Me and You and Everyone We Know.



If you really love me, then let's make a vow... right here, together... right now.
Okay?
Okay. All right.
Repeat after me I'm gonna be free.
I'm gonna be free.
And I'm gonna be brave.
I'm gonna be brave.
Good.
And the next one is I'm gonna live each day as if it were my last. Oh, that's good. You like that? Yeah. Say it.
I'm gonna live each day as if it were my last.
Fantastically.
Fantastically.
Courageously.
Courageously.
With grace.
With grace.


Ein Film über eines der schönsten und vielleicht auch kompliziertesten Themen unserer modernen Welt. Menschen die versuchen sich zu finden und gemeinsam einen Weg zu gehen. Ein Mann und eine Frau trennen sich, sie überlasst ihm das Sorgerecht für die beiden Kinder. Er wirkt auf dem ersten Blick ziemlich emotionslos und alles andere als berührt, aber bereits in der nächsten Szene steht er im Vorgarten schüttet sich Petrolium auf seine Hand und zündet diese an. Es brennt und er betrachtet die Flamme und seine Tat in aller Seelenruhe, ohne ein Anzeichen von Schmerz, vielmehr wirkt er verwundert und begeistert über seine Tat. Seine beiden Söhne beobachten ihn dabei aus dem Fenster heraus. Nach wenigen Sekunden wird ihm klar was er getan hat, die Flamme geht nicht aus und er schlägt und reibt seine Hand auf dem Boden. Das klingt natürlich ziemlich schockierend, aber die Konzeptkünstlerin (Miranda July, welche ihr Filmdebüt gibt) schafft auch daraus eine traumhafte Szene zu entwickeln.

Vorher wurde uns kurz die Performancekünsterlin Christine Jesperson vorgestellt, welche den obengeführten Monolog(!) vor laufender Videokamera wiedergibt. Ihre Kunst ist entweder ein verzweifelter Ausdruck und der Versuch in absehbarer Zeit eine Beziehung eingehen zu können oder ein tiefgestörtes Verhältnis zu der Außenwelt. Vielleicht beides, vielleicht auch weder noch, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Im Laufe des weiteren Filmes kommen sich der Schuhverkäufer Richard (der Mann mit der verletzten Hand) und Christine langsam näher. Es gibt einige wundervolle kleine Szenen, die zeigen wie schwer es für beide dieses näher-kommen überhaupt zu erreichen.

Dazu kommen viele skurrile aber ebenso wunderschöne Nebengeschichten über Sex, Kinder, Internet und die Hoffnungen und Wünscher Aller. Michael Andrews (Donnie Darko) Filmmusik unterlegt diese vielen kleinen Einfälle mit seiner gewohnt ruhigen und auch irgendwie traumwandlerischen Musik perfekt. Für mich sind solche Independentfilme in den letzten Jahren wichtiger, schöner und irgendwie ergiebiger geworden als alles was man in den großen Kinos sehen kann.