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Thema: "The Green Mile"

  1. #1
    Statist
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    The Green Mile

    Titel: The Green Mile
    Genre: Drama
    Land: USA
    Jahr: 1999
    Regie: Frank Darabont
    Darsteller: Tom Hanks, Gary Sinise

    John Coffey sitzt zu Unrecht in der Todeszelle.Er soll zwei kleine Mädchen umgebracht haben. Er beteuert zwar immer wieder, das nicht verbrochen zu haben, doch John Coffey ist schwarz und wird verurteilt. Einer der Wächter des Todestraktes, Paul (Tom Hanks), fängt schon bald an, an Coffey's Schuld zu zweifeln und als Coffey, der übersinnliche Kräfte besitzt, hinter Gittern einige Wunder vollbringt, stürzt dies Paul in einen Konflikt zwischen Gesetz und Gewissen.

    Auch ich gehöre zu den Menschen, die damals, als Stephen King "The Green Mile" als Fortsetzungsroman veröffenlichte, jeden Monat gespannt zum Buchhändler gehetzt sind, um sich den nächsten Teil anzueignen. Entsprechend gespannt war ich natürlich auf die Verfilmung, doch was einem mit diesem Film vorgesetzt wurde, ist einfach eine Beleidigung für jeden klaren Verstand. Die spannende und bewegende Vorlage wurde in zweifelslos mühsamer Kleinstarbeit in ein langweiliges, uninteressantes und kitschiges Rührstück verwandelt, das sich noch dazu fast endlose drei Stunden hinzieht. Die ineinander verknüpften Handlungsstränge wurden, wohl um das Publikum nicht zu überfordern, lieblos aneinandergereiht. Und die Figur des John Coffey wird mit dem Fortschreiten des Films immer mehr zu einer Art Jesus Christus ausgebaut, dessen Fähigkeiten keine Grenzen kennen. Er heilt krebskranke und erweckt tote Mäuse wieder zum Leben (Damit wurde allerdings auch im Buch schon viel zu übertrieben). Yuhu. Ach ja, die Maus. Einer der Verurteilten, die im Todestrakt auf ihre Hinrichtung warten, hat nämlich ein kleinen Freund aus dem Tierreich, eine kleine Maus, der er kleine Kunststücke beibringt. Wie süß. Die Maus ist ja wirklich lieb aber es nervt nach einiger Zeit (so c.a. ab der 134 unnötigen Minute)und außerdem sollte dieser Film eine Kritik an der Todesstrafe sein, aber leider wird der Todestrakt so unrealistisch dargestellt, als ob man dort nur freundliche Menschen antreffen würde, viel Spaß hätte und die Verurteilten dort (die ja alle MÖRDER sind!) ja eigentlich auch ganz nett sind, sie mögen ja auch kleine Mäuse und könnten der süßen Maus ja nie etwas zu Leide tun (aber es sind MÖRDER!). Und auch die ganze Brutalität der Hinrichtung wird fast den ganzen Film übergangen (...nach dem Motto: "so schlimm ist es ja auch wieder nicht), erst am Ende gibt es eine Szene, die ist dann aber auch gleich so wiederlich, dass man das gesamte Popcorn, mit dem man sich in den letzten 186 min. versucht hat von diesem Grauen abzulenken, wieder von sich gibt.
    Was ich außerdem noch nervig fand ist die Sache mit dem Ausschnitt eines Fred-Astaire-Films am Anfang, den der alte Paul im Altenheim sieht. Als sie in diesem Film anfangen "I'm in heaven" zu singen, bricht Paul in Tränen aus. Mit der Bedeutung dieser absoluten Gipfelung des in diesem Film celebrierten, hemmungslosen Kitsches wird man bis zu dem, an dieser Stelle des Films noch in weiter Ferne befindlichen Endes alleine gelassen. Nun fragt man sich also die ganze Zeit was hat das mit John Coffey zu tun. Und die Auflösung dieses Mysteriums hat letztendlich nicht wirklich viel mit dem Thema zu tun.
    Schade, das sich die Macher nicht näher an die Vorlage gehalten haben und solch unnötigen Quatsch eingebaut haben.

    Prozentwertung: 17%
    -----------------
    mundus vult decipi
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  2. #2
    Regisseur
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    The Green Mile

    Hallo MISS RIPLEY!

    Ich weiß ich hab immer etwas an deinen Kritiken zu meckern, aber diesmal gebe ich dir recht. Der Film lebt von Gut Böse Klischees und ist auch noch total sentimental.
    Aber das du ausgerechnet den Fred Astaire Film ausschnitt kritisiert verstehe ich nicht. Ich finde diese Szene zeigt genau die Magie des Mediums Film. Ich meine jeder verbindet doch mit bestimmten Filmen irgendwelche Erinnerungen und das wird auch im Film gezeigt, was ist daran verkehrt??
    Verpasst du auch einem Mann eine Fussmassage?

