Butterfly Effect

Bestimmt haben sie auch schon mal darüber nachgedacht, was wäre wenn? Wie gern würden wir Dinge aus unserer Vergangenheit ungeschehen machen. Highschoolschüler Evan (Ashton Kutcher) kommt unerwartet in die Position, dieses Gedankenspiel in die Tat umzusetzen. Nachdem er in seiner Kindheit ebenso wie sein in die Psychatrie eingelieferter Vater Blackouts hat, die immer dann eintreten, wenn eine prekäre Situation bevorsteht, kriegt er von seinem Nervenarzt den Ratschlag, Tagebuch zu führen um bestimmte Momente rekonstruieren zu können. Jahre später führt er ein ganz normales Leben und die schmerzhaften Blackouts haben schon für lange Zeit ausgesetzt. Durch Zufall kramt er die alten Tagebücher wieder heraus und entdeckt, dass er, wenn er sich nur genug konzentriert, in die Vergangenheit abtauchen kann und entscheidende Veränderungen vornehmen kann, die enorme Auswirkungen auf das Hier und Jetzt haben.
Zuviel von der wendungsreichen und einfallsreichen Story zu verraten, wäre töricht und würde jede Spannung vorwegnehmen. Nur soviel: Evans Leben und vor allem das seiner Freunde Kayleigh (Amy Smart), Lenny (Elden Henson) und Tommy (William Lee Scott) gerät radikal aus den Fugen.
Erstaunlich an diesem souverän inszenierten Spannungsstück ist, dass kein bekannter Name dahinter steht, sondern nur die Neulinge Eric Bress und J. Mackye Gruber, die nicht nur gemeinsam Regie geführt haben, sondern auch das clevere Drehbuch verfasst haben. Auch die Darsteller sind erfrischend unverbraucht und bringen zwar keine herausragenden aber in diesem Rahmen akzeptable Leistungen. Vor allem die wunderbare Amy Smart glänzt durch ihre Vielseitigkeit. Egal ob sie das Glamourgirl, die einfache Kellnerin oder einen abgewrackten Drogenjunkie gibt, sie nutzt hier die Möglichkeit, ihr Talent auszuspielen. Nachdem sie in Filmen wie „Starship Troopers“, „Road Trip“, „Rat Race“ oder “Starsky & Hutch“ nur schmückendes Beiwerk war, hat sie hier erstmals eine tragende Rolle. Auch Ashton Kutcher, der bisher in albernen Teeniewerken wie „Ey Mann, wo ist mein Auto?“ und „Voll Verheiratet“ nur in der Rolle des Dödels vom Dienst dilletierte, dürfte er mit „Butterfly Effect“ einen großen Karrieresprung machen.
Alles in allem kann man diesen Film jedem ans Herz legen, der auch nur entfernt etwas mit Thrillern anfangen kann. Das gibt saubere vier von fünf Schmetterlingen.