Dt.Start: 17. Februar 2011
FSK: ab 12
Genre: Drama
Länge: 93 min
Land: USA, UK
Darsteller: James Franco (Aron Ralston), Amber Tamblyn (Megan), Kate Mara (Kristi), Clémence Poésy (Rana), Lizzy Caplan (Sonja), Kate Burton (Mrs. Ralston), Treat Williams (Mr. Ralston)

Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Simon Beaufoy, Danny Boyle


Worum geht es? Aron Ralston ist ein Adrenalienjunky der am Wochende Zuflucht in den Canyons sucht. Als er auf einer Wandertour von einem herrab fallenden Felsbrocken in einer Felsspalte eingeklemmt wird, beginnt für Ihn der Kampf seines Lebens.


Der Film beschäftigt sich mit der Reflektion des Charakters Aron Ralston, der in seiner misslichen Lage viel Zeit hat über seine Fehler nach zu denken. Ein effektvoller Film der nicht nur durch wundervolle Landschaftsaufnahmen, sondern auch durch experimentelle Kameraeinstellungen überzeugen kann. Obwohl man schon weiß, wie der Film endet, da er auf einer wahren Begebenheit beruht, kann er dennoch den Zuschauer fesseln. Es gibt viele Filme aus dem Horror und Spaltter Genre die im Gegensatz zu diesem tragischen Ende, harmlos wirken. Die Vorstellung, dass sich ein endkräfteter Mann mit einem stumpfen Taschenmesser den Arm abschneidet und dann mehrere Kilometer durch die Wüstenlandschaft läuft ist mehr als brutal. Danny Boyle kriert diese spannungsgeladene Szene mit einer Fülle von Nahaufnahmen und dem dazu passenden Soundtrack einer schrillen Geige. Eine perfekte Harmonie zwischen Bildern und Musik. Die ertückende Stimmung bewegt auf diese Weise auch den Zuschauer. Als ich im Kino saß, merkt ich wie beinahe alle Zuschauer in den Bann dieses Films gezogen wurden. Sie konnten die enormen Strapazen mitfühlen. Der Drang nach Wasser und Freiheit schien überhand zu nehmen. Als es dann zu der besagten, blutigen Szene kam, konnten nur wenige dem Ablauf der Bilder folgen. Zu angespannt und "wiederlich" waren diese Nahaufnahmen.

Der Film, welcher auf eine biografische Art und Weise die Lebensveränderung eins Mannes dokumentiert, vermittelt zugleich auch eine Botschaft. Wie reflektiert sich mein eigenes Verhalten auf meine Mitmenschen?! So lässt Aron Ralston sein bisheriges Leben für sich revuè passieren und erkennt seine Fehler. Sein eigener Stolz war vermutlich zu groß um Liebe für seine Familie und Freunde aus zu drücken. Sein Ego war zu groß um über seine Pläne zu reden. Er war ein Einzelkämpfer. So erkennt er spät, dass er über seinen eigenen Schatten springen und sein altes Leben hinter sich lassen muss. Genauso wie seinen eingeklemmten Arm von dem er einen Schnapschuß macht. Ich finde das diese Metapher ein überaus gelungenes Stilistisches Mittel von Danny Boyle ist. Er lässt somit einen Teil von sich Zurück um etwas neues zu beginnen. So stellt sein Tritt in die Feiheit eine Art Wiedergeburt dar. Ein neues Leben was ihm geschenkt wurde und womit er ab sofort geordneter und menschlicher mit umgeht. So könnte man die Begegnung mit dem Wasserloch, in dass er sich hinein fallen lässt als eine Art Taufprozess sehen.

Ein gelungener Film mit einer Selbstkritik die man, wenn man es zu lässt, auf sich selbst übertragen kann. Ein Film mit einer perfekten Harmonie zwischen Bildern und einer effektvollen Musik. Abgerundet wird dies durch die ausgezeichnete schauspielerische Qualität von Hauptdarsteller James Franco, dem man die Angst und Aussichtslosigkeit wirklich abkäuft.