Ich hatte eigentlich einen anderen Film oder sagen wir besser eine andere Art Film erwartet als ich die DVD in den Player schob (am Kino ist es leider gescheitert, es ist sehr schwierig Freunde dazu zu überreden sich einen Film über "schwule Cowboys" anzusehen wenn man den Film selbst noch nicht gesehen hat und allein geh ich nur ungern ins Kino).
Die Story hatte mir schon die ganze Zeit gefallen und ich hatte schon ziemlich hohe Erwartungen, allerdings war ich dadurch schon irgendwie darauf vorbereitet das diese wohl nicht erfüllt werden würden. Wurden sie auch nicht, da ich wie bereits erwähnt so einen Film nicht erwartet hatte. Kommt irgendwer noch mit was ich eigentlich mein? Egal, ich will damit auf keinen Fall sagen das der Brokeback Mountain schlecht war, er ist einfach nur komplett anders als die normalen Hollywoodfilme. Ich könnte ihn wirklich mit keinem vergleichen den ich bis jetzt gesehn habe. Er um es kurz zu sagen ein sehr ruhiger Film, anders kann ich ihn nicht beschreiben. Sehr ruhig, sehr langsam, beim ersten Ansehen wird einem nicht gleich alles klar, erst beim zweiten oder sogar dritten Mal versteht man was mit einzelnen Textpassagen eigentlich gemeint war. Das was ich bisher herausfiltern konnte werde ich jetzt aber nicht verraten. Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Kleiner Typ: Schaut euch den Film auf jeden Fall auch in der englischen Originalversion an, es ist zwar alles brav übersetzt worden, aber manche Dinge hört man einfach nur am Klang der Stimme und nicht an dem was sie sagt.
Über die Geschichte zu sagen es geht um "2 schwule Cowboys" wäre so als würde man sagen in Titanic geht es um ein untergehendes Schiff, beides stimmt schon aber es ist nicht der Kernpunkt der Geschichte. Brokeback Mountain ist ein Liebesfilm, ein Drama um jede Person die darin vorkommt. Michelle Williams Charakter macht eigentlich genauso viel durch, wie die zwei Hauptdarsteller Heath Ledger und Jake Gyllenhaal, auch Anne Hathaways Part hat was wahnsinnig tragisches.
Das einzige das mich an dem Film vielleicht ein bisschen gestört hat, ist das es bei den Jack und Ennis keine wirkliche Zeit des (das klingt jetzt voll kitschig, aber ich schreibs trotzdem) In-sich-verliebens gibt. Ich mein bevor Ennis zu Jack ins Zelt kommt, sind sie noch nicht einmal so wirklich Freunde hat man das Gefühl, ich zumindest. Aber das stört jetzt auch nicht so wahnsinnig, wär nur halt ganz schön gewesen, wenn das nicht so aprubt gekommen wäre. Jack ist nämlich zu dem Zeitpunkt im Zelt am Anfang scheinbar kein bisschen verunsichert, erst am nächsten Tag wirkt er etwas verwirrt.
Anfang
Über das Ende hatte ich dann mit meinen Freundinnen (ich konnte sie dann doch irgendwie zum DVD schaun überreden hihi!!!) einige Diskussionen, der Film hat allem in allem doch eigentlich jedem gut gefallen, aber das Jack am Ende stirbt haben doch ein paar nicht so gut gefunden.
Ich persönliche fand diese Stelle eigentlich doch irgendwie genial, weil wie hätte der Film sonst enden können, wenn die beiden schlussendlich doch zusammengefunden hätten und dann gemeinsam auf einer Farm gewohnt hätten, nein das hätte nicht gepasst das wär dann wieder sehr Hollywoodlike kitischig happyendmäßig rübergekommen und so war der Film einfach nicht. Das sie sich einfach aus den Augen verlieren wär auch nicht unbedingt realistisch gewesen, also wars so eigentlich die perfekte Lösung und meiner Meinung nach einer der Tragpfeiler der Geschichte, wie Ennis dann den Brief in der Hand hält mit diesem Stempel ich muss sagen auch ich war im ersten Moment ein wenig geschockt, ein arges Gefühl irgendwie und dann ruft er an und (vorallem da bitte auf Englisch umschalten!!!) dann kommen die Bilder wie er umgebracht wird...
Ich hab mir die Szene (und nicht nur die) noch mehrmals angeschaut und ich denke das sich darin eigentlich eine der Kernaussagen dieses Films verbirgt...
Ende

Zusammendfassend kann ich sagen: Ein wunderbarer Film, den man auf jeden Fall gesehen haben sollte, auch wenn man mit dem Thema eigentlich nichts anfangen kann, man sollte allerdings darauf vorbereitet sein das es sich dabei mehr um Kunstfilm als um Unterhaltungsfilm handelt, vielleicht sollten einige die nicht damit rechnen auch wissen das es bei Küssen von Gyllenhaal und Ledger nicht bleibt, sondern das der Film noch etwas weiter geht, was man bei Männchen und Weibchen in Filmen längst gewohnt ist, aber wenn Männchen auf Männchen trifft eben noch nicht...
Wem der Film von der Story her trotzallem nichts gibt, die Kulisse vor der sich das alles abspielt ist wirklich wunder- wunderschön, genau wie die absolut ins Ohr gehende Musik.

Der Film war nicht umsonst für 8 Oscarsnomminiert und Ang Lee hat volle Arbeit geleistet, auf jeden Fall ein Film der zum Nachdenken anregt...