"Ocean´s Twelve" ist keiner Altersgruppe besonders zu empfehlen...

Die Jungen wird er verwirren oder langweilen. Die Mittleren bestenfalls unterhalten bis amüsieren. Den Älteren dient er vielleicht als Stilberater und Touristenführer.
Am besten ist dieser Film für jene geeignet, die durch "Ocean´s Eleven" zu George Clooney- und Brad Pitt-Fans wurden.

Der Titel "Ocean´s Twelve" ist, zwar logisch, aber unglücklich gewählt.
Er bezieht sich nämlich auf die Erweiterung des Gauner-Ensembles auf 12 Personen, um Die von Julia Roberts.

Das hätte man besser lassen sollen...!

Julia Roberts, die schon bei "Ocean´s Eleven" nur die Rolle eines gutgekleidedeten Garderobenständers spielte, wäre auch diesmal besser beraten gewesen, auf das Mitwirken zu verzichten .
Besonders Ihr Auftritt als - Achtung! - "Julia Roberts" ist laienhaft, nervend und absolut peinlich.

Aber was tut man nicht alles für die Rat-Pack-Kumpel?...
Und warum auf leicht verdientes Geld verzichten?...

Der eigentliche Star des Films ist Catherine Zeta-Jones !

Die gebürtige Waliserin, die in vielen Hollywoodproduktionen deplaziert wirkt, harmonisiert grandios mit den gut gewählten Kulissen von Amsterdam und Rom.
Vom ersten Augenblick an nimmt man ihr die Rolle der smarten Europol-Agentin ab, die in einigen Szenen Brad Pitt locker an die Wand spielt.
Immer souverän, aber niemals zickig, versprüht sie den Charme einer Deneuve oder Adjani, die einen europäischen Film stets still beherrschten.

Es tut dem Film gut, dass er in Europa spielt.

Paradoxerweise dürfte es für viele europäische Kinobesucher eine willkommene Abwechslung sein, dass sie nicht eine amerikanische Großstadt, sondern das alte Europa als Handlungsort einer Hollywoodkomödie zu sehen bekommen.
Vieles wirkt dadurch frischer, echter, weniger künstlich, interessanter, stilvoller und näher am Leben als in Amerika.

Aber "Ocean´s Twelve" ist deshalb noch lange kein europäischer Film - wie etwa die Gauner-Streifen der sechziger Jahre.
Dazu fehlt es dem Drehbuch an Klasse, Rafinesse und Leichtfüßigkeit.
Und warum Regiesseur Soderbergh nicht auf die wackelige Handkamera verzichtet hat, muß er bei Gelegenheit ´mal erklären.
Schnell beschleicht einem das Gefühl, das er die Kamera nur draufgehalten hat und sagte: "So, Leute... macht mal ´was!"

Dass Clooney & Co. dabei nicht immer ein gute Figur machen, sollte man ihnen (ausser Julia Roberts) für einen Film verzeihen, da es sich bei diesem Werk um eine recht unorthodoxe Produktion handelt, bei der alle Beteiligten mehr Spaß als Arbeit hatten.

Dies sollte aber nicht zur Regel werden!

"Ocean´s Twelve" ist leider nicht empfehlenswert...

...da man schlecht einschätzen kann, ob er gut ist.

Auf der einen Seite wirkt er handwerklich misslungen und stümperhaft - besonders Schnitt und Kameraführung.
Auf der Anderen widerum ist er leicht bekömmlich, komisch und erinnert an die guten Zeiten des europäischen Films.

Tja... es ist wie so oft... Geschmacksache.