Original-Titel: The Hunt For Red October
USA 1989
Sprache: englisch
Regie: John McTiernan
Darsteller: Alec Baldwin (Jack Ryan), Sean Connery (Kapitän Ramius), James Earl Jones (Admiral Greer), Scott Glenn (Commander Bart Mancuso), Sam Neil (Vasily Borodin), Tim Curry (Dr. Petrov)


1984, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges: Die Russen feiern ihre neuste Errungenschaft, ein mit Atomwaffen bestücktes U-Boot der Taifunklasse namens "Roter Oktober", das beinahe lautlos fährt und für den Gegner fast unmöglich zu orten ist. Doch dann verlässt das U-Boot seine geplante Route und steuert geradewegs auf die amerikanische Küste zu.
Die Russen lassen die Amerikaner glauben, der Kapitän sei wahnsinnig geworden und plane einen Angriff auf die Vereinigten Staaten, CIA-Analytiker Jack Ryan ist hingegen überzeugt, Kapitän Ramius wolle überlaufen. Es beginnt eine gnadenlose Jagd beider Parteien auf "Roter Oktober".

"Jagd Auf Roter Oktober" ist der erste von bislang drei Verfilmungen der Tom Clancy-Romane mit der Hauptfigur Jack Ryan, es folgten "Stunde der Patrioten" (Patriot Games) und "Das Kartell" (Clear And Present Danger), in denen Harrison Ford den Part von Alec Baldwin übernahm.
Nichts desto trotz liefert Baldwin an eine überzeugende Leistung ab, die aber noch gesteigert wird von Sean Connery als undurchsichtiger russischer Kapitän Ramius (beachtlich: das teuerste Toupet aller Zeiten), der seine Verfolger das eine ums andere Mal beträchtlich in die Irre führt. Messerscharfe Dialoge liefern sich auch die Randfiguren wie der russische Diplomat und der amerikanische Verteidigungsminister, Szenen, die fast nur auf Anspielungen basieren.

Ein wesentlicher Bestandteil des Films ist nicht nur die militär-technische Genauigkeit der Romanvorlage (Clancy ist u.a. Autor mehrerer Sachbücher auf diesem Gebiet), sondern auch seine inhaltliche Spannung. Denn selbst wenn der Zuschauer bereits ahnt, was der russische Kapitän vorhat, überrascht er durch immer neue Hakenschläge und waghalsige Manöver wie die Verfolgungsjagd zweier U-Boote durch einen Unterwasser-Canyon: nur wenige Meter entfernt von den massiven Felswänden weicht "Roter Oktober" in buchstäblich letzter Sekunde einem Torpedo aus (tolle Kamerafahrt).
Die Crew, die nicht in Ramius’ Pläne eingeweiht ist, ist indessen hin- und hergerissen zwischen lähmender Angst ob der bedrohlichen Situation und bedingungslosem Vertrauen in ihren Kapitän und so wird die Jagd zu einem wahren Psycho-Krieg zwischen sämtlichen Beteiligten mit einem äußerst raffinierten Ende, auch wenn die Handlung in einigen Punkten von der Romanvorlage abweicht.

Dass John McTiernan ein gutes Händchen hat für erstklassige Action-Filme, hat er u.a. mit "Stirb Langsam 1 & 3", "Predator" oder dem "13. Krieger" bewiesen. Auch wenn in diesem Streifen die Action nicht zu kurz kommt, steht hier vor allem das psychologische Spiel seiner hochintelligenten Charaktere im Vordergrund. Mehr als einmal stehen gewichtige Entscheidungen auf Messers Schneide oder hängt das Schicksal der U-Boot Besatzung am seidenen Faden.
Zwar geht es in "Jagd auf Roter Oktober" nicht so klaustrophobisch-kalt zu wie beispielsweise in Wolfgang Petersens "Das Boot", und manchmal könnte man Clancy und McTiernan sogar vorwerfen, das Geschehen eine Spur ZU heroisch dazustellen, dennoch gleitet der Film zu keinem Zeitpunkt ab in übertriebenen Patriotismus, wie es in anderen Militär-Filmen oft zu beobachten ist.

Summa Summarum bietet der Film eine perfekte Mischung aus Action und Psycho-Duell, wie es spannender nicht hätte umgesetzt werden können.
Auch die anderen beiden eingangs erwähnten Clancy-Verfilmungen sind von ähnlichem Kaliber und der z.Zt. in Produktion befindliche "Sum Of All Fears" läßt trotz meiner Skepsis bezüglich des Castings auf einiges hoffen.

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Teffi-San am 2001-07-17 17:00 ]</font>