Jason X
(Freitag Der 13. - Teil 10)
Horror / Splatter USA 2001

Regie:
James Isaac

Darsteller:
Kane Hodder
Lexa Doig
Chuck Campbell
Lisa Ryder
Peter Mensah
Melyssa Ade
Derwin Jordan

Handlung:
Wer hätte denn im Ernst gedacht, er wäre totzukriegen? Es würde auch mit dem Teufel zugehen, wenn ausgerechnet die Wiederauferstehung von Jason Voorhees bei der gegenwärtig benötigten Blutspritze für die Stalk’n’Slash-Welle gefehlt hätte. SCREAM hat das beilharte Leinwand-Vergnügen von Grund auf erneuert, es in der Horror-Moderne salonfähig gemacht und mit dem nötigen Witz und Budget versehen. Was 1997 ins Rollen kam, bringt JASON X mit Pauken und Trompeten – grell, dumpf und überirdisch – zu einem Abschluss, der fetzt: Jason im All!

Kritik:
Eines vorweg: Jason X ist der erste Film der "Freitag Der 13."-Franchise, den ich gesehen habe. Seitdem bin ich ein "Jason-Fan"! Es handelt sich hier nicht um einen furchteinflössenden Horror-Film, aber um einen eXtrem coolen Slasher mit haufenweise Kills & Humor: That's what I love...!
Was habe ich mir in den letzten Jahren alles an Slashern angetan (Cut, Final Stab, Flashback, Swimming Pool, etc...wobei ich nicht sagen will, dass die alle schlecht waren...), nur um endlich einen zu finden, der meinem Wunsch nach coolen, witzigen oder einfach brutalen Mordszenen nachkommt? Denn, mal ehrlich: wofür sieht man sich einen Slasher an, wenn nicht um möglichst viele Leute sterben zu sehen?!?

Ob das krank ist? Nein! In einem Slasher werden stereotype Karaktere der Reihe nach abgemetzelt...Okay: das ist brutal.
ABER: dies alles geschieht in einer Fantasiewelt, in welcher diese "Personen" nur zu diesem Zweck kreiert wurden. Somit dürfte wohl belegt sein, dass nicht jeder Slasher-Fan ein blutrünstiger Psycho sein muss.
Doch genug davon...

Der Film beginnt in der Gegenwart (oder jedenfalls NACH der Gegenwart, die uns noch in Freddy vs. Jason präsentiert werden wird), in welcher Jason Vorhees sich in Gefangenschaft befindet. Dr. Rowan (Doig) hat sich in den Kopf gesetzt (nach mehrmaligen, gescheiterten Versuchen Jason zu exekutieren) Jason mittels Einfrierung auf Kryogenische Art wenigstens ausser Gefecht zu setzen.
Leider gibt es da immer noch das allseits beliebte Militär, welches Jason als zu wertvoll einstuft, um Ihn auf Eis zu legen. Schliesslich ist ein solches Lebewesen mit seiner unvergleichbaren Fähigkeit sich zu regenerieren etwas Einzigartiges!
Nachdem eine Einheit bei dem Versuch Jason in ein Labor zu überführen von diesem unseren "Helden" in sekundenschnelle komplett ausgelöscht wird, schafft es Rowan dennoch Jason in die Gefrierkammer zu locken. Durch einen Zwischenfall wird Sie selbst aber mit eingefroren...

Mehr als 400 jahre später (ca. 450 Jahre, aber genau erfährt man das nicht) landet ein Forschungstrupp auf der mittlerweile desertierten Erde. Die Menschheit ist auf den Planeten "Earth II" umgezogen, und das Team ist lediglich auf der Suche nach interessanten Dingen, die noch auf der uns bekannten Mutter Erde liegen geblieben sein könnten.
Wie der Zufall es will, erforschen Sie genau den Ort, an welchem Dr. Rowan und Jason immer noch in Kryostasis vor sich hin liegen. Mit moderner Technik erkennen sie, dass Rowan noch immer wiederbelebbar ist...im Gegensatz zu Jason (so glauben jedenfalls alle). Dennoch nehmen Sie beide Körper mit zu Ihrem Raumschiff, und fliegen zurück zum Mutterschiff.
Es dauert nicht lange, bis Rowan erfährt, dass auch Jason an Bord ist. Sie warnt alle, dass mit Ihm nicht zu Spassen sei, aber niemand will den Warnungen vor einem leblosen Körper Glauben schenken. Ausserdem ist der Kapitän des Schiffs hinter der Kohle her, die er für den berühmten Jason Vorhees kassieren will.

