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Thema: In Time

  1. #1
    Nebendarsteller Avatar von dirac
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    In Time

    In Time 6/10 - Ja, schonmal wesentlich besser als der 08/15 Plague- Affenfilm, aber trotzdem leider mit einigen unübersehbaren Schwächen. Zunächst mal zu den Darstellern, trotz einiger overactender Möchtegern De Niros in den Nebenrollen und einem immernoch kritisch beäugten Populärmusiker in der Hauptrolle, ist das Acting durch die Bank hindurch ganz ordentlich, zumindest wesentlich erträglicher als das in Rise of the PotA. Hierbei muss jedoch angemerkt werden, dass leider die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren Justin Timberlake und Amanda Syfried nicht wirklich zu stimmen scheint, das Pärchen wirkt bis zuletzt wenig innig, was nicht zuletzt auch der recht unerfahren wirkenden Inszenierung zuzusprechen ist. Naja verschmerzbar, aber was zeichnet den Film letztendlich aus? Ganz klar die Story. Ewig nicht so ein interessantes sozialkritisches Geschichtchen gesehen, werde das mal kurz ausführen ohne zu sehr ins Detail zu gehen, um die Erfahrung beim ersten Sehen nicht zu verderben.

    Die Handlung spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der es nur noch eine einzige zentrale Ressource gibt, die Lebenszeit. Nachdem es die Gentechnik vollbrachte jedem Menschen ab dem Alter von 25 Jahren das Alterungsgen abzuschalten, existiert in dieser Welt lediglich ein einziges Zahlungsmittel, die Lebenszeit, man bezahlt also mit seinen verbleibenden Lebenssekunden, -minuten -tagen etc, welche man stets wie eine digitale Armbanduhr, im Handgelenk numerisch eingeprägt, mit sich herumträgt und für Bezahlvorgänge per Handshake nutzt. Die kostbare Ressource Lebenszeit ist in dieser Zukunftsgesellschaft jedoch extrem ungleich verteilt, während die Wohlhabenden quasi unendlich lange und im Überschuss leben, indem sie die sozial schwächer gestellten ausbeuten, müssen die Armen in Ghettos leben und sich mit schlecht bezahlter harter Arbeit von Tag zu Tag durchackern, um am Leben zu bleiben. Ja soweit das umgebende Szenario, die Story dreht sich jetzt letztlich um einen jungen Ghettobewohner (JUSTIN!!!), welcher, nachdem er alles verloren hat, von einem Fremden ein Vermögen an Lebenszeit übertragen bekommt und sich daraufhin in die abgeschottete Welt der Wohlhabenden begibt, um das opressive System zu stürzen, welches das extreme Ungleichgewicht in der Gesellschaft aufrecht erhält.

    Trotz der recht abstrus wirkenden, abstrakten SciFi Storyline verdeutlicht dieses Szenario sehr eindrucksvoll die grundlegenden Verhältnismäßigkeiten, die auf unserer Erde herrschen, die Natur des Menschen, sowie die gesellschaftlich noch nicht wahrgenommenen Eigenheiten unserer Wirtschaftssysteme als einzigartige Maschinerien der Ressourcenumverteilung von unten nach oben. Im Grunde wäre die zwar endliche aber umfangreiche Ressource für alle Lebewesen in ausreichendem Umfang vorhanden, nur beherrscht das "Streben nach Höherem" die Welt (!= sozialistische Ideologie), ein Verteilungsproblem entsteht, einige Wenige leben im Überfluss, da sie sich die Ressourcen maßlos zu eigen machen, der zunehmend in die vollständige Mittellosigkeit getriebene und ausgebeutete Rest (80:20 Gesellschaft) vegetiert vor sich hin. (Btw. im Übrigen schon gewusst, dass es heutzutage mehr übergewichtige Kinder auf der Welt gibt als Hungernde?)

    Also abschließende comments zum Film. Leider wurde In Time trotz feinem Skript nur extrem routiniert umgesetzt. Hätte man etwas mehr Budget ins Projekt gepumpt, z.B. Christopher Nolan für die Regie gewonnen (die Story ist zehnmal interessanter als das schrecklich totkonstruierte Inception) und anstatt Justin Timberlake (der im Grunde nicht schlecht spielt aber eben auch nicht wirklich gut) nen Christian Bale, wäre das Ganze mit etwas Storyfeintuning locker ne 9/10 geworden, eigentlich schade drum. Warum werden die großen Budgets nur immer in seelenlose Sequels bekannter Reihen geparkt, anstatt mal in was Genreinnovatives? So fällt vieles wie z.B. auch das Ende relativ platt und naiv aus, naja die Hoffnung stirbt zuletzt, ein unterhaltsamer Kinoabend ist jedenfalls garantiert, hat mich überrascht.

    Geändert von dirac (03.12.2011 um 02:29 Uhr)
    »Wenn ich Dirac richtig verstehe, meint er Folgendes: Es gibt keinen Gott und Dirac ist sein Prophet.«

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