1948. Ein junger Schwarzer ist aus Florida nach Seattle gekommen, um dort in einem Klub vorzuspielen. Schon bald sind Management und Publikum von dem jungen Pianisten begeistert. Sein Name ist Ray Robinson (Jamie Foxx). Das besondere, außer seines außergewöhnlichen Talents, an Robinson ist, dass er blind ist. Im Alter von 7 Jahren hatte , der nun 18jährige, sein Augenlicht verloren. Seine fehlende Sehkraft macht ihn anfällig für Betrügereien, so wird er in der Band nicht so gut wie andere bezahlt, obwohl er eigentlich der beste ist, auch die Besitzerin des Klubs, in dem er spielt nimmt ihn aus.
Nach zwei Jahren steigt Ray, der sich inzwischen seines Namens Robinson entledigt hat und nur noch Ray Charles genannt wird, im Club aus und geht nach New York. Dort ist das Leben zunächst hart, aber er kommt über die Runden. In seine Zeit in Seattle hatte er bereits eine Platte aufgenommen, die allerdings gefloppt war. Doch nun erhält er eine neue Chance. Atlantic Records und sein Boß Ahmet Ertugun (Curtis Armstrong) geben Ray eine eine neue Chance und er nimmt neue Platten auf.
In den Folgejahren nimmt Ray Charles immer mehr Alben auf und wird immer erfolgreicher, 1960 hat der einstige Indiestar mit „Georgia on my mind“ seinen ersten Nummer 1-Hit in den amerikanischen Popcharts. Zu der Zeit auch beschließt er Atlantic zu verlassen und zu einem Majorlabel zu wechseln. Als erster Künstler überhaupt kriegt er restlose Entscheidungsfreiheit in seinem Vertrag.
Privat war Charles kein Kind von Traurigkeit. 1955 hatte er seine zweite Frau Della Bea (Kerry Washington) geheiratet. Zu Hause benahm er sich wie ein perfekter Familienvater, auf Tour jedoch hatte er heftige Affären, unter anderem mit der Sängerin Margaret (Regina King), der er auch ein Kind machte. Dieser Zwiespalt lässt nicht nur ihn leiden, sondern auch seine Frauen.
Hinzu kommt, dass Ray Charles seit 1948 Heroinabhängig ist. Seine Frau Della duldet das aus Liebe, seine Plattenfirmen akzeptieren seine Sucht, da er immer besser wird. Als sich Margaret 1965 allerdings den goldenen Schuss setzt, wird er in eine große Krise gestürzt und wagt einen Entzug...

Ray“ von Taylor Hackford erzählt von einigen der wichtigsten Episoden aus dem Leben der Musiklegende Ray Charles, der am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren starb. Unmittelbar vor seinem Tod hatte Charles noch ein neues Album aufgenommen und die Musik für diesen Film selbst eingespielt.
Hackfords Film ist eine Hommage eines großen Fans an seinen Star. Hackford verzichtet überwiegend auf großen Pathos, er lässt die Musik für sich sprechen. Die Musik ist der zentrale Antrieb in Charles’ Leben gewesen und ist es auch in diesem Film. Erst als Charles droht durch Drogen seine Musik zu verlieren lässt er von ihnen ab.
Jamie Foxx zeigt hier, das er ein hervorragender Schauspieler ist. Mit zunehmender Zeit wird er immer mehr zu Charles selbst, gegen Ende des Films vermag man kaum noch einen Unterschied zwischen dem Grinsen und den Selbstumarmungen des Originals und der Kopie zu erkennen.
Das ganze Projekt sollte eigentlich schon 1987 entstehen, als Taylor Hackford die Rechte an einer Verfilmung des Lebens von Ray Charles erworben hatte. Doch es konnte bis April 2003 kein Finanzier gefunden werden und so begann das Projekt als Independentfilm. Erst nach der Fertigstellung des Films stieg Universal mit ein und das auch nur, weil ein hoher Mitarbeiter dort selbst ein großer Ray Charles-Fan ist.
Der Film kostete 40 Mio. Dollar und spielte bis zum 9.1.05 72 Mio. Dollar ein.

Persönlicher Kommentar:
Ray Charles hatte ein ziemlich bewegtes Leben, das stimmt. DAs wird im Film auch wunderbar deutlich. Immer wieder wird durch Bilder, Dialog und Musik selbst, wird gezeigt, das die Musik der Elixier des Lebens für Charles war. Selten habe ich einen solch guten Soundtrack in einem Film erlebt. Was den Film ein wenig von anderen Biopics abhebt, ist das er auch schlechte Seiten der Hauptfigur zeigt. Seine Frauengeschichten und Dorgenprobleme kratzen am Status des Unbesiegbaren, sher gut, das Hackford das so zeigt. Insgesamt hat sich Hackford große Mühe mit seinem persönlichen Lebenswerk gegeben, der Film ist auch großartig, bis auf die missratene letzte Szene.