Johnny Depp spielt den Theaterschriftsteller Barrie, der durch die Inspiration der verwitweten Sylvia (Kate Winslet) und ihren vier Söhnen das Stück „Peter Pan“ schreibt und umsetzt. Zum Leidwesen seiner Frau Mary (Radha Mitchell) und Sylvia’s Schwiegermutter (Julie Christie) verbringt er viel Zeit mit den Jungen und wird ihnen ein richtiger Spielkamerad.
Der Film spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in London und ich muss sagen, dass ich die Sprache, die zu dieser Zeit gesprochen wurde, wirklich sehr ansprechend und schön finde. Die Kostüme und Requisiten sind authentisch und sahen toll aus.
Barrie ist eigentlich selbst noch ein Kind, gefangen im Körper eines Erwachsenen, der nicht wahrhaben will, dass die Menschen immer mehr ihre Phantasie verlieren. Die Versuche, seine Phantasie auf die Bühne zu bringen, scheitern beim ersten Stück und sein Freund und Produzent Charles Frohman (Dustin Hoffman) sieht dem neuen Stück „Peter Pan“ mehr als skeptisch entgegen. Doch Barrie, der eine eher unglückliche Ehe mit Mary führt, die zwangsläufig seine ständige Abwesenheit bis fast zum Ende hin toleriert, gibt nicht auf, die Phantasie in die Köpfe der Erwachsenen zurück zu bringen. Nur in seinen Gedanken und im Spiel mit Sylvia’s Kindern findet er Inspiration und auch langsam erlangt Sylvia selbst, die an einer schweren Krankheit leidet, ihre Phantasie zurück. Der adäquate Umgang mit Kindern wird in „Wenn Träume fliegen lernen“ durch Barrie sehr schön gezeigt. Er bringt ihnen sehr viel Respekt entgegen, behandelt sie wie Erwachsene und verspricht ihnen nicht das Blaue vom Himmel, er erkennt die Stufe des Älterwerdens und nimmt die Angst vor Veränderungen, die der neue Lebensabschnitt mit sich bringt. (etwas Pädagogik musste sein, sorry dafür *g*)
Bei den Charakteren des Stücks „Peter Pan“ findet man schnell Parallelen zu den Personen des Films, wenn auch fast klar ist, wer Peter Pan symbolisiert. Das Verschwimmen von Realität und Phantasie in den Spielsequenzen und aus der Sicht von Barrie ist grandios gemacht und ich war begeistert, Johnny Depp wieder kurz in einer Piratenrolle zu finden. Dustin Hoffman sagte über den Film und die Story außerdem etwas (für mich persönlich) beeindruckendes, nämlich, dass Nimmerland lediglich eine Metapher ist, die für jeden individuell eine andere Bedeutung hat, wie zum Beispiel die Phantasie, Kreativität, jedoch auch die Chance, eigentlich niemals zu sterben.
Der Film hat mich emotional sehr berührt, so dass ich spätestens am Ende Rotz und Wasser geheult habe,
besonders an der Stelle, an der Sylvia Nimmerland sieht und betritt und dadurch ihre Phantasie zurück gewinnt.

Johnny Depp ist für mich einer der besten Schauspieler Hollywoods, da er meistens eher außergewöhnliche Rollen annimmt und brillant umsetzt. Für seine 41 Jahre kommt er einem außerdem wie gerade mal Mitte 20 vor.
Es ist einfach schön, durch den Film selbst wieder ein Stück in die Phantasie zurück zu tauchen, was nicht zuletzt an den tollen Schauspielleistungen der einzelnen Charaktere liegt. Den Glauben an Elfen sollte man nie verlieren, daher mein Lieblingszitat aus dem Film dazu passend:
„Klatscht, wenn ihr an Feen glaubt.“
*seufz*