John Clark (Richard Gere) ist gefrustet von seinem beruflichen Alltag und vom ehelichen Trott, als er immer wieder die Tanzschule von Madame Mitzi aus seiner vorbeifahrenden Bahn sieht. Traurig in die Dunkelheit blickend und suchend sehen wir die junge Tänzerin Paulina (Jennifer Lopez). Schließlich überwindet sich John und beginnt einen Anfängerkurs, bis er schließlich das findet, was ihm bisher im Leben gefehlt hat – das Tanzen.
Schauspielerisch darf man sich auf einen absolut überzeugenden Richard Gere freuen, dem man die Tanzlust regelrecht ansieht und der für sein Alter immer noch die Herzen höher schlagen lässt (zumindest bei meiner Mutter). Nun gut, Jennifer Lopez, normalerweise ein Prädikat für misslungene Filme, hat nicht viel Dialog (was wohl auch gut so ist), dafür kann sie mit ihrer Tanzleistung glänzen und für tolle und vor allem rhythmische Tanzszenen sorgen, die einen sehr schnell fesseln und begeistern. Auch die Nebenakteure sind zu erwähnen, wie zum Beispiel Johns Frau Beverly (Susan Sarandon), die vor lauter Verzweiflung um eine Affäre und das baldige Aus ihrer Ehe einen Privatdetektiv für anfänglich 2.000 Kröten anheuert. Die Anfängerkollegen von John waren ebenfalls urige Typen, ebenso die anderen Tanzlehrerinnen Bobbie(nator) und Miss Mitzi.
Es werden alle Tanzarten mal angerissen, wie klassischer Tanz, lateinamerikanischer Tanz und sogar HipHop. Die Geschichte erinnert im Großen und Ganzen an den Film „Strictly Ballroom“ aus dem Jahre 1992, der jedoch bei weitem mehr Tiefgang und Gefühl in der Umsetzung zeigte. Leider bleibt „Darf ich bitten?“ dabei etwas auf der Strecke, gibt es doch einige unterhaltsame und durchaus lustige Szenen und ebenfalls schöne Tanzszenen, was jedoch nicht die mäßigen Dialoge und den geringen Gesamtanspruch wettmacht. Jennifer Lopez kommt mir auch nicht sonderlich sympathisch daher, vielleicht liegt es daran, dass die Gute zweimal ohne wirklichen Grund (heulen wir Frauen, wenn uns jemand Essen auf den Mantel kippt oder wir einfach nur Hunger haben?) herumheulte, was mich auch in ihrer Rolle nicht überzeugte und ich aufgesetzt empfand.
Der Film ist also im Durchschnitt, nett anzusehen. Aber Männer seien gewarnt, die zwei anwesenden ihrer Gattung schliefen nach exakt 10 Minuten ein, oder verließen den Raum … wir Frauen dürfen an einer Stelle die Taschentücher zücken und das auch nur, weil Richard Gere einfach ein Charmebolzen ist (ich erinnere da nur an die Szene auf der Rolltreppe *seufz*).