„A V I A T O R“

Das ist schon erstaunlich. 1976 starb einer der schillernden Figuren des amerikanischen Business – Howard Hughes – und erst jetzt wagt sich ein Regisseur daran sein an Superlativen reiches Leben zu verfilmen. Martin Scorcese hat dazu eine Schar von Hollywoodgrößen versammelt und aus diesem Leben ein Abriss für die Zeit von 1927 bis Mitte der Fünfziger auf die Leinwand gebracht.

1927 war Hughes (Leonardo di Caprio) als Regisseur dabei seinen ersten Spielfilm zu produzieren. „Hell Angels“ ein Fliegerfilm über den 1. Weltkrieg war als Stummfilm gedacht. Doch bis zur Fertigstellung kam der Tonfilm in die Kinos und Howard drehte den Film nochmal. Die Kosten von damals unvorstellbaren 4 Millionen Dollar bezahlte er aus seinem Erbe. Der Film wurde 1930 ein Riesenerfolg und machte Jean Harlow (Gwen Stefani – Leadsängerin von „No Doubt“) zum Superstar. Doch seine große Leidenschaften waren die Fliegerei und die Frauen.

1932 gründete er Hughes Aircraft und setzte neue Maßstäbe in der Luftfahrt. Darunter mehrere Geschwindigkeitsrekorde und einen Flug rund um die Welt in knapp 4 Tagen. Dafür bereitete ihm New York bei seiner Rückkehr eine Konfetti-Parade auf dem Broadway. Doch auch seine Affären füllten immer wieder die Titelseiten der Klatschpresse. Darunter Bette Davis, Ginger Rogers, Rita Hayworth und die für ihn sehr wichtige Beziehung zu Katherine Hepburn (Cate Blanchett) und Ava Gardner (Kate Beckinsale) mit der er über zwei Jahrzehnte verbunden war.

Bei einem Testflug 1946 crashte er mit seiner XF-11 in ein Haus in Beverly Hills. Die schweren Verletzungen die er davon trug quälten ihn für den Rest seines Lebens. Genauso wie sein Waschzwang den seine Mutter ihm als Kind eingeredet hatte. 1944 machte er mehrere Nervenzusammenbrüche durch und litt unter einer tief sitzenden Paranoia. Dann schloss er sich monatelang ein und schaute sich seine eigenen Filme an.

Martin Scorcese macht aus dem Leben dieser aufregendsten Persönlichkeit seiner Zeit, mit hervorragend besetzten Charaktere ein Biopic, dass es lohnt gesehen zu werden. Außerdem mit dabei – Alan Alda, Alec Baldwin, Ian Holm, Matt Ross, Danny Huston, Kelly Garner und Jude Law als Errol Flynn. Leonardo di Caprio liefert einer seiner besten Leistungen seit „Gilbert Grape“ und „Gangs Of New York“ ab.

170 Minuten fesselnde Einblicke über einen exzentrisches Leben.