Wer „Amerika“ und „Feuerwehrmann“ bzw. das inzwischen populär gewordene amerikanische Pendant „Firefighter“ in einem Satz hört, wird sich spätestens seit dem 11.9.2001 seine Stücke denken. Schnell assoziiert man „Pathos“, „Patriotismus“, „Heroismus“ und die dazu gehörende Heldenverehrung. Für den einen oder anderen sicher ein Grund, nach dem Überfliegen der Inhaltszusammenfassung von „Ladder 49“ etwas Abstand davon zu nehmen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, man wird auch hier den ganzen Film über nicht den Eindruck los, dass mit diesem ein kleines Denkmal für all die gefallenen Kollegen gesetzt werden soll.

Zumindest die Story beinhaltet alle dafür nötigen Zutaten. Hier ein Feuerwehrmann (Joaquin Phoenix) - einer von den „Truckies“, die „Angreifer“-Truppe, die, die immer zuerst in ein brennendes Haus gehen - der während eines Einsatzes von den Flammen und Trümmern eingeschlossen wird und dessen Kameraden eine Rettungsaktion starten und da seine Rückblicke und Erinnerungen, die den zweiten, wenn nicht, sogar größeren Teil des Film ausmachen, in denen vom ersten Tag bei der Feuerwehr bis hin zum besagten Einsatz alle relevanten Ereignisse im Leben als Feuerwehrmann des Protagonisten vom Regiesseur Revue passiert werden lassen.
Das klingt nach einem arg rührseligen und klischeebeladenem Porträt und in mancher Hinsicht ist es das auch, trotzdem umgeht der Film teilweise auf gekonnte Art und Weise, und das, wie ich entgegen manchen Kritikers finde, vor allem am Ende, die Gefahr im kitschigen Tränenmeer zu ertrinken. Durch die Rückblenden, die natürlich den Zweck haben, eine emotionale Brücke zum Hauptcharakter aufzubauen und dies bis zu einem gewissen Grad auch erfüllen, wird jedoch gleichzeitig ein umfangreiches Bild vom Alltag einer Feuerwehreinsatzruppe geschaffen. Pathos wird und kann wahrscheinlich hierbei selbstverständlich nicht vollständig vermieden werden, aber seien wir ehrlich: Haben wir von diesem Film etwas anderes erwartet? Bestimmt nicht. Dass das Bild einer zusammengeschweißten Gemeinschaft, die auch über ihr berufliches Leben hinaus fast alles zusammen machen, nicht immer sehr glaubwürdig wirkt, ist klar, befindet sich aber, und das kann jeder, der schon einmal eine Doku oder ähnliches darüber gesehen hat bestätigen, gar nicht so weit von der Realität entfernt. Erstaunlicherweise verhält sich der Film aber gerade in den tragischen Szenen, was man ihm hoch anrechenen sollte, relativ nüchtern. Wo bei anderen vergleichbaren Filmen dem Zuschauer durch ein Bombardement von rührenden Bildern auch die letzte Träne entlockt werden soll, beschränkt sich dieser auf das Wesentliche und minutenlange Einstellungen von rotgeweinten Augen bleiben uns so erspart.

Alles in allem handelt es sich bei „Ladder 49“ oder „Im Feuer“ zwar um kein Meisterwerk, aber einen Gang ins Kino, vorrausgesetzt eine Allergie gegen etwas Pathos nicht vorhanden, ist er allemal wert.