Turistas
Horror
USA 2007 - 90 Minuten

Drehbuch: Michael Ross
Regisseur: John Stockwell
Schauspieler: Josh Duhamel (Alex), Melissa George (Pru), Olivia Wilde (Bea), Beau Garrett (Amy), Desmond Askew (Finn), Agles Steib (Kiko), Miguel Lunardi (Zamora), Max Brown (Liam), Lucy Ramos (Arolea), Andrea Leal (Camila)

Fazit: Weitestgehend überraschungsfreier Mix aus HOSTEL und INTO THE BLUE. Schöne Körper und fiese Goreeffekte - Horror-Herz, was begehrst du mehr?

Inhalt:
Auf dem Weg zum Traumurlaub stürzt ein vollbesetzter Bus mitten im brasilianischen Regenwald den Abhang hinunter. Die Insassen können sich zwar retten, doch mit ungewisser Aussicht auf den nächsten Linienbus beschließen die jugendlichen Touristen unter den Passagieren, die Wartezeit in der nahegelegenen Strandbar zu verbringen. Nach durchzechter und -tanzter Nacht erlebt der bunt gemischte Haufen eine böse Überraschung: Dank K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt, wurden die “Turistas“ um Gepäck, Pässe und Geld erleichtert. Auf dem Rückweg in die Zivilisation fallen die Gringos schließlich dem Chirurgen und Organhändler Zamora in die Hände, der die bedauernswerten Urlauber jetzt auch noch um ihre inneren Werte berauben will.

Kritik:
So weit, so übel - was sich liest wie ein weiterer Epigone aus der Reihe SAW oder HOSTEL, lässt sich im Endergebnis für den eingefleischten Gorehound passabel konsumieren. Der Verdienst gebührt insbesondere John Stockwell (als Darsteller einst in CHRISTINE zu kurzer Berühmtheit gelangt und hier in einem Cameo am Ende zu sehen), der mit BLUE CRUSH und INTO THE BLUE handwerklich routinierte Streifen mit geringem Nährwert abgeliefert hat. Spätestens nach seinem neuesten Werk kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Stockwell mit jedem Film Urlaub und Job zu verbinden sucht. Anders ist die Vorliebe nicht zu erklären, stets leicht bekleidete und makellose Bodies vor Postkartenkulisse abzulichten.

So wähnt man sich auch in den ersten Minuten von TURISTAS in einer weiteren Episode von BAYWATCH, bis die (Farb)Stimmung kippt und das erste Opfer spektakulär die Klippen herabsegelt. Es folgen weitere dezente Splattereinlagen wie Käsespieß im Auge (sic!) oder die Entfernung lebenswichtiger Organe bei vollem Bewusstsein. Dankenswerterweise wird darauf verzichtet, die offenkundigen, oben genannten Vorbilder übertreffen zu wollen, d.h. die Greuelszenen dauern nicht länger, als sie unbedingt müssen.

Auch wenn die Story vorhersehbar ist wie der nächste Sommeranfang, kann man einen gewissen perversen Unterhaltungswert nicht absprechen. Die Inszenierung ist rasant und teils einfallsreich, die überwiegend unbekannten Akteure agieren dem Sujet angemessen und wohltuend professionell - auch wenn die Charakterzeichnung erwartungsgemäß klischeehaft und so flach geriet, dass die Jugendlichen nicht einmal einen Nachnamen erhielten (siehe Cast). Außerdem gelangen Stockwell zum Schluss hin sogar ein paar pulstreibende Sequenzen. Beispielhaft sei die Verfolgungsjagd unter Wasser erwähnt.

Unterm Strich resultiert ein solider Hochglanzschocker für all diejenigen, die des xten Aufgusses aus dem Subgenre Folterfilm noch nicht überdrüssig sind. Alle anderen wenden sich ohnehin angewidert ab.

SchlachtiJoe