Ich möchte keine lang(weilig)e Kritik zum Film schreiben! Die Filmkritiken zu den Lynch-Filmen sind genau so interessant (aber auch manchmal lachhaft) wie die Filme selbst! Seitenweise Wiederholung von Sätzen mit Wörtern: (Alp-) Traum und Wirklichkeit, Verwirrung, ... , letztendlich mit dem Infogehalt, dass der Kritiker nichts von der Filmgeschichte verstanden hat! Noch etwas : ich rechne mich zu den Anhängern (und Genießern) der Lynch-Filme!

Und jetzt zu der Filmgeschichte: erzählt wird die Geschichte einer jungen verheirateten Frau ("dunkle Haare"), die aus purer Neugier (weil sie bis dato immer brav und treu gewesen war) ihrem Mann untreu wird (beim Fremdgehen wird ihr Gesicht am Filmanfang unerkennbar matt gemacht). Das Fremdgehen verursacht ihr schwerste Gewissensleiden. Geplagt von diesen Leiden und von unschöner Erfahrung mit einem (fremden) Mann (leidenschaftslosen, enttäuschenden) Sex zu haben, setzt sie jetzt weinend vor einem Fernsehapparat und schaut sich einen Film an! Der Film (von mir als 1.Film gekennzeichnet) handelt vom Comeback einer Schauspielerin (Laura Dern), die ein Remake eines nie zu Ende gedrehten (polnischen) FILM (von mir als 2.Film gekennzeichnet) in Hollywood drehen will! In diesem Filmprojekt (also 2.Film im 1.Film!) geht es um eine Frau aus Texas, die sich in einen Playboy verliebt, der wiederum aber verheiratet ist und von dieser lasziven Texanerin, nach einmaligem Sex nichts wissen will. Die Texanerin wendet sich mit ihrem Liebeskummer an die Familie des Playboys, dessen Ehefrau sehr erbost und eifersüchtig reagiert. Da die Texanerin nur schlimmen Erfahrungen mit den Männern im Leben machte, verkraftet sie die Abweisung vom Playboy nicht und verliert völlig den Halt (Alkohol, Prostitution). Die eifersüchtige Ehefrau vom Playboy erwischt irgendwann mal die Texanerin auf der Straße und tötet sie mit einem Schraubendreher! Die Texanerin stirbt! Somit ist der 2.Film zu Ende gedreht, alles im Kasten! Aber die junge Fernsehzuschauerin ("dunkle Haare") ist mit dem traurigen Schluss diesen 2.FILM ("Texanerin") nicht zufrieden! Um ihr Gewissen zu beruhigen und die schlimme Erfahrung des Fremdgehens zu verarbeiten, spinnt sie weiter in ihrem Tagestraum, dass die Hollywoodschauspielerin nach dem Drehende des 2.Films, weiter im 1.Film (über Comeback einer Schauspielerin) nach einem fremden Mann sucht, der ihrem eigenen Fremden (mit dem sie fremdging) ähnelt. Nachdem die Hollywood-Schauspielerin diesen Fremden findet, erschießt sie ihn und so kann die junge Fernsehzuschauerin ihre Gewissensleiden los werden, da sie in ihrem Gedanken diesen (nun "tot gedachten") Fremden los ist! Und sich mit beruhigtem Gewissen ihrer Familie (Mann und Sohn) widmen kann!

Das alles ist natürlich, so wie ich den Lynchfilm verstanden habe! Andere können behaupten, dass alles im Lynchfilm nur eine Illusion dieser jungen Frau ("dunkle Haare") wiedergibt, denn das Fernsehapparat kein Programm, sondern nur Schnee ("TV nicht programmiert") zeigt......oder andere Interpretation: Alles ist ein Traum von einer Hollywoodschauspielerin, die einen Sinn für ihren noch nicht gedrehten Film wünscht und somit das Ganze nach einem Besuch ihrer neuen Nachbarin erträumt.

Wenn ihr nicht total verwirrt seid, möchte ich noch meine Bewertung begründen:
Dieser Lynchfilm über Liebe, Ehe, Fremdgehen, Leiden, Eifersucht, Tod, gewürzt mit Hollywood-Kritik, bietet nichts Neues (thematisch und technisch), was nicht viel besser in seinen vorherigen Filmen gezeigt wurde!

Während in Lost Highway und Mulholland Drive die Filmsequenzen viel zusammenhängender waren und diese vorherigen Filme wunderschöne Bilder boten, liefert Inland Empire nur grobe und zusammenhanglose und unschöne Bilder! Die vorherigen Filme beherbergten in sich eine gewisse Schönheit und den Ausdruck der romantischen, traurigen Sehnsucht nach Erlösung vom Liebesleiden, der nur im Tod ihre Erfüllung finden konnte. Dieser Schönheit könnte man sich nicht entziehen! Anderes in Inland Empire! Hier wiederholt sich Herr Lynch! Er kopiert nur noch seine alte Filme ohne dieses gewisse anziehende Mysterium! Die Spannung wird erzeugt nur durch dunkle Bilder und dröhnende Töne im Hintergrund (was die Lynch-Fans schon längst kennen!) Das Kennzeichen von Inland Empire ist nicht die geheimnisvolle Schönheit, sondern die eindeutige HÄSSLICHKEIT! (gedreht mit Videokamera!). Es kann Menschen geben, die gerade diesen Mut zur Hässlichkeit lobenswert finden, ich gehöre nicht dazu. Dieses Mal mutet Herr Lynch den Kinozuschauern sehr viel zu, JEDOCH ohne sie am Ende (mit Innovation und bitterer Schönheit) zu belohnen! Ich werde jedenfalls den Film mir nicht noch mal anschauen und rate den Neulingen (nicht Lynch-Fans) von diesem sperrigen hässlichen Film ab. In der Hoffnung, dass Herr Lynch beim nächsten Film mit neuen, originellen Ideen seine Anhänger wieder begeistern kann, gebe ich Inland Empire nur 6 Punkte von möglichen 10 Punkten!