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Thema: Elementarteilchen

  1. #1
    Regisseur Avatar von Julia
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    Elementarteilchen

    Ein neuer deutscher Film mit Staraufgebot.

    Michael (Christian Ulmen) und Bruno (Moritz Bleibtreu) sind zwei äußerst unterschiedliche Halbbrüder. Ihre Hippie-Mutter (Nina Hoss) ist seit ihrer Kindheit einzig an sexuellen Vergnügen interessiert. Während der introvertierte Molekularbiologe Michael lieber mit Genen als mit Frauen spielt, drücken sich Brunos "Kontakte" zum weiblichen Geschlecht mehr im Kopf oder im Bordell aus. Doch beiden wird schließlich die Liebe ihres Lebens zuteil. Michael trifft seine ehemalige Schulfreundin Annabelle (Franka Potente) wieder und plant mit ihr eine Familie. Bruno lernt während seines Urlaubs in einem esoterischen Camp die sexuell äußerst agile Christiane (Martina Gedeck) kennen und scheint endlich eine Frau gefunden zu haben, mit der er seine Obsessionen ausleben kann. Doch bald werden beide Frauen schwer krank, das Paradies scheint ein Ende zu haben. Bruno und Michael stehen vor einer ultimativen Entscheidung: altgewohnte Einsamkeit oder neuartige Zweisamkeit...


    Außerdem dabei:

    Corinna Harfouch
    Herbert Knaup
    Uwe Ochsenknecht
    Tom Schilling
    Jasmin Tabatabai

    Einen Trailer gibt es leider noch nicht!

  2. #2
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    Re: Elementarteilchen

    Das ist so ein Film, dem ich sehr skeptisch gegenüberstehe.

    Das Buch ist von Michel Houellebecq, grosser Literatur-Star Frankreichs, "Elementarteilchen" vielleicht sein heftigster Roman. Ich sehe das Problem, das schon die Verfilmung von "American Psycho" hatte: Dass die Radikalität der Buchvorlage nicht den weg in den Film findet, im Falle von "American Psycho" auch einfach nicht finden konnte. So wurde aus einem der aufsehenerregendsten Romane der 90er ein okayer Schlitzer-Film mit sozialkritischer Note. Und wenn ich mir die Namen hinter "Elementarteilchen" anschaue (Bernd Eichinger-Produktion, bekannte deutsche Schauspielriege), werd ich das Gefühl nicht los, hier wird ein grossartiges Buch zu einer Kompromissverfilmung verhunzt. Der Artikel, den Julia gepostet hat, deutet das auch schon an: Klingt ja fast wie 'n Liebesfilm.

  3. #3
    Regisseur
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    Re: Elementarteilchen

    Nina Hoss als Mutter von Bleibtreu? Cool, jetzt sind die Filmkinder in Natura schon älter als die Filmmutter.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  4. #4
    Regisseur
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    Re: Elementarteilchen

    Das hab ich mir auch schon gedacht.. Nina Hagen würd eher passen, altersmässig.

  5. #5
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    Re: Elementarteilchen

    Das müssten aber Rückblenden sein, die Jugend der Hauptpersonen.

  6. #6
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Elementarteilchen

    Ja, das fand ich auch irgendwie komisch, als ich das gelesen habe!

  7. #7
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    Re: Elementarteilchen

    Ich hab es befürchtet.

    "Gesellschaftskritik ist nicht verfilmbar, verfilmbar sind Melodramen."
    Bernd Eichinger über Elementarteilchen

