Pünktlich zur Weihnachtszeit 2013 lässt uns Peter Jackson wieder an den Abenteuern rund um Bilbo Beutlin und Mittelerde teilhaben. Nach dem erfolgreichen Auftakt der Triologie zu Tolkiens ,,Der kleine Hobbit'' vor einem Jahr geht die Reise der Gemeinschaft rund um einen Hobbit und 13 Zwergen weiter. Doch schafft es Jackson uns abermals dermaßen in den Bann zu ziehen wie es ihm Anfang des 21 Jahrhunderts mit dem Dreiteiler ,,Der Herr der Ringe'' gelungen ist?
Die Geschichte erzählt sich zunächst so einfach wie ein phantastisches Heldenlied, welches nur aus Mittelerde, der Heimat von Hobbits, Orks und Elben, entspringen kann. Der unscheinbare Hobbit Bilbo Beutlin, verkörpert vom großartig agierenden Martin Freeman, verlässt seine geliebte Heimat, um zusammen mit einem Zauberer (Ian McKellen) sowie 13 Zwergen das ferne Zwergenreich Erebor mit all seinen Schätzen von dem mächtigen Drachen Smaug zurück zu erobern. Um jedoch dorthin zu gelangen ist die Gemeinschaft auch im zweiten Teil nicht vor Gefahren und unliebsamen Umwegen gefeit. Sie Übernachten bei einem Geschöpf halb Mensch halb Bär, Wandern durch den Finsterwald voll hünenhafter Spinnen und werden von Waldelben gefangen. Dort gibt es für die ,,Der Herr der Ringe'' Fans ein Wiedersehen mit dem Elben Legolas ( Orlando Bloom), dessen weibliches Pendant die Elbin Tauril darstellt. Auch wenn die Freude unter eingefleischten Fans der Prequels groß sein muss, Legolas nach 10 Jahren wieder den Bogen auf der Leinwand spannen zu sehen, dient sein Zweck nicht mehr als ebene diesem. Und auch die Liebesgeschichte die subtil zwischen Taurill und dem Zwerg Kili zu etablieren versucht wird wirkt etwas fehl am Platz und man bekommt unvermeidlich den Eindruck, mit diesem Subplot versuche der Film lediglich platt und formelhaft eine kommerziell erfolgssteigernde Liebesgeschichte unterzubringen. Der Dramaturgie ist dabei jedoch nicht geholfen. Und von diesen Nebenplots hat der Film leider zu viele. Sie verhindern Spannung und lassen den Film langatmig erscheinen auch wenn er versucht, dies mit überlangen Actionscenen zu kompensieren. Man merkt dem Film an, dass die eigentliche Handlungen in einem etwa 300 Seitigen Buch geschrieben ist und damit nun versucht wird, eine 9 Stunden Triologie zu füllen. Zu oft geht der Focus weg von der eigentlichen dramatischen Prämisse und der Film schafft es somit nicht, den Zuschauer dauerhaft zu binden. Man muss jedoch dazu sagen, dass die visuelle Strahlkraft des Films über alle Zweifel erhaben ist und er auch einige Highlights zu bieten hat. Darunter zählt zum einen der Besuch der Gruppe in Seestadt, welche von einem habgierigen und machtsüchtigen Bürgermeister regiert wird und optisch wirkt als wäre sie direkt aus Dickens Feder entstanden. Eindrucksvoll ist auch der Auftritt des riesigen Drachen Smaug, dem Benedict Cumberbatch seine Stimme lieh.
Jeder Film, der das Erbe von ,,Der Herr der Ringe'' antritt hat ein schweres Los und leider wird ,,Der Hobbit Smaugs Einöde'' diesem Anspruch nicht ganz gerecht, was ihn nicht automatisch zu einem schlechten Film macht. Und wenn der Film mit einem aus Erebor emporsteigenden, goldgetränkten Smaug, der an Seestadt Rache nehmen ausblendet und einen verzweifelten Bilbo Beutlin zurück lässt ist sicher, dass man im kommenden Jahr zur selben Zeit wieder gespannt und voller Hoffnung im Kino sitzen wird.