  3. #3
    Statist
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    The Green Mile

    hi Vincent,
    sicherlich hat es immer etwas wundervoll magisches an sich, wenn man nach Jahren einen Film sieht, mit dem man ganz bestimmte persönliche Erinnerungen verknüpft.
    Ich finde es ja nur etwas sehr übertrieben, dass ein zum Tode verurteilter Mensch, der am nächsten Tag hingerichtet werden soll, als letzten Wunsch äußert, einmal einen Fred Astaire Film sehen zu wollen. Ich meine, hat dieser Mann in seinen letzten Stunden keine anderen Gedanken?
    Diese Szene wirkt dadurch ein wenig so, als hätte der Autor verkrampft versucht, eine Brücke von Paul's Vergangenheit in seine jetztige triste Gegenwart zu schlagen, was ihm meiner Meinung nach phenomänal mißglückt ist.
    Der beste Film zum Thema "Magie der Filme" ist meiner Ansicht übrigens immer noch "Cinema Paradiso".
    mundus vult decipi

  4. #4
    Regisseur
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    The Green Mile

    Hi Miss Ripley!

    Ich weiß ich hab immer was zu meckern, aber schließlich ist das ja ein forum wo sowas erwünscht ist. Erstmal zu dem Satz das du es übertrieben findest, dass ein Todeskandidat sich als letzten Wunsch einen Film wünscht.
    Ich glaube alle letzten wünsche sind in dieser Art z.B. wünschen sich die meisten
    Todeskandidaten vor Ihrer Exucution ihr Lieblingsessen oder ähnliches, was viele als Kleinichkeiten sehen. Ich bin zwar kein mörder, oder sowas, aber ich würde mir vielleicht in so einer Situation PULP FICTION als letzten Wünsch wünschen. Halte mich meinetwegen dafür für übergeschnappt.
    Und dieser Film ist eine reine Fiction mit keinem authentischen Hintergrund. Da versteh ich den Satz nicht, dass das ein Bisschen übertrieben sein soll. Das klingt so als ob du alles am Film noch abkaufen würdest nur diese Szene wäre die Krönung. Eine Fiction kann garnicht übertreiben, es gibt viel schlimmere Szenen, wo das zutreffen würde.
    Das ist als wenn du dir mit deinen Freunden einen Zombiestreifen antun würdest und damit die ganze Zeit sagen würdest: 'So ein Schwachsinn ,das ist ja alles nur übertrieben.'
    Nichts für ungut Ms. Ripley.
    Ich finde den Film auch ziemlich mißlungen, aber diese Szene ist eine Ausnahme in diesem Film.
    Aber ich finde es schön, dass du Cinema Paradiso erwähnst und ich hatte fast gedacht, ich wäre der einzige für dem der Film wasbedeuten würde.
    Verpasst du auch einem Mann eine Fussmassage?

  5. #5
    Regisseur
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    The Green Mile

    Hey, hey... mir bedeutet dieses Meisterwerk des wunderschönen, italienischen Erzählkinos auch eine ganze Menge! Das wollte ich nur einmal gesagt haben... :wink:

  6. #6
    Statist
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    The Green Mile

    Hi Vincent,
    mir wäre ehrlich gesagt auch vor Deinem freundlichen Hinweiß darauf klar gewesen, dass der Film reine Fiction ist.

    Ich bin einfach der Ansicht, dass diese Szene schwachsinnig und vor allem wie der Rest des Films wahnsinnig kitschig ist. Das ist nun einmal meine Meinung.
    Ich denke, dass es selbstverständlich ist, dass jeder zu bestimmten Szenen in Filmen seine eigenen Gedanken hat, und sich diese sehr oft von den Meiningen anderer unterscheidet. Lassen wir es einfach darauf beruhen, dass Du die Szene eben magst, und ich nicht.
    Wenn wir jetzt über jede Szene, bei der sich unsere Gefühle teilen diskutieren, sitzen wir wahrscheinlich in hundert Jahren noch hier.

    Nur noch etwas:
    Schön, dass wir bei "Cinema Paradiso" gleicher Meinung sind. Ich hatte auch schon fast gedacht, dass hier außer mir keiner diesen Film kennt...

    _________________
    mundus vult decipi

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: the talented Miss Ripley am 2001-02-16 19:51 ]</font>
    mundus vult decipi

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