„Der Tiefseetaucher“

In Fachkreisen als Wunderkind bezeichnet – warum auch immer – bringt Regisseur Wes Anderson seinen dritten Film ins Kino. Wie schon bei „Rushmore“ (auch mit Bill Murray), der mir ebenfalls nicht sonderlich gefallen hat, kann ich auch diesem Streifen nichts abgewinnen. Wo sind die Gags, wo ist der Pfiff bei dieser Geschichte? Nach dem Film fragte ich mich, was wollte Mister Anderson hier eigentlich erzählen? Ich für meinen Teil bin nicht dahinter gekommen.

Keiner kennt die Tiefen der sieben Meere besser als der international bekannte Ozeanograph Steve Zissou (BILL MURRAY), der mit seinem “Team Zissou” das Leben unter Wasser im U-Boot erforscht. Aber Steve hat schon bessere Zeiten erlebt und setzt nun alles auf eine Karte, um sich mit einer Aufsehen erregenden und eventuell letzten Expedition einen Platz in der Geschichte zu sichern. Ziel des Unternehmens ist es, den Hai ausfindig zu machen, der Steves Partner getötet hat, und Rache an ihm zu üben. Mit an Bord befinden sich unter anderem der undurchschaubare Ned (OWEN WILSON), der womöglich Zissous Sohn sein könnte, die hochschwangere Reporterin Jane Winslett-Richardson (CATE BLANCHETT), der Deutsche Klaus Daimler (WILLEM DAFOE - nicht verwandt mit einer großen deutschen Nobelmarke), Steve´s Ehefrau Eleanor (ANJELICA HUSTON), die als der wahre Kopf des “Team Zissou” gilt sowie Pelé (SEU JORGE), der mit Vorliebe David Bowie-Songs auf Portugiesisch interpretiert. Wie im richtigen Leben lässt sich auch auf Reisen nicht immer alles so genau planen: So sehen sich Steve und seine Crew bei der Jagd nach einem unfassbar seltenen und gefährlichen Jaguar-Hai mit Meuterei, Piratenübergriffen und zahllosen anderen Überraschungen konfrontiert. Und dann ist da noch ihr Widersacher Alistair Hennessey (JEFF GOLDBLUM), der nichts unversucht lässt, um Steve Zissou eins auszuwischen...

Den Schauspielern kann man keinen Vorwurf machen, dass diese Geschichte nicht richtig rüber kommt. Ein bärtiger Bill Murray, eine gut spielende Anjelica Huston, Jeff Goldblum als Ekelpaket, eine schwangere, hübsche Cate Blanchett und William Dafoe. Alle geben ihr Bestes. Trotzdem bleibt das Ganze ein bisschen blutleer, obwohl es sehr farbige Unterwasserbilder dazu gibt.

118 Minuten zum Abtauchen.

Ab 17. März im KINO.

A.G.Wells