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Thema: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

  1. #1
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Dieses Topic wollte ich schon länger eröffnen. Die Frage ist im Topictitel vermutlich nicht ausreichend formuliert, daher noch einige Erläuterungen dazu:

    Ich stelle einfach mal die These in den Raum, dass sich auf der Grundlage herausragender Lieblingsfilme – wie auch auf der jeder anderen Top-Rangliste, z.B. im Falle von Musik oder Literatur – oft eine zumindest tendenziell richtige Aussage über die Persönlichkeit eines Menschen treffen lässt, da zumindest ein paar der Top-wasauchimmer einem bestimmten Muster folgen.

    Mich interessiert dabei weniger, ob ihr eine vage Tendenz zu einem bestimmten Genre wie Horror, Western oder Historiendrama habt, sondern tatsächlich nur die Auswahl eurer absoluten Lieblingsfilme, die nicht deshalb dazu geworden sind, weil sie euch „nur“ gut unterhalten haben, sondern weil sie euch in irgendeiner tiefergehenden Form persönlich berührt und bewegt haben. Das setzt natürlich voraus, dass Filme das bei euch grundsätzlich schaffen können, was nicht bei jedem der Fall sein muss. Manche nutzen Film tatsächlich nur zur Unterhaltung und Zerstreuung und finden inspirierende Impulse in anderen Bereichen des Lebens oder der Kunst. Interessant fände ich insbesondere versteckte, genre-übergreifende oder solche Gemeinsamkeiten, die objektiv womöglich gar nicht vorhanden sind, die ihr aber bei der subjektiven Interpretation einer Filmaussage für euch konstruiert habt.

    Die Filme, die mir am meisten gegeben haben, sind:

    The Shawshank Redemption
    Lost in Translation
    Collateral
    Donnie Darko
    und noch ein paar mehr, aber in erster Linie diese.

    Offensichtlich Filme aus recht verschiedenen Genres (2x Drama, 1x Thriller, 1x Sci-Fi-Fantasy-Drama). Bei Shawshank hat sich die inspirierende Wirkung der Geschichte bereits zum beachtlichen Massenphänomen ausgewachsen, ich empfehle hierzu die Sichtung von Shawshank: The Redeeming Feature von Mark Kermode.

    Ich halte Shawshank für den symbolischsten der vier Filme, es geht offensichtlich um Erlösung, und das Gefängnis-Motiv ist so universell, dass jeder Zuschauer sein persönliches Gefängnis hineinprojizieren kann. Ich würde darüber hinaus behaupten, dass es auch in den anderen drei Filmen im weitesten Sinne um Erlösung geht, wobei das bei Collateral wohl am wenigsten auf der Hand liegt. Ich werde das zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch näher erläutern, würde aber zunächst gerne wissen, welche Filme euch bewegt haben – und aus welchem Grund. Und ob es verschiedene Filme aus dem gleichen Grund geschafft haben.

  2. #2
    laertes
    Gast

    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    als vorab-reaktion sei erstmal gesagt: eine SEHR schwere frage, noch schwerer nur die antwort, über die man sicherlich lange nachdenken muss. aber definitiv eine gute frage.

    erste einschätzung: die meisten filme, die mich so berührt haben, dass ich sie als lieblingsfilme bezeichne, handeln von ohnmacht gegenüber äußeren einflüssen bzw der machtlosen eingebundenheit des individuums in den lauf der zeit oder des "schicksals". aber das muss ich wirklich noch länger bedenken, insb muss ich mir gedanken darüber machen, welche filme ich bislang so gesehen habe und welche aussagen ich aus ihnen gezogen habe - ein mammutprojekt!
    wir lesen uns dann weihnachten 2005 wieder

  3. #3
    Regisseur
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Zitat Zitat von Daniel
    Die Filme, die mir am meisten gegeben haben, sind:

    The Shawshank Redemption
    Lost in Translation
    Collateral
    Donnie Darko
    und noch ein paar mehr, aber in erster Linie diese.
    Soll ich mal versuchen was zu deuten? :wink:
    Du siehst gern Filme mit problembelasteten schwachen Helden, die dank einer abenteuerlichen Situation und viel Mut eine später bessere Lebens/Ausgangsposition erwirken. Im Grunde geben die genannten Filme Mut und Kraft. Sie spielen immer in einem realistischen Umfeld, was die Vorbildfunktion der Filme noch unterstützt.

