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Science Fiction
USA 2007 - 92 Minuten

Drehbuch: Gary Goldman, Jonathan Hensleigh, Paul Bernbaum
Regisseur: Lee Tamahori
Schauspieler: Nicolas Cage (Chris Johnson), Julianne Moore (Callie Ferris), Jessica Biel (Liz Cooper), Thomas Kretschmann (Mr. Smith), Tory Kittles (Agent Cavanaugh), Jason Butler Harner (Jeff Baines), Peter Falk (Irv), Nicolas Pajon (Mr. Green), Paul Rae (Flagman), Michael Trucco (Kendal)

Fazit: Kurzweiliger Sci-Fi-Kracher, der die logischen Fallstricke durch Tempo und einfallsreiche Action überspielt.

Inhalt:
Chris Johnson nutzt seine Gabe, zwei Minuten in die Zukunft blicken zu können, als mittelmäßiger Magier namens Frank Cadillac und an den Spieltischen in Las Vegas. Als das FBI auf seine Fähigkeiten aufmerksam wird und ihn zum Aufspüren europäischer Terroristen anheuern will, entzieht er sich fluchtartig der Verantwortung. Erst nachdem seine neue Freundin Liz entführt wird, verbündet sich Chris mit Agentin Ferris, um einen nuklearen Anschlag auf Los Angeles zu verhindern.

Kritik:
Im Kielwasser des ungleich erfolgreicheren und auch etwas stimmigeren DEJA VU lief NEXT relativ unbemerkt und unter den Erwartungen bleibend in den Lichtspielhäusern. Auf DVD hingegen könnte sich der feine Science Fictioner durchaus zum empfehlenswerten Geheimtipp entwickeln.

Der Verdienst liegt in erster Linie wieder bei Nicolas Cage, der den Streifen mitproduziert hat. Sicherlich hat er schon anspruchsvollere Rollen ausgefüllt. Dennoch ist die Coolness und Eleganz, mit der er insbesondere in den Szenen agiert, in denen er die FBI-Agenten austrickst, absolut sehenswert; da der von ihm verkörperte Charakter Chris in der Lage ist, jede Bewegung des Überfallkommandos voraus zu sehen, bewegt er sich ballettgleich durch die Überzahl der Gegner. Ebenfalls visuell beeindruckend umgesetzt ist im Showdown das Durchspielen aller möglichen Optionen, die Geliebte Liz zu finden. Vergleichbar mit den Heerscharen von Mr. Smith in der MATRIX-Trilogie sieht man in ein und derselben Szenerie Dutzende von Cages/Johnsons, die jeden denkbaren Weg der Location abgehen.

Wie eingangs bereits angedeutet werden die zwangsläufig diesen Stoffen eigenen Logikfallen nicht vermieden. Darüber hinaus wird sogar die wichtigste Prämisse - der Zwei-Minuten-Blick in die Zukunft - nicht bis zum Ende durchgehalten und liefert das Drehbuch keine Erklärung, weshalb es Chris an der Seite von Liz plötzlich möglich ist, Ereignisse über mehrere Stunden vorauszusehen. Was sich vielleicht als Ärgernis liest, fällt jedoch kaum ins Gewicht, da Bond-Regisseur Tamahori (STIRB AN EINEM ANDEREN TAG) derartige Unplausibilitäten durch routiniert inszenierte Actionsequenzen kaschiert. Pulstreibend und außergewöhnlich choreografiert sticht besonders die halsbrecherische Flucht vor Agenten und Attentätern hervor, während der unser Held, einen Steilhang hinab hetzend, um Haaresbreite von diversen Baumstämmen und sich überschlagenden Fahrzeugen überrollt wird.

Das Genre wird mit NEXT wahrlich nicht neu erfunden. Doch Dank spielfreudigem Cast, angeführt vom schlitzohrigen Charmeur Nicolas Cage, der überdies bestens mit Herzdame Jessica Biel harmoniert, und einer ansprechend umgesetzten Story, die des Zuschauers Intelligenz nicht völlig beleidigt und zudem mit einer überraschenden Schlusswendung aufwartet, wird man vom kleinen Bruder von DEJA VU spannend und amüsant unterhalten.

SchlachtiJoe