Haunted Hill - Die Rückkehr in das Haus des Schreckens
Horror
USA 2007 - 78 Minuten

Drehbuch: William Massa
Regisseur: Victor Garcia
Schauspieler: Amanda Righetti (Ariel Wolfe), Tom Riley (Paul), Erik Palladino (Desmond Niles), Steven Pacey (Dr. Richard Hammer), Cerina Vincent (Michelle), Clyta Rainford (Harue), Andrew Lee Potts (Kyle), Jeffrey Combs (Dr. R.B. Vannacutt)

Fazit: Solider, deftiger Slasher, der den blutgierigen Gorehound zufriedenstellen sollte.

Inhalt:
Sara, die einzige Überlebende der Horrornacht in der Vannacutt-Villa, begeht unter rätselhaften Umständen Selbstmord. Gemeinsam mit Freund Paul forscht ihre Schwester Ariel nach den tatsächlichen Verantwortlichen. Im Tagebuch des Dr. Vannacutt, das Sara ihr kurz vor dem Ableben geschickt hat, findet Ariel Hinweise auf unvorstellbare Greuel, die ihren Ursprung in des Doktors Villa zu haben scheinen. Dieser Verdacht bestätigt sich, als sie und Paul entführt und in das festungsähnliche, ehemals als geschlossene Anstalt missbrauchte Domizil verschleppt werden. Dort ist die Gang um den skrupellosen Anführer Desmond entschlossen, die wertvolle Baphomet-Statue aufzuspüren. Und erneut werden nicht viele die Nacht im verfluchten Haus auf dem Hügel überleben…

Kritik:
HAUNTED HILL, das Remake des Vincent Price Klassikers von 1958, erschien als erstes Werk der Dark Castle Entertainment, 1999 eigens zur Produktion von Horrorfilmen gegründet. Dahinter verbergen sich keine geringeren als Regisseur Robert Zemeckis (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT 1-3, FORREST GUMP) und die Produzenten Gilbert Adler und Joel Silver (LETHAL WEAPON, MATRIX). Gemeinsam mit Regiekollege Walter Hill (STRASSEN IN FLAMMEN, NUR 48 STUNDEN) hatten diese Genregrößen uns Horrorfreunden bereits die seinerzeit bahnbrechende Serie TALES FROM THE CRYPT beschert.

Nach den überaus erfolgreichen Dark Castle Kinostreifen 13 GEISTER, GHOST SHIP und GOTHIKA wurde die Fortsetzung von HAUNTED HILL Direct-to-DVD produziert. Nicht nur angesichts der kurzen Laufzeit ist dies auch der völlig ausreichende Rahmen für die wenig innovative Story, die als wahnsinnig originellen Vorwand, freiwillig zum Schauplatz eines blutigen Massakers zurückzukehren, die Suche nach einem kostbaren Relikt konstruiert. Aber wenn der geneigte Horrorkonsument ehrlich ist, kommt es ihm bei derartigen Splattern weniger auf ausgefeilte Schauspielkunst und intellektuell fordernde Handlung, sondern vor allem auf kreative und möglichst scheußliche Arten gewaltsamen Hinscheidens an. Selbst wenn die Exposition einen Tick zu lang geraten ist, werden nach dem Ortswechsel zur titelgebenden Geistervilla hinreichend blutige Schauwerte geboten. Angesichts herausgerupfter Innereien, gehäutetem Gesicht, gevierteiltem Halunken und Enthauptung mittels Kühlschrank ist die Altersfreigabe ab 18 völlig berechtigt.

Selbstverständlich entstammen die Charaktere dem Reißbrett und vermögen nur minimale Anteilnahme am explizit-brutalen Abtreten zu wecken. Der großzügig so zu nennende Spannungsaufbau ist für den Kenner ebenfalls vorhersehbar. Dennoch lassen eine Handvoll Schockmomente auch den abgeklärten Mr. Cool zusammenzucken, insbesondere wenn die garstigen Geisterinkarnationen der ehemaligen Anstaltsinsassen oder der wortlos metzelnde Dr. Vannacutt (Genreveteran Jeffrey RE-ANIMATOR Combs) ihren Auftritt haben. Versierte Regie, dem Sujet angemessene Atmosphäre und spielfreudige Nachwuchsdarsteller ergeben ein durchaus rundes, anspruchsloses Vergnügen, geeignet all diejenigen zu unterhalten, die beispielsweise mit HOUSE OF WAX etwas anzufangen wussten.

SchlachtiJoe