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Thema: Factotum

  1. #1
    laertes
    Gast

    Factotum

    wieso hat mir das bis jetzt keiner gesagt? musste erst bei stern.de lesen, dass am 08. dezember factotum ins kino kommt. obwohl ich ÄUßERST skeptisch bin, was die verfilmung von romanen (bzw short-storie-konglomeraten) dieses typs betrifft, freue ich mich doch, die verfilmung eines bukowski-romans zu sehen, den ich zu seinen allerbesten zähle. natürlich wäre mir eine verfilmung von women lieber gewesen - -, aber auch faktotum ist bukowski: so hinreissend melancholisch, so humorvoll, so lebensbejahend bei aller verbitterung, so... menschlich.
    aber wie gesagt: das betrifft den roman. einer verfilmung stehe ich so zweifelnd gegenüber wie schon ehedem zb der verfilmung von regeners herr lehmann: da ist zu viel wortwitz drin, zu viel "literatur" als solche, um adäquat in einen film umgesetzt zu werden. wir werden sehen.

    hier noch der text von stern.de:

    Matt Dillon
    Innerlich und äußerlich gereift

    von Tom Ruder

    In seinem neuesten Film "Factotum" schlüpft Matt Dillon in die Rolle des versoffenen Alter Egos des Schriftstellers Charles Bukowski. Dabei stieß Dillon auf erstaunliche Parallelen zu seinem eigenem Leben.
    "Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren." Nein, mit den Menschen hatte es Heinrich Karl Bukowski eigentlich nicht so. In einem Gedicht schrieb er einmal: "Endlich habe ich herausgefunden, warum ich keine Leute für meinen Kram begeistern kann: Ich bin einfach nicht begeistert von den Leuten." Schon klar, das sind Gedanken, die jungen Außenseitern gefallen. Matt Dillon ging es einst nicht anders. Damals, vor gut 20 Jahren, als seine Karriere schon auf einem ersten Zenit angekommen schien, haben sie ihn fasziniert, die Erzählungen des Charles Bukowski. Dessen Gedichte indes erreichten Dillon erst später. Viel später. Als Bukowski plötzlich auf ganz erstaunliche Weise in sein Leben trat.
    "Ich fühlte mich eigentlich nicht als der Typ Bukowski", gesteht Dillon - eigentlich ein viel zu schöner Mensch, um einen Loser im Kino glaubhaft spielen zu können. Er wandte sich an Bukowskis Ehefrau Linda und die sprach ihm Mut zu. Wohl auch, weil Dillon viel erlebt hat in seinem Leben. Und nicht zuletzt längst Klarheit darüber hat, dass "nur Bier und Wein saufen nicht genügt, um ein Genie zu sein". "Factotum" heißt der Film, der am 8. Dezember in den deutschen Kinos startet und auf Bukowskis zweitem Roman fußt. Erzählt wird die Geschichte des Schriftstellers Henry "Hank" Chinaski, der sich als Gelegenheitsarbeiter mit verschiedenen Jobs über Wasser hält und sich - wenngleich einigermaßen lustlos - im Leben all das nimmt, was da ist: viele Frauen, Alkohol, Zigaretten. Und schreiben will er. Chinanski ist natürlich Bukowskis Alter Ego.

    Ein Teenie-Star ist erwachsen geworden

    Dillon, inzwischen 41 Jahre alt, ist mit seinen beiden letzten Filmen, "L.A. Crash" und eben "Factotum", künstlerisch in neue Ebenen vorgestoßen. "Ich mag eben den Konflikt auf der Leinwand", sagt er schlicht und genießt die Tatsache, dass er dem Klischee des Outsiders, das in den Anfängen seiner Karriere in den frühen 80er Jahren begründet wurde, entwachsen ist. Gerade einmal 14 Jahre alt war er, als ihn der Regisseur Jonathan Kaplan für den Film "Wut im Bauch" ("Over the Edge") entdeckte. Rüde Teenager-Dramen wie Francis Ford Coppolas "Die Outsider" und "Rumble Fish" folgten. "Ich fühlte mich missverstanden als junger Schauspieler", erinnert sich Dillon heute und spielt in der Folge auf die vielen Klischees an, die ihn umgaben. "Die Leute beschränkten mich darauf, dass ich ganz gut aussähe, dass ich dumm sei, und dass ich immer nur die gleiche Rolle spielen könne."
    In "Factotum" spielt Matt Dillon den Schriftsteller Henry "Hank" Chinaski, der sich als Gelegenheitsarbeiter mit verschiedenen Jobs über Wasser hält - natürlich Bukowskis Alter Ego