Kurz darauf passiert das Unwahrscheinliche, das dennoch jedem Zuschauer im Vornerein klar ist: Jason wacht auf!
Und sofort fängt das Gemetzel an! Oft wird in Filmkritiken von "Gemetzel" gesprochen, und wenn man den Film dann sieht, fragt man sich warum. Nicht so hier: wenn ich "Gemetzel" schreibe, dann meine ich auch "Gemetzel"!

Was folgt ist eine fast endlos scheinende Achterbahnfahrt aus schwarzem Humor, und brutalen, blutigen Kills...die einen oftmals auch wieder zum Lachen bringen. Die gesamte Handlung ist so konstruiert, dass möglichst viele (nach dem 17. habe ich aufgehört zu zählen) Personen durch Jason um die Ecke gebracht werden können!

Logik: Pustekuchen. Karaktertiefe: In your dreams! Unvorhersehbare Wendungen: eventuell, wenn man sein Hirn vollkommen abgeschaltet hat...
Aber: wer bei einem solchen Slasher eine gute Handlung, klasse Darsteller und/oder eine tolle Cinematographie erwartet, der hat dieses Genre sowieso nicht verstanden!
Zur Handlung möchte ich eigentlich nicht mehr verraten, ausser dass die Tag-Line Evil Gets An Ugrade gegen Ende dann doch noch aufgeklärt wird...was man allerdings schon dem Filmposter ansieht... Das Ende an sich ist dann auch wieder völlig typisch: im letzten frame sieht man Jason's Maske...und 10 Minuten später weiss man von der Handlung nur noch wenig, dafür hat man eine umso bessere Erinnerung daran, wer wie gemeuschelt wurde.

Der Film macht einfach eXtrem Spass, weil die Ideen, die in den Todesszenen benutzt wurden, einfach zum Teil sehr genial sind, die Kills in grosser Zahl vorkommen und die Effekte den Spass noch unterstützen! Was will man mehr?!?

Die Darsteller wirken oft etwas fehl am Platz, da man Ihnen in gewissen Szenen ansieht, wie ernst (nämlich gar nicht) sie Ihre Rolle nehmen. Einzig Kane Hodder ist mal wieder klasse als Jason, und man kauft Ihm den stummen, seelen- und kompromisslosen Killer in jeder Sekunde ab!
Bleibt die Frage, warum auf einem Raumschiff alle weiblichen Personen so aussehen, als wären sie gerade von den neuesten H&M-Plakaten gehüpft...andererseits: gestört hat MICH das nicht.

Die Filmmusik ist ein für Jason-Fans bekanntes und monotones Ta-Taa...Ta-Taa...Ta-Taa...Ta-Taa, dass einem sinnlos auf den Geist gehen würde, wenn es einem überhaupt gross auffallen würde...nix besonderes, aber stören tut es auch nicht wirklich, sondern wirkt - wie alles andere auch - eher witzig.

Von der Regie her gibt es auch nix Überragendes zu berichten, da alles in einem sehr schlichten und klassischen Stil und ohne grosse Überraschungen gedreht wurde. Die Kulissen sehen dabei ab und zu auch noch etwas billig aus, was den Gesamteindruck und Humor auch wieder abzurunden vermag. Man könnte sagen: so billig, dass es schon wieder cool ist!

Was den Blutgehalt angeht, so haben wir hier - wie schon erwähnt - ein richtiges Schlachtfest (wobei der erste Kill im Raumschiff mein persönlicher Favorit ist):
Es werden Leute erstochen, aufgespiesst, zweigeteilt, völlig verwurstet, zu Tode geprügelt, etc...und das alles erst noch sehr graphisch dargestellt (ich muss zugeben, dass ich den ganzen Film durch ein nicht entfernbares, breites Grinsen im Gesicht hatte)! Dazu kommen treffende und bissige One-Liner, die einen grossen Anteil am Spassfaktor haben und wirklich gelungen sind. So machen Splatter-Filme richtig Freude!
Ganz nett waren auch die Anspielungen auf frühere Jason-Streifen (alles in der Crystal-Lake-Szene) und die Tatsache, dass sich der Film allgemein nicht sehr ernst nimmt.

Fazit:
Wem das Genre gefällt oder Jason eh cool findet, der wird hier gut bedient. Nur wer nach einer innovativen Handlung zur Abrundung des Ganzen sucht, sollte lieber einen grossen Bogen um Jason X machen: es wäre wahrscheinlich eine einzige Enttäuschung.
Allen anderen wünsche ich: Viel Spass!

Wertung: 60%