Ginger Snaps

2000, Kanada
108 min

Darsteller: Emily Perkins, Katharine Isabelle, Mimi Rogers, Kris Lemche
Drehbuch: Karen Walton, John Fawcett
Regie: John Fawcett

Ginger (Katharine Isabelle) und Brigitte (Emily Perkins) Fitzgerald sind zwei 15jaehrige Schwestern und goth Aussenseiter an ihrer Schule. Die beiden sehen die Pubertaet als eine Umwandlung in hirnlose hormongesteuerte Puppen, wie ihre Mutter, an und wollen das nicht mitmachen (sie haben sich geschworen mit 16 entweder aus der Kleinstadt raus oder tod zu sein, ihr Schulprojekt ist eine Bilderserie von 101 Todesart). Nachdem Ginger eines Nachts von einem Tier, angelockt durch ihre erste Periode, gebissen wird, faengt sie an, sich zu veraendern: ihre Zaehne und Fingernaegel werden spitz, ihr wachsen Haare und ein Schwanz, und ihre sexuelle Lust erwacht, was fatale Folgen hat, da der Fluch ansteckend ist. Waehrendessen versucht B mit Hilfe des Kleindealers Sam (Kris Lemche) ein Mittel zu finden, um Ginger zu helfen, die immer mehr ausser Kontrolle geraet, und den Bodycount erhoeht.

Ginger Snaps ist ein Werwolf Film der etwas anderen Art. Die meisten GenreKlischees kann man getrost vergessen: ein Van ist z.B. genauso wirksam wie sonst nur Silberkugeln und der Mond spielt keine Rolle. Der Fluch ist ein Virus der seine Opfer langsam aber kontinuierlich mutieren laesst, aber auch wie ein Virus bekaempft werden kann. Das ganze ist eher "Die Fliege" denn "American Werewolf".

Auch in anderer Hinsicht ist GS kein Teenhorror von der Stange, denn das Script legt sehr viel wert auf die Beziehung der beiden Haupdarsteller. Der Film ist eine Metapher fuer das Erwachsenwerden und die Veraenderungen die dies mit sich bringt. B ist die juengere Schwester, die neidisch zusehen muss, wie Ginger sich veraendert.
Perkins und Isabelle sind sehr gut in ihren Rollen, Isabelle bringt die Wandlung und die Agonie des hin und hergerissen seins zwischen Vernunft und biologischen Verlangen sehr gut rueber. Mimi Rogers gibt als anscheinend leicht hirnverbrannte (aber mit unerwarteten Staerken und Einstellungen) Mutter eine Reife Leistung zum Besten.

Von Make-up, Kostuem und SFX her ist die Verwandlung von Ginger gut gemacht, aber der letzte Schritt war vielleicht zuviel. Dem fertigen Werwolf sieht man den "Typ in Kostuem" zwar nicht an, aber das Biest ist trotzdem kein Bringer, zumindest entspricht es nicht den Erwatungen.

Regisseur John Fawcett und Scriptwriter Karen Walton haben dem Teenhorror neues Leben eingehaucht, auch wennn diese Klassifizierung alleine dem Film etwas unrecht tut, und eine dichte, einnehmende Story mit Tiefgang und einem emotionalen Hoehepunkt geschrieben. Nachdem das Genre mit selbstverarschenden Scream-klonen daningesiecht ist, haben die Kanadier Hollywood gezeigt, wie es geht.

GS ist ein Muss fuer Horror Freunde, aber auch Leute, die, wie ich, sonst eher wenig mit Horror am Hut habe, sollten einen Blick riskieren, oder sie verpassen einen wirklich guten und neuen Film. Lediglich das Ende ist doch recht blutig und kann auf den Magen schlagen.