Deutschland, 2000

Regie & Buch: Marco Petry

Darsteller: Daniel Bühl, Jasmin Schwiers, u.a.



Es ist der erste wirklich schöne Tag dieses Frühsommers, und Markus und seine Clique haben noch genau drei Wochen bis zum Abitur. Danach wird alles anders sein, danach werden sie die Kleinstadt irgendwo in der Provinz verlassen, um zu studieren oder zu arbeiten, und vielleicht sehen sie sich nie wieder. (Text von amazon.de)

„Hey, das habe ich doch dieses Jahr auch erlebt.“ – ging es mir durch den Kopf, als ich in meiner Videothek stand ,die DVD „Schule“ in der Hand hielt und den Packungstext las. Also habe ich mir den Streifen natürlich sofort geliehen und angeschaut.

Um das Ergebnis mal vorweg zu nehmen: „Schule“ ist kein guter Film, es ist sogar ein ziemlich mieser. Ich will aber auch erklären warum.

Tja, wo soll ich anfangen? Vielleicht bei den Charakteren? Oder der Handlung? Oder der Intention? Es ist eigentlich egal, den keiner dieser Punkte ist vorhanden! Wie, keine Charaktere? Es hört sich komisch an, ist aber so. Den in dem Film „Schule“ gibt es keinen einzigen Charakter. Sicher, es kommen Leute vor, aber das sind alles Stereotypen. Es gibt den Streber, den Fetten, den Kiffer, den Frauenheld, den Normalo, den Rowdy, die kleine Schwester, die Lehrer sind alle fies, die Polizisten alle saudumm und die Frauen alle breitbeinig. Klischees soweit das Auge reicht. Keine Person, aber auch nicht eine, ist auch nur ansatzweise diffizil, oder wird gar tiefgründiger erörtert. Kann solch ein Film überhaupt gut werden? Der Punkt ist, wenn man anfängt, den Film zu schauen, wird einem dieser Mangel ja nicht sofort bewusst, wenn konzentriert sich ja auch auf die Handlung. Gut, kommen wir mal zur Handlung. Und jetzt wird’s lustig, denn eine Handlung ist auch nicht vorhanden. Es passiert zwar was, aber immer nur Fragmente. Dann wird mal eine Klausur geschrieben, dann fährt man mal zum kiffen an den See. Die ganze vermeintlich Handlung kommt aus dem Nichts, und führt auch ins Nichts.

Stellst sich zum Schluss die unglaublich schwierige Frage der Intention. Was bringt Menschen dazu, solch ein Film zu machen? Was will er uns damit sagen? Versucht „Schule“ auf den Zug der Teenie-Komödien wie „American Pie“, „Road Trip“ oder ähnlichen aufzuspringen? Nein, dazu ist das, was passiert, einfach viel zu normal und auch nicht lustig. Es ist also mehr eine Wiederspiegelung der Realität. Dann müsste der Film aber doch irgendeine Message übertragen wollen, irgendwas aufzeigen. Tut er aber nicht. Als Mini-Botschaft könnte man vielleicht entnehmen, dass man halt nie mehr so eine Zeit haben wird, wie in der Schule und dass man sich aus den Augen verlieren wird usw. Super! Klasse Message. Das hätte ich ohne den Film „Schule“ gar nicht gemerkt. Und auch die Tatsache, dass das im Packungstext praktischen schon erläutert wird, macht das betrachten des Films „Schule“ eigentlich überflüssig.

Diese 95 Minuten Oberflächlichkeit kann man sich getrost sparen.