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Thema: Thumbsucker

  1. #1
    Regisseur Moderator Avatar von Anne
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    Thumbsucker

    Ebenfalls einer meiner Lieblingstrailer dieses Jahr...
    Schon allein dabei, wollt ich irgendwie 5x losheulen oder schallend lachen...

    http://www.apple.com/trailers/sony/thumbsucker/trailer/

    Dr. Perry Lyman: I want to try hypnosis. Imagine you're deep in the forest. Call on your power animal...
    Justin Cobb: Come here!
    Dr. Perry Lyman: [pause] Do it in your mind.

  2. #2
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    Re: Thumbsucker

    Ich frage mich immer bei solchen Filmen: Wie geht es mit den Figuren weiter, wenn die Geschichte zuende ist?

  3. #3
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Thumbsucker

    Der Trailer ist wirklich super schön. Ich freu mich auf den Film!!

  4. #4
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    Re: Thumbsucker

    Wie kommt es, dass ihr Mädels immer auf so weiche Charaktere, wie diesen Daumenlutscher steht?

    Da versucht man euch in jedem Film das Leben zu retten, will beweisen, dass die eigenen Gene die stärksten sind - und dann kommt so ein Turnbeutelvergesser und versaut einem die Alphatier-Nummer mit seinem Langhaardackelblick.

  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von Anne
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    Re: Thumbsucker

    Falls es Dich tröstet: Ich würd ja auch Clive Owens Charakter in "Closer" mit Kusshand nehmen.

  6. #6
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: Thumbsucker

    Der Film lief im Saarbrücker Cinestar in der OV-Sneak. Da hat sich der Besuch einer Sneak-Preview seit längerer Zeit mal wieder richtig gelohnt:

    Daumenlutschen ist, ähnlich wie das selbstvergessene Führen von rollenspielhaften Selbstgesprächen in öffentlichen Räumen, eine Tätigkeit, die in aufgeklärt-zivilisierten Gesellschaften ausnahmslos Kindern oder verhaltensgestörten Menschen zugeordnet wird. Überhaupt hat jeder, der sich noch im Teenager-Alter kindlicher Verhaltensmuster bedient, gute Chancen, als verhaltensgestört eingestuft zu werden. Justin Cobb geht zur High School und lutscht noch am Daumen und ist damit per definitionem verhaltensgestört – oder ein Kind im Geiste. Diesem Umstand wird Rechung getragen durch die Besetzung der Rolle mit Lou Taylor Pucci, einem ziemlich androgynen Jungschauspieler mit kindlicher und höchst faszinierender Ausstrahlung, der locker auch die Rolle eines 16-jährigen Mädchens bewältigen könnte.

    Der Film rief bei mir unweigerlich Assoziationen zu Donnie Darko wach. Wenn es diesen Film nicht gäbe, hätte ich die ziemlich eigentümliche Stimmung von Thumbsucker nicht beschreiben können, so hingegen kann ich sagen, dass man sich einfach Donnie Darko in einem realitätsnäheren Setting vorstellen kann, jedoch weniger tragisch und ohne dass der Film wie eine billige Kopie wirkt. Gemeinsamkeiten sind die Charakterisierung der Hauptfigur als zurückgezogener, aufgeweckter Einzelgänger, ähnlich aufgebaute und - was Screentime angeht - vergleichbar gewichtete soziale Bindungen zu Eltern, einem jüngeren Bruder, einer Art Freundin und einem äußerst speziellen Zahnarzt-Therapeut (dargestellt von Keanu Reeves) sowie ein Erzählrhythmus, der episodische Einzelsegmente schnell aneinanderreiht und leider auch nicht ganz frei von einer gewissen Unkontrolliertheit ist, die wohl aus einem Ideen-Überreichtum resultiert.

    Der Film ist nicht perfekt und verzettelt sich mit zunehmender Spielzeit leider etwas in seiner thematischen Disziplinlosigkeit; aus anderen Blickwinkeln wird sich das aber als durchaus positive Vielfalt darstellen, da das Handlungsgerüst noch genug Stabilität besitzt, um den Film als Ganzes zusammenzuhalten. Grob gesagt kann man den Film als originelle Außenseiter-Coming-of-Age-Story beschreiben, der neben den erwähnten Gemeinsamkeiten mit Donnie Darko auch kurze Anleihen aus Almost Famous und Fight Club entnimmt und seine zahlreichen Einflüsse meistens überzeugend kombiniert. Nebendarsteller wie Vincent D'Onofrio, Tilda Swinton und eine definitiv im Auge zu behaltende Kelli Garner runden den sehr guten Gesamteindruck ab.

    Alle verhaltensgestörten Daumenlutscher und solche, die es werden wollen, werden diesen Film garantiert zu schätzen wissen. Thumsucker definitively doesn't suck.

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Thumbsucker

    Regisseur und Drehbuchautor Mike Mills hat hier wirklich großartiges geleistet! Nicht nur dass die Geschichte den Zuschauer berührt, sie ist zudem auch noch sehr realistisch erzählt, bietet großartige Dialoge und übermittelt seine Botschaft ohne groß mit dem Holzhammer drauf zu hauen. Alleine die Tatsache, dass laut Diagnose in den US mehr als die Hälfte aller Kinder unter ADD (Hyperaktivität) leiden und ihnen Mittel verschrieben werden, die nur wenige Bausteine entfernt von reinem Kokain sind. Dies verpackt in einem Jugenddrama, das zudem noch gewohnte Elemente wie Probleme der Eltern, erste Liebe etc. gelungen behandelt und wie schon erwähnt ohne mit der Moralkeule um sich zu schlagen. Dazu noch ein großartiger Soundtrack (den ich mir sicher bald zulegen werde ) und großartige Darstellerleistungen. Man weiß gar nicht wen man zuerst loben soll; fangen wir mal bei dem mir bisher unbekannten Hauptdarsteller Lou Taylor Pucci, der den Film ohne Mühe tragen kann und von dem man sicher noch viel hören wird, wie auch von seiner gleichaltrigen Schauspielkollegin Kelli Garner, die ihm in nichts nachsteht.. Aber auch die bekannten Nebenrollen, darunter Keanu Reeves, Benjamin Bratt und Vince Vaughn, spielen klasse; hervorzuheben dabei ganz klar die großartigen Leistungen von Tilda Swinton und Vincent D?Onofrio. Für mich ein fast perfekter Film, dessen 90 Minuten wie im Fluge vergehen und der sicherlich noch des Öfteren von mir gesehen wird.

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  1. 17.06.2011, 00:04

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