Titel:"The Lord of the Ring´s"
Land: USA
Jahr: 1978
Sprache: English
Genre: Fantasy/Zeichentrickfilm
Regie: Ralph Bakshi



Ich muss hier endlich mal meinen Frust über Ralph Bakshi´s filmische Interpretation meines Lieblinsgromanes preisgeben.
Er hatte sich damals die schwierige Aufgabe gemacht den "Herr der Ringe" von John Ronald Reuel Tolkien zu verfilmen.

Wem die Geschichte des "Herr der Ringe" nicht bekannt ist, ich hoffe es gibt nicht viele unter euch die seine Bücher noch nicht gelesen haben, denn sonst habt ihr etwas großartiges verpasst! Denjenigen kläre ich jetzt ein wenig über die Geschichte des Buches auf...

Insgesammt besteht der "Herr der Ringe" aus drei Büchern, ursprünglich eigentlich sechs einzelne Bücher. Der erste Band "Die Gefährten" (The Fellowship of the Ring", der zweite Band "Die zwei Türme" (The Two Towers) und schließlich der letzte Band mit dem Titel "Die Rückkehr des Königs" (The Return of the King).
Ich versuche hier, das unmögliche, in ein paar Sätzen wenigstens eine kleine Inhaltsangabe des Fantasybuches wiederzugeben:

Der tapfere, kleine Hobbit Frodo Beutlin bekommt vom großen Zauberer Gandalf einen Auftrag, bei dem das Schicksal seiner zauberhaften Heimat Mittelerde" auf dem Spiel steht: Im Land des dunklen Herrschers Sauron, Mordor, soll er einen sagenumwobenen Zauberring ins Feuer des Schicksalsberges werfen um diesen Ring zu vernichten und damit Saurons Macht entgültig zu zerschlagen. Denn Sauron hat es auf den Ring, mit dem er die ganze Welt kontollieren kann, abgesehen. Sollte er den Ring bekommen bevor Frodo ihn zerstören kann, so wird er nicht nur das Schattenreich, sondern ganz "Mittelerde" mit seiner bösen Herrschaft überziehen und alles Gute zu vernichten...

Das ist natürlich nur der ganz grobe Inhalt der Geschichte. Es ist eine sehr komplexe Geschichte die in über eintausendeinhundert Seiten erzählt wird. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Handlung sehr stark weiter, es gibt sehr viele Veränderungen der einzelnen Hauptpersonen und natürlich viele außergewöhnliche Orte zu entdecken, die zu beschreiben hier zuviel Zeit in Anspruch nehmen würde.
Nur soviel sei gesagt, der "Herr der Ringe" war das erste richtige Fantasybuch mit epischem Ausmaße. Es wurde eine seher komplexe Geschichte geschaffen mit vielen mythischen Kreaturen und fantastischen Helden. Es geht, wie so oft, um DEN Kampf zwischen Gut und Böse, und um das Böse zu bezwingen müssen alle Völker von Mittelerde sich veründen. Hobbits, Zauberer, Zwerge und Elben müssen zusammenhalten.
Aber eigentlich sollte das hier keine Hommage an das Buch, sondern eine Filmkritik an Bakshi´s "The Lord of the Ring´s" werden, also fange ich mal an:

Ich emfpand den Film als eine sehr große Enttäuschung. Mit diesen 128 Minuten Zeichentrickfilm wurde Bakshi der Buchvorlage alles andere als gerecht. Er hatte jedoch auch nur ein geringes Budget zur Verfügung und von daher konnte er nur 1 1/2 drittel der Vorlage realisieren. So konnte sich die Geschichte des Filmes nur bis zur Hälfte des zweiten Buches (The Two Towers) entwickeln.
Aber auch das änderte nichts an der Tatsache, wie wenig die Charaktere den Romanen gleichkamen, es wurden außerdem viele Stellen ausgelassen, und komplette Figuren aus dem Film gestrichen. Die Handlung schreitet im Film im Sekundentakt sehr weit. In Einer Sekunde von Bakshi´s Film wurden über 100 Seiten des Romanes behandelt.
Viele Figuren wurden meiner Meinung nach sehr schlecht gezeichnet, und animiert dargestellt. Boromir sieht aus wie ein Wikinger, Elrond gleicht Julius Caesar, und Legolas Grünblatt sieht warhaftig aus wie ein Ballettänzer. Nicht alle Szenen des Filmes sind reine Zeichentrickeinstellungen, sondern wurden mit realen Aufnahmen vermischt. Diese, damals, völlig neue Technik sieht nun nach fast 23 Jahren sehr miserabel aus, und nimmt dem ganzen Film seine Glaubwürdigkeit. Alles in allem eine sehr miserable Umsetzung des literarischen Meisterwerks.
Ralph Bakshi hätte es lieber ganz sein lassen sollen, nachdem er aufgrund des mangelnden Budgets nicht mehr die vollständige Trilogie verfilmen konnte.
Für alle die jetzt trotzalledem vorhaben sollten, sich Bakshi´s Werk anzusehen, die sollten sich vorher den "Herr der Ringe" auf jeden Fall durchlesen!!!

Und obwohl Bakshi erst kürzlich, vielleicht um mal wieder ein wenig die Öffentlichkeit auf seine Person zu ziehen, ein Interview gab indem er preis gab das es unmöglich wäre den "Herr der Ringe" zu verfilmen. Auch wenn man es 100.000.000 Mal probieren würde. Naja das komplette Interview könnt ihr euch gerne auf http://www.canoe.ca/JamLordOfTheRings/j ... i-can.html durchlesen. Ist der Mann nicht sympathisch Wie nett er über die Crew spricht, die sich jetzt der Aufgabe stellen eine Realverfilmung zu kreieren.

Ich bin auf jeden Fall frohen Mutes und voller Hoffnung für die kommenden Realverfilmungen des neuseeländischen Regiesseurs, Peter Jackson. Bis jetzt hat mich noch keine Nachricht über seine Interpretation der Trilogie und keines der über 250 im Netz veröffentlichten Bilder auch nur annähernd enttäuscht. Auch habe ich mit Freuden das sogennante "Cannes Booklet" gelesen, was einfach umwerfend geschrieben ist, und jedem Gast bei der "Cannes Premieren Feier" ausgehändigt wurde. Mittlerweile bekommt ihr es aber als pdf Datei auf der offiziellen Seite unter http://www.lordoftherings.net!

Obwohl ich hier so über Bakshi´s Interpretation des Fantasyromanes hergezogen habe, bin ich nicht ganz negativ auf den Mann und seine anderen Arbeiten eingestellt. "Fritz the Cat" (ein Zeichentrickfilm nur für Erwachsene) fand ich z.B. klasse :wink:

Aber das was der wehrte Mensch mit dem "Herr der Ringe" gemacht hat, ist alles andere als sehenswert und gibt Tolkiens Werk nicht mal annähernd in seiner ganzen Pracht wieder.



<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matt. am 2001-06-25 12:53 ]</font>