    Bei mir ist das so ähnlich. Kraftvoll/bombastisch müssen Filme sein, damit sie mir gefallen.
    Generell haben Filme mit einer kraftvollen nahegehenden Aussage/Pointe wie bei Shawshank redemption oder Donnie darko immer ein gewaltiges Plus. Ich habe mich erst beim Schluss entschieden Donnie darko richtig zu mögen. Geht aber auch anders. Beispielsweise durch eine entsprechende Atmosphäre, wie zuletzt bei Batman begins. Zieht sich kraftvoll und spannend durch den ganzen Film. Das mein Geschmack dann auch leicht ins Bombastische driften kann ist denkbar. Ich mag halt Bombast.
    Der Grund, dass ich dann Filme wie Van helsing schlecht fand, obwohl sie oberflächlich genannte Kriterien erfüllen, ist dann die furchtbare Unglaubwürdigkeit des Storyablaufs. Anscheinend setze ich da schon ein gewisses Gerüst voraus.
    Dann gibt es da noch die herrlichen dummen Spaßfilme (Evil Dead 2), bei denen das Kriterium mit dem Storygerüst wegfällt, weil ich das ganze eh nicht so ernstnehme und gerne Ironie einfließen lasse. Geht aber auch nur solange, wie ich das Gefühl habe der Regisseur sah es so ähnlich.
    Das war ein mein Analysierungsversuchs.
    Die Filme stimmen großteils auch mit meiner persönlichen BestOf-Liste zusammen.

    Braveheart

    Fight Club

    Donnie Darko

    Vanilla Sky

    American Beauty

    Requiem for a dream

  4. #4
    Regisseur Avatar von Lars
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Ohja, in der Tat eine schwere Frage, also ich denke bei mir sind es, entgegen der Vorurteile, nicht nur Horrorfilme, denn Horrorfilme sind toll, aber sie bewegen mich nicht. Das haben nur sehr wenige geschafft:

    Ich führe gleich mal die Gründe mit an:

    Irreversible - unglaublich ergreifend und schrecklich, aber ich mag diesen Film trotzdem sehr, denn, ich weis einfach nicht warum, er hat es einfach geschafft, mich unglaublich zu berühren und zu beeindrucken (sowohl negativ, als bedingt positiv), allerdings ohne mich dabei sehr zu schockieren

    Der Blutige Pfad Gottes - Großes Werk von Glaube und dessen Wirkung, die Geschichte der beiden Iren zeigt einfach die menschlichen Abgründe, und Gedanken, auf die, gebts zu, jeder schon mal gekommen ist

    Fight Club - Ja, was soll ich sagen, die Sozialkritik ist einfach unglaublich, die Konfrontation mit unserer Konsumgesellschaft und ihrer manipulativen Wirkung und der Suche nach dem Ausweg

    The Texas Chainsaw Massacre - Einfach erschreckend, besonders bei dem Gedanken, dass es auf wahren Begebenheiten beruht. Die Hoffnungslosigkeit und Kälte des Leatherface sind einfach unglaublich

    28 Days Later - einer meiner ersten Horrorfilme, daher erstmal sehr spannend gewesen, aber mittlerweile, auch sehr überzeugend. Er zeigt einfach herrlich wozu Menschen in extremen Situationen fähig sind ( also das Ende mit den Soldaten)

    So, das waren jetzt mal 5, aber es gehören noch viel mehr dazu wie Pulp Fiction, Saving Private Ryan und noch mehr
    "Death is a disease, it's like any other. And there's a cure. A cure - and I will find it."

  5. #5
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Zitat Zitat von Daniel
    Mich interessiert dabei weniger, ob ihr eine vage Tendenz zu einem bestimmten Genre wie Horror, Western oder Historiendrama habt, sondern tatsächlich nur die Auswahl eurer absoluten Lieblingsfilme, die nicht deshalb dazu geworden sind, weil sie euch „nur“ gut unterhalten haben, sondern weil sie euch in irgendeiner tiefergehenden Form persönlich berührt und bewegt haben.
    Also wenn ich das jetzt richtig verstehe, sprichst du von den Lieblingsfilmen, die uns hauptsächlich auf emotionale Weg erreicht und somit bewegt und berührt haben!? Und damit meine ich nicht (nur) Filme, die einen zum Weinen bringen...
    Denn zum Nachdenken regen mich viele Film an, doch würde ich das nicht immer gleich als "bewegt" bezeichnen....

