Hearts in Atlantis (2001)

Darsteller: Anthony Hopkins, Hope Davis
Regisseur: Scott Hicks

Synopsis: Eerie, absorbing drama about a young widow whose son befriends a kind but mysterious stranger (Hopkins) boarding in the same house. When faced with nameless threats from the outside, the two bond. Based on the bestseller by Stephen King.

Vertrieb: Warner Bros.
Laufzeit: 101 minutes
Genres: Drama, Sci-Fi/Fantasy, Suspense

Als erstes möchte ich sagen, dass ich diesen Film nicht objektiv betrachten kann, weil ich das Buch vor ca. einem halben Jahr gelesen habe und mit einer entsprechenden Erwartungshaltung die DVD gekauft habe.

Ich muss sagen, dass das Buch mich sehr gespannt auf den Film gemacht hat. Vor allem die Tatsache, dass Anthony Hopkins der Darsteller des Ted wird hat mein Interesse noch mehr schüren können. In dem Buch ist der Verfilmte Teil jedoch nur ein Viertel des Ganzen, was aber logisch erscheint, wenn man bedenkt, dass ein Drama nicht unbedingt 8 Stunden dauern muss. Die Idee, den ersten Teil des Buches zu verfilmen kann man nur loben, aber in der Ausführung haperte es an einigen Stellen...

Es geht um den Halbweisen Bobby Garfield, dessen Vater seine Mutter scheinbar mit einer Unmenge von Schulden hat "sitzen lassen", weshalb sie konstant schlecht gelaunt ist. Ausserdem sieht sie in Ihrem Sohn ein Abbild Ihres Ex-Mannes und versucht Ihn so gut wie möglich auf eine harte reale Welt vorzubereiten. Als Bobby zu seinem 11-ten Geburtstag statt eines Fahrrads einen Bibliotheksausweis für Erwachsene geschenkt bekommt ("Dein Vater hat uns nicht gerade ein Vermögen hinterlassen!") und gleich darauf ein neuer Mieter (Hopkins) im Dachgeschoss einzieht, ändert sich Bobby's Leben auf drastische Weise.
Sein neuer Freund Ted bietet Ihm einen kleinen Job an, der daraus besteht, dass Bobby einmal wöchentlich die Zeitung vorliest, und nach "niederen Männern" Ausschau hält. Dafür erhält er einen Dollar pro Woche.
Die Ereignisse nehmen bald eine Fantastische Wendung, wenn Bobby merkt, dass Ted spezielle Fähigkeiten hat, welche durch Berührung auch teilweise auf Ihn übergegangen sind.
Dieser Sommer, wird der letzte sein, den Bobby als kleiner Junge verbringt!

Die Geschichte wird im Film gut erzählt, und die Darsteller haben es Geschafft mich mit ihrer Mimik zu überzeugen (im Buch werden sehr oft Gedanken erzählt, und genau diese kann man oft den Darstellern - allen voran dem des Bobby Garfield und natürlich Hopkins, der zwar weniger Leisten muss als in "Hannibal", dem Karakter des Ted Brautigan aber doch ein klasse Leben eingehaucht hat - aus den Gesichtern ablesen!). Dennoch schaffte es Scott Hicks nicht, einen Film zu kreieren, der keine Fragen offen lässt. Viel zu wenig wird auf die "niederen Männer" (im Buch mit gelben Mänteln bekleidet und unterwegs in Autos, welche den Anschein haben sich zu verändern und irgendwie lebendig zu sein) eingegangen, welche hier eher aussehen, wie ein düsteres Regierungsmitglied aus Akte-X. Auch erfährt der Zuschauer nie, wer diese Männer sind, und warum sie hinter Ted her sind. Im Buch ist dies zwar nicht detailliert erklärt, aber dennoch erfährt man, dass es hier einen Zusammenhang gibt zwischen "Atlantis" und King's Saga vom "Dunklen Turm". Man erfährt, dass Ted ein "Brecher" (was auch immer das wiederum sein soll...) ist und die "niederen Männer" sind so eine Art Wärter. Sie haben den Auftrag, den entflohenen Ted zurück zu holen. Des weiteren hat Ted, und nachher auch Bobby, immer eine Art mentalen Anfall, wenn "niedere Männer" in der Nähe sind. Es werden ab und zu regelrechte Kämpfe im Geiste ausgetragen...was aber im Film auch nicht im Geringsten vorkommt. Ich hoffe nur, dass solche Bewusstseinskämpfe in "Dreamcatcher" (angekündigt für 2003) besser in Szene gesetzt werden, denn darum dreht sich die gesamte eigentliche Handlung!
Wie gesagt, mir hat der Film gefallen, aber ich glaube, dass dies vor allem daran lag, dass ich das Buch gelesen hatte und somit die Hintergründe kannte, die sonst viel zu wenig oder gar nicht dargestellt wurden.
Der Score ist der alltägliche...Jedenfalls für King-Filme (man hat ihn schon in "The Green Mile" gehört und auch sonst ab und zu). Dank diesem Score fühlt man sich aber allerdings sofort wohl beim Betrachten des Films, weil er eine altbekannte Stimmung auszustrahlen vermag und sich in einem ein wohliges Gefühl ausbreitet.

Alles in allem ist dieser Streifen sehr gut mit "Stand By Me" zu vergleichen, wobei er ein wenig oberflächlicher daherkommt. Für Leser und Fans des Buches kann es sehr interessant sein zu sehen, wie der Regisseur das Ganze in Szene gesetzt hat. Mir stellt sich nur die Frage, wer sonst diesen Film sehen will. Für Drama-Liebhaber ist er zu oberflächlich und mit Vorurteilen gespickt. Für Horror-Fans bietet er eigentlich gar nichts. Für Jugendliche ist zu wenig Spannung enthalten (wie gesagt: Spannung ist schon vorhanden, aber man bemerkt sie aber nur verstärkt, wenn man das Buch kennt). Für mich war es eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Jugend und Familienprobleme, welche mir und meiner Freundin einen romantischen Abend (jedenfalls über die meiste zeit hinweg) beschert hat; und ich glaube, dass er genau dafür gedacht ist!

Meine Bewertung: 58%


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Das, was Dich früher oder später zerstören wird, ist die Versuchung, in den Chor Deiner Kritiker mit einzustimmen, um sich deren Wohlwollen zu erkaufen!

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: TheCrow am 2002-02-12 12:31 ]</font>