    Einer der begehrtesten Independent-Darsteller

    Dennoch: Ein Teenager-Star, wie man sie heute kennt, war Dillon nie, auch weil er dem Seichten stets entsagte. Die Hauptrolle in "Die blaue Lagune" hätte er an der Seite von Brooke Shields spielen sollen. Er lehnte ab: zu viele Nacktszenen und ein zu schwaches Buch, wie er heute sagt. Dillon fand eher selten den Eingang in die Teenie-Gazetten. Doch anders als bei Christopher Atkins, der die Rolle übernahm, entstand so eine sich gleichmäßig entwickelnde Karriere, die den Schauspieler jetzt, da er innerlich und äußerlich zum Mann gereift ist, zu einem der begehrtesten Independent-Darsteller haben werden lassen.
    Auch, um sich eigene Freiheiten zu geben, schiebt Matt Dillon immer mal wieder einen potenziellen Blockbuster ein: "Herbie - Fully Loaded" gab es da zuletzt, die Schwulenkomödie "In & Out" und natürlich die Rolle in "Verrückt nach Mary" (1998), die ihn nach einigen schweren Jahren ins Gedächtnis des Kinopublikums zurückbrachte. Hinzu kamen die Schlagzeilen rund um eine damals existente Beziehung zu Cameron Diaz.

    Privatleben weitgehend unter Verschluss

    Inzwischen hält Dillon sein Privatleben weitgehend unter Verschluss. Er lebt in New York, ist nicht verheiratet, hat keine Kinder, sammelt Vinyl-Platten, mag alte Autos und kubanische Musik. Viel mehr ist kaum zu erfahren von einem Mann, der wie seine großen Vorbilder in Hollywood (unter anderem Gene Hackman) stets Wert darauf legte, sein Gesicht in der Öffentlichkeit nicht zu verbrauchen, um sich die schauspielerische Glaubwürdigkeit auch in komplexen Rollen wie der in "Factotum" zu bewahren.
    Zudem will Dillon, als zweitältestes von sechs Geschwistern im Staat New York geboren, auch seine Karriere hinter den Kulissen weiter vorantreiben. "City of Ghosts" hieß 2003 sein Thriller über einen vom FBI gejagten Betrüger, der in Kambodscha ein neues Leben beginnen will. Buch, Regie, Hauptrolle, Produktion (mit seiner eigenen Firma Banyan Tree) hatte er selbst übernommen, doch der Film galt als zu spröde, um es in alle Kinos zu schaffen. Derzeit arbeitet Matt Dillon an seinem zweiten Buch. Im Juli 2006 kommt zudem die Komödie "You, Me and Dupree" (mit Michael Douglas und Owen Wilson) in die Kinos.

  2. #2
    Regisseur
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    13.06.2004
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    Nähe Stuttgart
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    2.061

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    Werd ich mir wohl anschauen.. Dillon gefällt mir derzeit in kleinen filmen ziemlich gut...
    ~Man muss das Absurde akzeptieren, um es bekämpfen zu können!~

    http://myspace.com/killtank

  3. #3
    laertes
    Gast

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    hier ein bild von bukowski sowie zwei gedichte die in die factotum-phase passen:




    BEER


    I don't know how many bottles of beer
    I have consumed while waiting for things
    to get better
    I dont know how much wine and whisky
    and beer
    mostly beer
    I have consumed after
    splits with women-
    waiting for the phone to ring
    waiting for the sound of footsteps,
    and the phone to ring
    waiting for the sounds of footsteps,
    and the phone never rings
    until much later
    and the footsteps never arrive
    until much later
    when my stomach is coming up
    out of my mouth
    they arrive as fresh as spring flowers:
    "what the hell have you done to yourself?
    it will be 3 days before you can fuck me!"

    the female is durable
    she lives seven and one half years longer
    than the male, and she drinks very little beer
    because she knows its bad for the figure.

    while we are going mad
    they are out
    dancing and laughing
    with horney cowboys.

    well, there's beer
    sacks and sacks of empty beer bottles
    and when you pick one up
    the bottle fall through the wet bottom
    of the paper sack
    rolling
    clanking
    spilling gray wet ash
    and stale beer,
    or the sacks fall over at 4 a.m.
    in the morning
    making the only sound in your life.

    beer
    rivers and seas of beer
    the radio singing love songs
    as the phone remains silent
    and the walls stand
    straight up and down
    and beer is all there is.


