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Thema: Hostel 3

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    Regisseur
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    Hostel 3

    DVD Start: 03. April 2012
    FSK: ab 18
    Genre: Horror, Mystery, Thriller
    Länge: 88 min
    Land: USA

    Darsteller: Kip Pardue (Carter McMullen), Brian Hallisay (Scott), John Hensley (Justin), Sarah Habel (Kendra), Chris Coy (Travis), Skyler Stone (Mike Malloy), Thomas Kretschmann (Flemming), Zulay Henao (Nikki), Nickola Shreli (Victor), Derrick Carr (Mossberg), Frank Alvarez (Mesa), Evelina Oboza (Anka), Kelly Thiebaud (Amy), Tim Holmes (Beardo)

    Regie: Scott Spiegel
    Drehbuch: Michael D. Weiss, Eli Roth


    Inhalt:

    Carter feiert mit seinen drei besten Freunden seinen Junggesellenabschied in Las Vegas. Nach einer durchzechten Nacht ist Mike verschwunden. Als sie sich mit der Prostituierten Nikki auf die Suche machen, geraten sie selbst in eine blutige Falle. So werden aus Freunden Feinde und der Kampf ums Überleben beginnt.


    Kritik:

    Nach dem ich von Eli Roth Hostel Part I und II begeistert war wollte ich mir auch den dritten Teil der Hostel Reihe nicht entgehen lassen. Gerüchte verrieten mir, dass der dritte Teil um einiges schlechter sein sollte als seine beiden Vorgänger. Eli Roth konnte ja mit dem zweiten Teil seiner Splatterorgie beim Publikum nur geringfügig punkten. Da Scott Spiegel die Zügel der Regie in die Hände nahm, war mir schon von vorne rein klar, dass dieser Film eine andere Richtung einschlagen wird. Und das tat er dann auch.

    Der dritte Teil hat mit Eli Roth Vorgängern nichts im geringsten gemeinsam. Einzig und allein das Hundelogo welches Symbolträchtig für den Jagdclub reicher und gelangweilter Geschäftsleute steht ist gleich geblieben. Der Film hat mich wirklich sehr enttäuscht. Die versprochene Gewalt blieb hier Stellenweise völlig aus. So werden zwei Foltterungen gezeigt und der Rest nur angedeutet. Auch hat der Film eine völlig andere Rahmenhandlung. Scott Spiegel versucht mit einer Eiversuchts/Liebesgeschichte eine Rahmenhandlung zu entwerfen, die dem Film eine tiefgründige Handlung verschaffen soll. Wie ich finde passt dies leider gar nicht in dieses Genre des Torture-Porns hinein. Der Film wird dadurch eher ins Lächerliche gezogen. Spiegel verschafft dem dritten Teil jedoch auch ein völlig andres Image. So passt sich die Story der edlen und prunkvollen Wüstenmetropole Las Vegas an. Wetten werden wie in einem Spiel auf die Foltermethoden und Überlebensdauer der Probanten abgeschlossen. So bekommt der Sadist Zuschauer die hinter einer Scheibe das Geschehen verfolgen können. Foltertheater statt düstere Kellerräume. Eine interessante Wendung die allerdings auf eine enttäuschende Art und Weise umgesetzt wurde. Die Folterungen sind viel zu kurz und stellenweise zensiert. Die schlechten Animationen unterstreichen da nur das billige Machwerk. So wird in keinem Moment Spannung aufgebaut. Sollte doch mal etwas Spannung aufkommen, so wird diese nicht lange gehalten, sondern gleich mit der Rahmenhandlung unterbrochen. Was bei Hostel Part I überzeugend war, kann hier leider nicht mithalten. So sind die Sadisten mehr ein Mittel zum Zweck als der eigentliche Bestandteil des Films. Wir erfahren keine Geschichte und bekommen auch keine Info über ihren Charakter bzw. über ihre Persönlichkeit. Eli Roth wollte mit seinen Filmen auf eine kranke Geselschaft hinweisen, in der Geld zu einem solchen Machwerk beiträgt. Der dritte Teil, vermittelt leider gar keine Botschaft. Er unterhält den Zuschauer wie auch die unzähligen Saw Fortsetzungen. So verliert der Film eindeutig an Aussage und macht ihn zu einem teilnahmslosen Metzelfilm.

    Man könnte den dritten Teil auch als eine Parodie ansehen. Viele Ideen sind aus den Roth Filmen kopiert. So gibt es auch hier einen Helden, der sich aus der Gefangenschaft befreien kann und die hiflose Frau rettet. Es ist eben nichts neues. Das womit der Film punkten könnte, nämlich neue und ausgefallene Foltterungen, sind ebenfalls sehr enttäuschend und teils ebenfalls kopiert. So kann der Film dem Zuschauer nicht neues bieten. Es gibt eben keine neue Geschichte die erzählt werden kann, wenn man nicht ganz auf den Ursprung der Hostel Filme verzichten will.

    Was ich dem Film jedoch gutschreiben möchte, sind seine überraschenden Wendungen. So liegt man mit vielen Situationen im dunklen, wenn man sich doch selbst gerade über den Verlauf des Films im Klaren zu sein scheint. So wird aus einem schüchtern wirkenden Jungenmann ein erbamungsloser Killer und aus einem besten Freund ein Mörder. Das Ende des Film wirkt für mich jedoch sehr an den Haaren herbei gezogen. Unrealistisch ist hier gar kein Ausdruck. Eine Wendung übertrifft die andere und so gerät der Film mehr und mehr zu einem billigen Horror-B-Movie. Die Suche nach dem verlorenen Freund erinnerte mich an Hangover und brachte mich leicht zum schmunzeln. Die Tatsache das die Folterprobanten in einer Art Hundekäfig eingesperrt werden und der Anfangs entführte Tscheche bis zum Schluß überlebt um mit Gruselgeschichten beim Publikum Spannung auf zu bauen ist mehr als makaber. Dann gibt es ja noch die Eifersuchtsgeschichte. Ein Freund der den anderen wegen der großen Liebe umbringen möchte um sie dann tröstend ins Bett zu kriegen. Als der Böse dann am Ende im Keller eines Einfamilienhauses mit einem Gartengerät umgebracht wird, stand für mich fest ... Dieser Film ist mehr als eine schlechte Parodie. Ein Versuch, Tiefgründig zu sein, der vollkomen in die Hose ging. Am Ende kann man sagen, dass der versuchte Horror/Spaltter Film zu einer schnulzigen Parodie der ersten Hostel Filme wurde. Die Rahmenhandlung nimmt überhand und die eigentlichen Spalttereffekte kommen hier viel zu kurz. So wird Hostel Part III am Ende zu einem Runningmovie mit Happy End. Eli Roth kann eben so schnell niemand etwas vor machen.

    Ein Film, auf den man wirklich verzichten kann. Wer blutige und spannende Spalttereffekte sehen möchte, der kramt lieber die alten Hostel Film aus. Hostel Part III ist mehr als ein schlechter Film mit einer noch schlechteren Umsetzungen. Einzig und allein was hier Punkten kann, sind Überraschungsmomente und schauspielerische Leistung. Spannung ist hier mehr als fehl am Platz. Schade!
    Geändert von VeRnE (10.04.2012 um 01:31 Uhr)
    Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

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