Titel: Erin Brokovich
Genre: Drama
Land: USA
Jahr: 2000
Regie: Steven Sonderbergh
Darsteller: Julia Roberts, Albert Finney

Die zweimal geschiedene, ungebildete Mutter von drei Kindern Erin Brokovich (Julia Roberts) erkämpft sich nach mehreren Abweisungen einen Job als Anwaltsgehilfin einer kleinen Kanzlei. Durch Zufall deckt sie einen Umweltskandal auf und bringt damit ihren Chef dazu, den größten Fall dieser Art anzustrengen.

Julia Roberts ist Erin Brokovich. Eine erfolglose ehemalige Schönheitskönigin mit drei Kindern, dafür ohne Geld. Aber sie findet Arbeit in einer Anwaltskanzelei. Und siehe da: die kleine, nicht ausgebildete, ohne jegliche Erfahrung in Sachen Jura, Erin Brokovitch stolpert durch Zufall über einen Umweltskandal (mehrere Menschen sind an Krebs erkrankt, da eine nahe an einem wohngebiet gelegene Fabrik das Grundwasser mit Chemieabfällen verseucht). Und sie engagiert sich, kämpft, mobilisiert eine Menge Leute und gewinnt.
Siehe da! Leute, nein, studiert nicht Jura! Wenn ihr erfolgreiche, hochbezahlte Anwälte werden wollt, zeigt euch dieser Film, wie man das am geschicktesten anstellt. Sofern ihr weiblich und einigermaßend gut gebaut seid, zieht aus möglichst gar nichts bestehender Kleidung an (so dass sich der Stoffanteil und euer IQ im Verhältnis zueinander so in etwa aufwiegen) und nehmt eine alte Akte, die schon zirka 1000 Anwälte (das sind Menschen, die so unvernünftig waren, Jahre ihres Lebens mit Jurastudium zu verschwenden, dafür aber anscheinend zu blöd sind, einen offentsichtlichen Skandal zu erkennen, wenn er direkt vor ihren Augen liegt) vor euch durchgesehen ergebnislos durchgesehen haben, findet den Skandal und werdet berühmt.
Dieser Film ist sicherlich gut gemeint gewesen, aber Julia Robert's Tops überspielen leider die Tragik des Falls. Und außerdem stellt der Film vieles zu positiv dar.
So wird den an Krebs erkrankten Opfern am sehr vorhersehbaren Ende die erwirkte Schadensersatzzahlung als eine Art all-round-Problemlösung präsentiert und alle sind glücklich. Natürlich, es ist großartig, dass sie eine Milliarden-Zahlung erwirken konnten, aber die Menschen haben immer noch unheilbaren KREBS und werden wahrscheinlich höchstens noch ein paar Jahre leben. Da hilft auch das Geld nichts.
Und auch dass Erin letztendlich ohne Ausbildung als Anwältin pratizieren darf, halte ich für ein ein wenig auf "Hollywoodgerecht" zugeschnitten.
Der ganze Film ist einfach viel zu naiv inszeniert.
Der Film sagt zwar von sich daß er "true story based" ist, aber die Geschichte wirkt einfach zu unglaubwürdig. Auch von dem Verfahren, auf das fast den ganzen Film hingearbeitet wird, zeigen sie uns fast gar nichts, obwohl das sehr interessant hätte werden können. Man wird gleich vor vollendete Tatsachen gestellt.

Prozentwertung: 22%
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mundus vult decipi

<font size=-1>[ This message was edited by: the talented Miss Ripley on 2001-02-04 11:49 ]</font>