Bond Nr. 20 ist draußen. Sehnlichst und mit Spannung erwartet geht der Doppelnullagent im Geheimdienst ihrer Majestät wieder zur Sache.

Die another Day ist sicherlich einer der innovativsten Bondfilme, denn hier wirde wieder ein Ausflug unternommen, ähnlich schon wie in On her Majestys Secret Service und Licence to kill. Man weicht ab von dem üblichen Ablauf und Handlungsstrang und lässt Bond eher untypische Erlebnisse durchmachen.

War es seinerzeit die Vermählung mit seiner einzig großen Liebe Tracy und deren Ermordung durch Blofeld oder der Entzug seiner Lizenz zu Töten in Licence to Kill.

In diesem Abenteuer lässt man Bond gefangennehmen und zwar richtig. Es dürfte das erste Mal in der Geschichte der Bondfilme sein, dass er eine Mission mehr oder minder so richtig verpatzt.

Genauso stellt auch das Intro eine absolute Neuerung da, wurden bisher immer Frauen und Waffen in künstlerischer Aufmachung gezeigt, so sieht man dieses Mal die Bilder von Bonds Folterung während seiner 14 Monate andauernden Haft.

Doch kommen wir mal zum genaueren Ablauf des Films.

Die Eingangssequenz:

Sowohl die Surfsequenz als auch die Verfolgungsjagd mit den Hovercraftfahrzeugen sind nett anzuschauen, aber man hat auch schon besseres gesehen. Kein Vergleich zu der genialen Eingangssequenz des letzten Bond.

Die eigentliche Story:

Man hätte die Story ruhig etwas mehr ausbauen können, wirft sich doch viel zu stark die Frage auf, woher z.B. der Schurke Gustav Graves genau kommt und ob er vorher ... Ach, das führe ich jetzt nicht weiter aus, sonst wird das zu spoilerhaft.

Schön, ist jedoch trotzdem, dass es wieder so einige Drehungen und Wendungen gibt, so bleibt einem die Agentenwelt doch noch wenigstens etwas erhalten.

Die Action:

Diesmal hat man es wieder ganz gewaltig krachen lassen. Jeddoch hätte man vielleicht auf ein, zwei Actionsequenzen verzichten können und dafür die Story weiter ausbauen können.

Mit die schönste Actionsequenz finde ich übrigens die Fecht-/Schwertkampfszene in der Londoner Fechtschule. (Witziges Cameo: Madonna als Fechtlehrerin)

Die Ausrüstung:

Zu allererst: John Cleese ist ein würdiger Nachfolger als Q, allerdings hätte ich den Namen R gelassen. Denn der gute alte, herrlich kauzige Desmond Llewellyn ist auf immer und ewig der einzig wahre Q.
Besonders genial ist dieses Mal natürlich das Auto. Endlich wieder ein Aston Martin, ein herrliches Fahrzeug.
Was für uns als Zuschauer jedoch ungewohnt ist, ist jedoch viel eher eine klassische Besinnung des neuen Bondfilms. Wirken viele der Tricks der Ausrüstung einfach viel zu futuristisch, wie z.B. die Tarnvorrichtung des Aston Martin, so muss man jedoch anmerken, dass bei den alten Bondfilmen die Ausrüstung ach ähnlich futuristisch und unvorstellbar gewirkt haben muss. Das war sicherlich ein Manko der letzten Streifen die Ausrüstung wirkte einfach zu real.

Erinnerung an die guten alten Zeiten:

Sei es Halle Berrys Auftritt frei nach Ursula Andress, oder das 007 den Bird Guide des gleichnamigen Autoren auf dessen Lieblingsinsel Kuba sich ausleiht oder die Bemerkung, "Hier wird also der überflüssige Schrott gelagert.", der Film ist voll von Anspielungen auf die Vorgänger des Films. Viel Spaß beim Suchen und Entdecken.

Fazit:

Bond Nr. 20 ist in erster Linie interessant, denn er ist kein typischer Bondfilm. Wär hätte jemals gedacht, 007 mal mit langen Haaren und Vollbart zu sehen. Dennoch schafft der Film es, die Wende zum klassischen Bond hinzubekommen. Die wichtigen Bestandteile eines jeden Bond sind auch enthalten.
Also, wer Bond mag, wird auch Die another Day mögen.

Wertung: 75 %