    (Charles Bukowski)



    AS CRAZY AS I EVER WAS


    drunk and writing poems
    at 3 a.m.

    what counts now
    is one more
    tight pussy

    before the light
    tilts out

    drunk and writing poems
    at 3:15 a.m.

    some people tell me that I'm
    famous.

    what am I doing alone
    drunk and writing poems at
    3:18 a.m.?

    I'm as crazy as I ever was
    they don't understand
    that I haven't stopped hanging out of 4th floor
    windows by my heels-
    I still do
    right now
    sitting here

    writing this down
    I am hanging by my heels
    floors up:
    68, 72, 101,
    the feeling is the
    same:
    relentless
    unheroic and
    necessary

    sitting here
    drunk and writing poems
    at 3:24 a.m.


    (Charles Bukowski)

  4. #4
    Regisseur
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    13.06.2004
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    Nähe Stuttgart
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    2.061

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    Hm... große kunst.... ?
    ~Man muss das Absurde akzeptieren, um es bekämpfen zu können!~

    http://myspace.com/killtank

  5. #5
    laertes
    Gast

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    hm... dumme bemerkung... !

    p.s.:
    wenn du willst, ziehen wir hier ne richtig große kunstdiskussion hoch. aber das wird hart, glaub mir, und dauert sicherlich bis januar 2006. ohne ergebnis.

    p.p.s.:
    wenn du dich ein kleines bissschen mit bukowskis werk beschäftigt hättest, würdest du so etwas nicht schreiben.

  6. #6
    Regisseur
    Registriert seit
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    Nähe Stuttgart
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    2.061

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    Ich hab mich kein bissl damit beschäftigt, aber ich werd doch wohl nach der "lektüre" meinen ersteindruck posten dürfen ohne, dass du dich gleich angegriffen fühlst?
    ~Man muss das Absurde akzeptieren, um es bekämpfen zu können!~

    http://myspace.com/killtank

  7. #7
    laertes
    Gast

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    deine meinung ist ja voll cool, keine frage, und du kannst sie äußern, wo und wie du willst. aber dreierlei:

    erstens ist es ein bissschen krass, zwei gedichten, die einem nicht gefallen, gleich das künstlerische abzusprechen.

    zweitens fühle ich mich nicht persönlich angegriffen, sondern empfinde wegen des unter erstens genannten grundes deine frage in bezug auf die beiden gedichte als völlig daneben.

    drittens werd' ich doch wohl nach der "lektüre" deines ersteindrucks meine meinung dazu posten dürfen, ohne dass du dich gleich angegriffen fühlst.

  8. #8
    Regisseur
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    Nähe Stuttgart
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    2.061

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    Deine art leute mit deiner fabulösen wortakrobatik abzufertigen, ist ja auch sowas von cool...

    ...und es ist schon spannend, was du in 2,5 wörter, sieben punkte, sowie ein fragezeichen alles reininterpretierst.

    Was "cool sein" damit zu tun hat, dass ich diese gedichte, die ich selber im suff genauso hinbasteln könnte, für nicht besonders wertvoll, sowohl stilistisch als auch inhaltlich, halte, frage ich mich aber doch.
    Damit will ich mir aber nicht rausnehmen Bukowskis gesamtwerk oder sonstwas irgendwie zu bewerten... aber mein eindruck steht, sorry, dass ich dir deinen thread verpestet hab. :P
    ~Man muss das Absurde akzeptieren, um es bekämpfen zu können!~

    http://myspace.com/killtank

  9. #9
    laertes
    Gast

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    dazu nur dies:

    du wirst - davon gehe ich aus - in deinem leben nicht nur einmal im suff gewesen sein. und du hast noch nie ein gedicht wie das obere geschaffen.

    und genau das ist es: das "könnte", "hätte" und "würde" und es doch nicht machen.

  10. #10
    laertes
    Gast

    Re: Factotum (nach einem Buch von Charles Bukowski)

    p.s.:
    ein dankeschön an lucifer. mir ist spontan eine kunstdefinition eingefallen, die zwar wie alle kunstdefinitionen weder umfassend noch ausschließlich ist, aber doch ganz nett:

    vielleicht ist kunst, es einfach zu tun, anstatt zu sagen "das hätte ich auch gemacht". oder kürzer: kunst ist das gegenteil von hätte.

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