    Spiegel:
    Houellebecqs Roman, 1998 erschienen, handelte von zwei Brüdern, die am Leben im allgemeinen und den Frauen im besonderen verzweifeln. Vor allem aber war "Elementarteilchen" eine Mischung aus pornographischen Protokollen, schlecht gelauntem Nihilismus und ein paar verwegenen Thesen übers Klonen. Literaturbetrieb und viele Leser reagierten begeistert auf das vermeintliche Tabubruchstück: Das Buch wurde in Europa ein Besteller, sein Autor zum Star.
    ...
    Statt sarkastischem Weltekel präsentiert Roehler dem Publikum die herzige Geschichte zweier Männer, denen das Schicksal übel mitspielt
    ...
    Houellebecq, der Zyniker, zog sein Klischee-Personal lustvoll in den Abgrund; Regisseur Roehler, eigentlich ein Romantiker, hat dagegen Mitleid mit diesen Figuren. An diesem Widerspruch arbeitet sich der Film hingebungsvoll ab; das Ergebnis dürfte ein eigenes Genre bilden: die tragische Sexklamotte. Dem Zuschauer bleibt die Erkenntnis, dass man "Elementarteilchen" nicht verfilmen kann.
    Und jetzt will ich noch Daniel zitieren, sehr guter Beitrag, dem ich aber noch was hinzufügen muss.
    Nur weil etwas genauso/anders im Buch steht, heißt das nicht, dass ich es im Film gut/schlecht finden muss. Ich urteile über den Film, und nur über den Film. Finde ich im Film etwas schlecht, ist das, was im Buch steht, erstmal völlig uninteressant. Wenn es schlecht adaptiert wurde, dann ist es im Film schlecht und im Buch vielleicht besser, wenn es gut adaptiert wurde, dann ist es im Film immer noch schlecht und im Buch vielleicht auch. Vielleicht gibt es dort noch einen anderen Kontext. Ist aber nicht von Interesse.

    Ich glaube an Film als eigenständige Kunstform, die sich im Moment ihrer Umsetzung von literarischen Vorlagen emanzipiert.
    Das Problem speziell bei Elementarteilchen ist, dass ich aufgrund mehrerer Kritiken (sind auch positivere dabei) einfach keinen Grund sehe, warum Roehler Houellebecq adaptieren musste. Ein Film ist ein Film, ein Buch ist ein Buch, aber irgendwo braucht eine Literaturverfilmung eine Berechtigung. Houellebecqs Pamphlet lebt von dem Zynismus, dem Nihilismus, es lebt vom Lebenshass. Dazu kommen seitenlange Beschreibungen von Brunos Sexabenteuern, die so stumpf und tot sind, dass einem schlecht wird. Die biologischen Wissenschaftsabhandlungen, die in einem so grotesken Ende münden. Für den Film werden Schlagwörter wie Keuschheit und Wärme verwendet. ?????

    Wenn jemand HP nur deshalb negativ bewertet, weil Szenen fehlen oder anders, ist diese Kritik für mich irrelevant. Trotzdem muss sich ein Film immer mit dem Buch messen. Wenn eine Literaturverfilmung dem Stoff nichts hinzufügen kann, brauch ich sie nicht. Aber eine Adaption, die nur den bekannten Namen des Autors verwendet und ansonsten 'ne ganz andere Suppe kocht, genausowenig. Vielleicht geht es nicht, Elementarteilchen in derselben Radikalität des Buches auf die Leinwand zu übertragen, es gibt das Extrembeispiel American Psycho, dessen Film genau DIESES Problem hat, dafür aber andere Möglichkeiten nutzt.

    Ich hab den Film nicht gesehen, deswegen sollte ich eigentlich (noch) die Klappe halten, aber ich bin grad einfach genervt. Schade, vielleicht tu ich dem Film auch Unrecht, erfahren werd ichs wohl nie, weil ich befürchte, so vourteilsbeladen in den Film zu gehen, dass er einfach keine Chance haben wird.

  8. #8
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Elementarteilchen

    Habe das Buch leider nie gelesen, aber der Film interessiert mich doch sehr. Alleine schon aufgrund der Darstellerriege!
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  9. #9
    Nebendarsteller
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    Re: Elementarteilchen

    Ich hab gerade meinen gestrigen Beitrag nochmal durchgelesen. War doch etwas zu verbissen. Aber so ein Satz wie der von Eichinger bringt mich echt zum Kotzen. Tut mir leid, dann such Dir ein anderes Buch.

    Ich sollte mich einfach mal dran gewöhnen, dass der Film nichts mehr mit Houellebecq zu tun hat. Das ist schade, weil es so selten passiert, dass eine Literaturverfilmung, die versucht, mehr als nur ein Nischenpublikum anzusprechen, sich traut, unkonventionelle Wege zu gehen und brisante Buchteile nicht einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Vielleicht ist gerade deshalb Fight Club so wertvoll.

  10. #10
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Elementarteilchen

    Der Artikel im Spiegel über Ulmen war sehr schön, auch diese Sache mit dem kurzen Wechsel der beiden Brüderrollen. Werde ich mir wahrscheinlich direkt nächste Woche ansehen, interessiert mich irgendwie ungemein!
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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