Titel: "Pay It Forward"
Land: USA
Jahr: 2000
Sprache: Englisch
Genre: Drama
Regie: Mimi Leder
Darsteller: Kevin Spacey, Haley Joel Osment, Helen Hunt, Jay Mohr
FSK: ab 12


In "Pay It Forward" erzählt uns "Deep Impact"-Regisseuren Mimi Leder nach dem Roman von Catherine Ryan Hide die Geschichte eines Lehrers, dargestellt von Kevin Spacey, welcher im Sozialkundeunterricht seinen Schülern der 7. Klasse die Aufgabe gibt, die Welt zu verbessern. Der elfjährige Trevor (Haley Joel Osment) denkt sich dafür das Prinzip des "Weitergebens" aus, welches darauf beruht, daß jeder Mensch einem anderen etwas Gutes tun soll und daß dieses Gute immer weitergegeben wird. Eine Idee, die zum großen Erfolg wird...

An diesem Film am besten gefallen haben mir die Darsteller. Der zweifache Oscar-Gewinner Spacey gibt wie gewohnt eine Glanzleistung als von Verbrennungsnarben entstellter Lehrer, mit einer traurigen Vergangenheit ab und auch die sympathische Helen Hunt versteht es ihre Rolle als alkoholsüchtige Mutter Trevors glaubwürdig an den Mann zu bringen. Mit Trevor wären wir dann auch schon bei Haley Joel Osment, der nach "The Sixth Sense" wieder einmal seine unglaubliche Begabung zeigt und mühelos mit seinen erwachsenen Kollegen mithalten kann. Der Film macht in den ersten 1 1/2 Stunden auch wirklich Spaß und erscheint als überaus gelungener Unterhaltungsfilm mit einer cleveren Filmidee und - wie gesagt - hervorragenden Darstellern. Auch die sich anbahnende und von Trevor initiierte Romanze zwischen Lehrer Simonet und Trevors Mutter, also zweier absolut nicht perfekter Menschen, mitten in der Schein- und Glitzerwelt von Las Vegas, fand ich vor allem zu deren Beginn sehr schön und gelungen. Dann aber, wenn sich das Drama dem Ende zuneigt, zeigt sich, was die Mimi Leder auch schon mit "Deep Impact" gemacht hat. Diese Frau muß eine Vorliebe haben für Sentimentalität und groben Kitsch. Anders ist die die melodramatische und aufgesetzt wirkende Endphase nicht zu erklären. Dieser Schluß will so zwanghaft dramatisch und ergreifend sein, daß er genau das Gegenteil erreicht: Er wirkt unfreiwillig komisch. Es handelt sich hierbei letztlich um übertrieben sentimentales Gefühlskino, frisch aus der Massenfilmfabrik Hollywood. Somit bleibt von "Pay It Forward" leider nichts mehr übrig als der starke Eindruck der ersten 1 1/2 Stunden und die Gewissheit, daß man einen Film auch auf der sprichwörtlichen Zielgraden noch gründlich vermiesen kann.

"Pay It Forward", ein enttäuschender Film!


Wertung: 59 %

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LesterBurnham am 2001-04-09 22:03 ]</font>