bisher im Los Angeles Police Dept. zuständig für Verhandlungen mit Geiselnehmern. Doch als eine Geiselnahme in einer Katastrophe endet, bei der eine junge Mutter und ihr Kind umkommen, ist Talley am Boden zerstört. Er verlässt Los Angeles und nimmt den weniger aufreibenden Job als Polizeichef der Stadt Bristo Camino in Ventura County an, wo die Kriminalitätsrate vergleichsweise niedrig ist. Drei jugendliche Kriminelle verfolgen eine Familie, weil sie deren Wagen stehlen wollen – sie landen allerdings unversehens am falschen Tag im falschen Haus: Plötzlich sitzen sie am Stadtrand in einer millionenschweren Villa fest, die dem korrupten Buchhalter Walter Smith gehört: Die drei geraten in Panik und nehmen Smith und seine beiden Kinder als Geiseln – was Talley in genau die Situation bringt, die er für den Rest seines Lebens vermeiden wollte.
Und da Smiths "Arbeitgeber" nicht auffliegen wollen, entführen sie Talleys Familie, um ihn so zu zwingen, eine wichtige DVD aus dem Haus zu holen. Nun muß Talley das Leben zweier Familien schützen...


Fazit:
Bruce Willis is back in action! Nach seinen Ausflügen ins Mystery-Fach kehrt er endlich wieder dahin zurück, wo er herkam und wo er auch hingehört: ins Action-Genre.

"Hostage" ist ein Actionthriller der alten Schule. Keine sterilen Computertricks, sondern handgemachte Action. Aber wie viele Actionfilme verliert auch "Hostage" die Logik des öfteren aus den Augen. Auch die Figuren sind zu klischeehaft und oberflächlich, um wirklich zu fesseln: der Mafia-Buchhalter mit Familie, die zickige, pubertierende Tochter, der kleine Sohn, der zum Helden wird, der gebrochene Cop, der kurz vor der Scheidung steht, der psychopathische Geiselnehmer, der Gangster mit Skrupel - alle Stereotypen des Actionfilms sind hier vertreten. Nur bei dem Kompetenzgerangel innerhalb der Gruppe der Geiselnehmer zeigt sich ansatzweise, was man mit etwas mehr Tiefgang aus den Figuren hätte machen können. Der einzige Darsteller, der wirklich überzeugen kann, ist Bruce Willis.

Der Film selbst ist durchweg spannend, läuft aber zum Ende hin etwas aus dem Ruder. Vor allem der brutale (erste) Showdown im brennenden Haus ist reichlich übertrieben und auch symbolisch total überfrachtet. Aber es gibt ja noch eine weitere Familie zu befreien, und Willis' Auftritt als Rächer seiner Frau und Tochter macht wieder einiges gut. Allerdings bleibt auch bei diesem (zweiten) Showdown die Logik total auf der Strecke.

Handwerklich ist der Film sehr solide inszeniert, nur die exzessive Verwendung von Zeitlupen-Sequenzen nervt mit zunehmender Häufigkeit.

"Hostage" ist kein Meilenstein des Actionkinos. Aber für einen spannenden und unterhaltsamen Filmabend taugt er allemal. Und Bruce Willis endlich wieder als Actionheld zu sehen, macht Appetit auf "Stirb langsam 4".


Bewertung: 6 von 10