Und direkt noch eine Kritik von uns vom Logenzuschlag.de Team:

Die Filmindustrie hat drei Komponenten, die aktuell beinahe jeden Film aufzuwerten versuchen. Diese Sind Zombies, der Weltraum und Nazis.
Mit „Iron Sky“ bietet uns Regisseur Timo Vuorensola (Star Wreck) eine Mischung aus zwei dieser Komponenten: Nazis und der Weltraum.
Und dieser Mischung nehmen wir uns in folgender Kritik einmal an.

Worum geht’s?

1945, am Ende des zweiten Weltkrieges fliehen Nazi-Wissenschaftler und Soldaten mit hochentwickelten “Reichsflugscheiben“ von einer geheimen Polarstation in Neuschwabenland auf die „dunkle Seite des Mondes“. Während ihres 73-jährigen Exils errichten sie auf der dunklen Seite den Stützpunkt „Schwarze Sonne“ und bauen ihre Geheimwaffe, sowie eine Armada von Raumschiffen, um eines Tages Vergeltung üben zu können. Als im Jahr 2018 die Amerikaner erneut auf den Mond fliegen decken sie das Geheimnis auf…



Was bekommen wir zu sehen?
Erste Kritiken am Inhalt und Umsetzung des Films wurde spätestens mit Erscheinen des Trailers laut. Diese befürchteten, dass der Film ein falsches Bild der Nationalsozialisten darstellen könnte.
Wer sich den Film ansieht wird eines anderen belehrt. Bereits die Eröffnungssequenz gibt klar an, in welche Richtung der Film weiter verläuft. „Iron Sky“ bietet die volle Palette an Klischees. Dabei ergreift Regisseur Timo Vuorensola keine Partei. Ob es nun die Nazis, die amerikanische Regierung oder ein beliebiges anderes Oberhaupt eines Staates ist, jede Seite wird vollends satirisch dargestellt. Dabei driftet der Film aber nicht ins lächerliche ab. Die einzelnen Organisationen werden in sich schlüssig und authentisch dargestellt. Ebenso wird auf ihre jeweiligen Stärken und Schwächen hingewiesen, und das so dreist und unumgänglich, dass sich der Zuschauer selbst keiner der Seiten zugehörig fühlt, geschweige denn fühlen will.

Großartige Wendungen in der Handlung darf man hingegen nicht erwarten. Diese ist früh zu erahnen und verläuft verhältnismäßig stringent ab, trotzdem wird der Film beinahe nie langweilig. Es werden genug verschiedene Handlungen gleichzeitig geführt, die alle nebeneinander herlaufen und zugleich miteinander zu tun haben. Und all diese Stränge schließen sich am Ende zu einem Gewebe zusammen, dass in sich schlüssig erscheint und beinahe keine Schwächen zeigt.

Man darf aber nicht annehmen, dass der Film keinen Rückhalt findet. Trotz aller Selbstironie vermittelt der Film durchgehend eine leicht verständliche Kritik, die perfekt in die Handlung und Charakteren eingearbeitet wurde, sodass sie auch nach dem Film noch präsent ist und zum denken anregt. Vor allem das Ende des Films wirkt wie ein Schlag in die Magengegend. Während die letzte Szene noch amüsant und überspitzt dargestellt wird wirken Bild und Musik im Abspann äußerst ernüchternd. Auch hier schafft es der Film den Zuschauer zum denken anzuregen, sodass man sich selber nicht unbedingt im klaren darüber ist, ob die Nazis letztendlich wirklich die größte Bedrohung des Filmes darstellen.

Nett sind auch diverse „Zitate“, die der Film einem bietet. Ob „Der Untergang“ oder „Star Treck“; Wer ein Auge dafür und Spaß daran hat, solche Anspielungen zu finden, wird sie perfekt verpackt vorfinden und sich daran erfreuen, denn trotz der Tatsache, dass es eben nur „Zitate“ sind passen sie so gut ins Filmkonzept, dass sie auch direkt hier hätten geboren sein können. Wer sich nicht darauf konzentriert wird nicht merken, dass die entsprechende Szene hier nur „eingesetzte“ wurde, der Filmverlauf läuft flüssig weiter.

Trotzdem ist der Film nicht für jeden etwas. Letztendlich bleibt er übertrieben und vorallem – Trash! Mit einem Budget von knapp 7,5 Millionen Euro hatten die Produzenten nicht die Möglichkeiten bei den großen Hollywood-Vorbildern mitzuspielen, und eben darauf muss sich der Zuschauer einlassen. Wer mit der Thematik oder der Machart nicht zurecht kommt wird vom dem Film auch nicht umgestimmt oder positiv überrascht werden. Er erfüllt letztendlich nur die Erwartungen, die er für sein Genre erfüllen muss. Er zeigt gutes Popcornkino und kitzelt so manch einen bösen Lacher aus einem heraus.
Der Trailer zeigt genau das, was der Film schlussnedlich ist: ein satirischer-science-fiction-Film über Nazis die über 70 Jahre auf der dunklen Seite des Mondes lebten und ihren Weg zurück auf die Erde planen. Und wer sich vom Trailer angesprochen fühlt und nicht mehr erwartet als das, was er dort zu sehen bekommt, dürfte vollends befriedigt werden. Alle anderen sollten diesen Film vorsichtig, vielleicht auch gar nicht genießen. Denn letztendlich hat jeder seinen eigenen Geschmack, und genau dass zeigt „Iron Sky“ überaus deutlich. Er ist ein Film, der nicht für jeden geeignet ist.