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Donnie ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, er ist gut in der Schule, ein bißchen sarkastisch und sehr intelligent. Aber Donnie hat psychische Probleme, die stärkere Auswirkungen haben, wenn er seine Medikamente vergisst einzunehmen. Dann hat Donnie Visionen von einem 1,80m großen Riesenkaninchen. Dieses prophezeit ihm das das Ende der Welt und den genauen Zeitpunkt der Apokalypse, diese soll genau in achtundzwanzig Tagen eintreten.

Ein Film der ebenfalls vor 2 Jahren auf dem Fantasy Filmfestival lief ist Donnie Darko. Ein Film der unter einigen Kritikern und Fans des Indie- Kinos sehr großen Anklang fand, und das vollkommen zu Recht.

"Dark, Darkest, Darko"

Es gibt die Art von Filmen die einen nicht mehr loslassen, die sehr viele Fragen aufwerfen und wenige davon klären. Diese Filme muss man konzentriert sehen, und versuchen das Puzzle zusammenzusetzen. Donnie Darko ist so ein Film.
Donnie (Jake Gyllenhaal) wacht eines Abends auf, er schlafwandelt aus dem Haus heraus zum nahegelegenen Golfplatz. Dort sieht er ein dämonisches Riesenkaninchen, dieses prophezeit ihm das Ende der Welt. Danach stürzt eine Airbus-Turbine in Donnie´s Schlafzimmer, und niemand kann sagen, woher sie kam. Das ist die Anfangssequenz von Donnie Darko. Der Zuschauer stellt sich natürlich die Fragen, wieso ihm das Kaninchen das Leben gerettet hat, ist es ein Mentor, der Donnie den richtigen Weg weisen will, um eine falsche Zeitlinie zu korrigieren? Diese Fragen müssen warten.

Wir bekommen außerdem Donnies Familie zu sehen. Donnie hat eine liebenswürdige nette Mutter und einen Vater, der sich über Donnies ältere Tochter aufregt, weil diese Dukakis wählen will. Ansonsten typischer amerikanischer Mittelstand in einer Provinzstadt.
Als nächstes werden wir Zeuge wie Donnie den ganz normalen Schulalltag bestritt, er ist ein guter Schüler, allerdings durchschaut er schnell sinnlose Lehrmethoden, die er nicht bereit ist, mitzumachen. Er lernt ein nettes Mädchen kennen namens Gretchen Ross (Jena Malone), die beiden verlieben sich und gehen miteinander aus. Alles scheint ganz normal zu sein, hätte Donnie nicht seine Visionen. Das Kaninchen lässt Donnie Dinge tun, die er nicht kontrollieren kann.
Außerdem kann Donnie Zeitlinien erkennen, diese kommen aus der Brust als eine flüssige Masse, und leiten in die Zukunft oder eine Paralleluniversum. Donnie zeigt Interesse an Zeitreisen und Wurmlöchern und entdeckt ein Buch namens "The Philosophy of Time Travels", geschrieben von einer Nachbarin namens Roberta Sparrow. Sie ist in
der Nachbarschaft unter dem Namen Grandma Death bekannt. Grandma Death ist einhundert Jahre alt und läuft den ganzen Tag vor ihrem Briefkasten auf und ab, um auf einen Brief zu warten, der niemals kommt.

Diese ganzen Ideen sind faszinierend und ich will noch nicht alles verraten, gerade das Ende des Filmes lasse ich jetzt mal außen vor. Man kann Donnie Darko schlecht beschreiben man muss ihn selbst gesehen haben. Es gibt verschiedene Theorien, all diese Handlungsstränge richtig zusammenzusetzten und zu einer "logischen" Konstellation zu bringen. Aber meiner Meinung nach muss nicht jeder Film
vollkommen plausibel und erklärbar sein, es kann sogar sein, daß selbst der Regisseur nicht alles versteht und erklären kann, was er dreht. Donnie Darko hat mir deswegen so gut gefallen, weil er so
viele Bereiche der amerikanischen Geschichte, deren Denk- und Verhaltensweisen aufnimmt und diese mit vielen fantastischen Ideen verbindet. Jake Gyllenhaal überzeugt als Darsteller auf ganzer Linie, er ist sarkastisch aber dennoch irgendwie
liebenswert. Und der Film hat eine wahnsinnige Atmosphäre, die einen nicht mehr loslassen will, er ist sehr düster und hat dennoch Stellen mit Humor.
Es ist ein Film der sich auch nicht richtig in ein Genre einordnen lässt, der Regiesseur Richard Kelly sortiert ihn folgendermaßen ein: "Period 80s/Coming of age/Science Fiction/Hitchcockian Ghost Thriller/Ensemble Suburbian Satire." Und genau das gefällt mir daran, Kelly hat es geschafft, mit einem Budget von nur 4,5 Millionen Dollar
einen absolut überraschenden, intelligenten und innovativen Film zu inszenieren. Und es ist Kelly´s Regiedebüt, der Mann hat meiner
Meinung nach sehr viel Talent, und ich bin schon auf sein nächstes Projekt gespannt. Richard Kelly hat einmal gesagt er will Filme machen, die einen auf eine unvorhersehbare Reise mitnehmen können. Und das ist ihm gelungen. Donnie Darko ist ein Film dessen Handlung sich schwer in Worte fassen lässt. Ich möchte es einmal versuchen. Es geht um das Ende der Reagan Ära, um eine Familie, die zerfällt, um ein junges Genie, das - von Gottes Hand berührt - eine achtundzwanzigtägige Odyssee der Selbstzerstörung und Selbstentdeckung durchlebt.

Donnie Darko erschließt sich erst nach mehrmaliger Rezeption, und selbst dann
ist nicht alles vollständig aufklärbar. Ein kleines Mysterium für sich, ein Film der einen immer wieder neu faszinieren kann.

Bewertung: 95%