Hiermit versuche ich erstmals eine Review im Stile der Cinemaniacs zu schreiben. Habt bitte Mitleid, wenn es nicht ganz so gut und objektiv herausgekommen ist! :wink:

JESSE:
"Why do you rob casinos?!?"

MICHAEL:
"Because everybody else robs banks!"

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JESSE:
"I'm not afraid of you!"

MURPHY:
"You shouldn't be afraid of me, should you?"

JESSE:
"Not a bit!"

MURPHY:
"Well, I guess your mother taught you well…"

JESSE:
"Very well! What's your mother's excuse?!?"



"3'000 Miles To Graceland" ist ein Actionfilm um einen Casino-Raub in Las Vegas, wo gerade eine internationale Elvis-Convention stattfindet. Eine 5-köpfige, als Elvis verkleidete, Bande erbeutet 3.2 Millionen Dollar bevor sie derart aufeinander losgehen, dass kurz darauf nur noch 2 (Kurt Russel und Kevin Kostner) übrig bleiben. Dafür mischt sich eine clevere Frau (Courteney Cox) mit Ihrem kleptomanisch veranlagtem Sohn in das heitere Spiel mit ein.


Nachdem ich mehrere Kritiken gelesen hatte (übermässig brutal, zu viel Action, unnötige Explosionen, etc…) waren meine Erwartungen gegenüber diesem Film entsprechend gering. Trotzdem reizte mich dieser Streifen schon alleine deswegen, weil er von MTV kommt und mit Kurt Russel und Kevin Kostner zwei gute Schauspieler die Hauptrollen spielen. Ich dachte mir einfach: "Wenn's nichts ist, habe ich wenigstens ein paar Explosionen mit coolem Soundtrack!"
Gestern Abend…oder besser gesagt "Nacht" (0.00 Uhr!) habe ich dann meinen DVD-Player eingeschaltet. Geplant war eigentlich ein bisschen in den Film hineinzuschauen um sich ein Bild zu machen, und wenn die Müdigkeit grösser würde, abschalten und schlafen.
Aus diesem Bisschen wurden 2 Stunde…die gesamte Länge des Films!
Schon der Vorspann ist auf eigenartige Weise etwas Besonderes: 2 computeranimierte Skorpione liefern sich einen TEKKEN-ähnlichen Kampf auf Leben und Tod in der Wüste! Erst als einer der beiden als klarer Sieger hervorgeht, merkt man, dass die Umgebung echt ist…und plötzlich sind es auch die Skorpione, denn die Kamera ist inzwischen zurückgefahren, welche nun auch nicht mehr wie Computeranimationen aussehen.
Schon in dieser Anfangssequenz erfährt man, was man zu erwarten hat: rasante Kamerafahrten, schnelle Schnitte, extreme Stilwechsel und ein wahrhaftig fetziger Soundtrack!
Dieser Film ist einfach vom Anfang bis zum Schluss fesselnd. Ich war eher bereit mir Ohrfeigen zu verpassen, als schlafen zu gehen und den Rest am nächsten Tag zu schauen!
Der Überfall auf das Casino ist einer der am besten gefilmten Überfälle die ich je sah! extrem schnell und aggressiv gehen die Räuber zur Sache…ohne jegliche Rücksicht auf irgend etwas ausser Ihrem Ziel: das Geld nehmen, zusammenbleiben, das Geld waschen, über die Kanadische Grenze fliehen und DANN das Geld aufteilen.
Wie zu erwarten kommt alles ganz anders und ehrlich gesagt rechnet man ab und zu schon mit dem was folgen wird. Des weiteren hat Mr. Russel mal wieder eine für Ihn völlig typische Rolle bekleidet, wodurch der Tiefgang seines Charakters schon 2 Jahre früher vorauszusehen war…wenn Ihr wisst, was ich meine. Das macht dem Spass aber keineswegs ein Ende…es ist lediglich ein kleiner Wehrmutstropfen in diesem ansonsten köstlichen Cocktail!
Kurt Russel und Kevin Kostner schaffen es beide 100%-ig zu überzeugen! Russel als der "sympatische" Ganove der alles immer im Griff hat ausser sich selbst (und wie in "Soldier" freundet er sich auch hier auf seine eigene Art und Weise mit einem kleinen Jungen an) und Kostner als überzeugter, leiblicher Elvis-Sohn der extrem auf sich bezogen ist und über haufenweise Leichen geht. Beide Darsteller hatten sichtlich Spass an der Arbeit (und das gilt für den Rest des Ensembles auch!), was sich auch beim Zuschauer bemerkbar macht (jedenfalls bei mir)!
Überrascht hat mich am meisten Courteney Cox! Zuletzt sah ich sie in "Scream 3" und hatte dort den anschein, dass Sie mit jedem Scream-Teil ein stückschen geisterbahn-tauglicher geworden war! Doch was sich in 3'000MTG unter kurt Russel räkelt ist alles andere als abschreckend! So heis und kräftig wie in diesem Film hatte ich diese Schauspielerin bis anhin noch nie gesehen…
Des weiteren staunte ich noch über John Lovitz, der zwar "nur" die kurze Rolle des Geldwäschers bekleidete, aber in dieser völlig zu überzeugen wusste (was ich nach solchen blödel-Filmen wie "High School High" auch nicht gedacht hätte!
Alles in allem haben wir hier mal wieder einen Film mit einem riesen Staraufgebot der einfach Spass macht!
Ich für meinen Teil werde Ihn mir jedenfalls sicherlich öfter anschauen als "Mars Attacks" oder "Little Nicky", denn er hat einfach mehr zu bieten!
Zum Schluss nur noch ein Frage, die in den meisten Filmen den Hauptmängel aufzeigt:
"Warum um alles in der Welt wird nie auf den Kopf gezielt, wenn jemand wirklich erschossen werden soll?!?" Das sollten sich Filmemacher in Zukunft mal fragen, aber wie gesagt: klasse Streifen, der einfach klasse Unterhaltung bietet…man darf nur nicht nach zu viel Tiefgang suchen…


Ich gebe "3'000 Miles To Graceland" glatte

80%!


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Das, was Dich früher oder später zerstören wird, ist die Versuchung, in den Chor Deiner Kritiker mit einzustimmen, um sich deren Wohlwollen zu erkaufen!

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: am 2001-08-08 16:27 ]</font>