    Bei mir gestaltet es sich da also etwas schwierig...spontan fallen mir jetzt mal folgende zur Filme ein:

    "Der Schmale Grat"
    (wie eigentlich auch die anderen Malick-Filme)
    "Mystic River"
    "Cast Away"
    "The Green Mile"
    "Braveheart"


    Einen weiteren absoluten Lieblingsfilm, den ich aber nur schwer einzuordnen weiß, ist "Matrix".
    Lediglich "gute Unterhaltung" war es nicht, die ihn zu einem meiner Favoriten machten, aber als tiefgehend bewegend und berührend würde ich ihn auch nicht bezeichenen. Neben der innovativen Inszenierung ist es wahrscheinlich die Kombination zwischen Super-Action und der intelligenten Story mit dem philosophischen Touch, der ich erlag...

    Wie auch immer, Gemeinsamkeiten bei den oben genannten Filmen zu finden, ist schwierig...an einer besonderen Art der Charaktere oder Figuren kann ich es jedenfalls nicht festmachen, aber eine ruhige teilweise meditative Inszenierung scheint wohl eine Möglichkeit zu sein.
    Liegt mitunter wahrscheinlich daran, dass ich es mag mich in ruhigen Bildern mit meinen Gedanken mehr oder weniger zu verlieren - in Perfektion gelingt das bei "Der Schmale Grat" :wink:
    Eine schöne musikalische Untermalung erscheint dabei auch nicht ganz unwichtig.

    Wer noch andere Ideen für eine Interpretation hat, darf sich gerne melden!

  6. #6
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Ich würde darüber hinaus behaupten, dass es auch in den anderen drei Filmen im weitesten Sinne um Erlösung geht, wobei das bei Collateral wohl am wenigsten auf der Hand liegt.
    Komisch ich fand den Film am Ende sogar sehr befreiend. Vincent schien am Ende frei zu Atmen und endlich von seiner Frage erlöst zu sein. Irgendwie scheinen alle Filme bei dir Fragen zu haben die am Ende geklärt werden. Auch wenn man, oder zumindestens ich, selbst keine Antwort findet. Sehen die Charaktere am Ende alles klar.

    @Topic

    Ich finde es ist eine Tolle Idee. Ich hoffe mal das es kein simples Aufzählen von Lieblingsfilmen wird.

    Ich selbst habe noch gar keine Ahnung was bei mir die Gemeinsamkeiten sind. Kommt Zeit, kommt Rat.

    @Lars

    Du siehst Der Blutige Pfad Gottes wirklich als Großes Werk von Glaube und dessen Wirkung. Ich muss ehrlich sagen das ich beim Lesen innerlich gelacht habe, bei dieser Aussage.
    Five-Point Palm - exploding heart technique

  7. #7
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Da kann jeder was anderes reininterpretieren! Ich muss zugeben, dass ich Armageddon damals sehr bewegend fand. Ich empfand den Weg den dieses "Dreckige Dutzend" ging, als sehr dramatisch. Hatte im Kino am Schluss Tränen in dn Augen.

  8. #8
    Regisseur Avatar von Lars
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Ja tue ich, denn ich denke es geht um mehr als die ihm vorgeworfene Coolness, sicher er hat ein wenig Matrixstyle und will cool sein, aber dennoch hat er was zu sagen
    "Death is a disease, it's like any other. And there's a cure. A cure - and I will find it."

  9. #9
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Zitat Zitat von joewolff
    Da kann jeder was anderes reininterpretieren! Ich muss zugeben, dass ich Armageddon damals sehr bewegend fand. Ich empfand den Weg den dieses "Dreckige Dutzend" ging, als sehr dramatisch. Hatte im Kino am Schluss Tränen in dn Augen.
    Na ja, hatte ich damals im Kino auch - ist schließlich recht rührend am Ende - aber als echt bewegend kann ich ihn trotzdem nicht bezeichnen. Dazu fehlt mir da einfach der Tiefgang. Und immerhin reden wir hier doch von "tiefergehenden Berührungen", die sich vielleicht durch mehr als ein bloßes "Och das ist aber traurig!" definieren!?

    Aber gut, hast natürlich recht! Wir diskutieren hier auf einer Ebene, auf der es nur noch schwerer fällt Objektivität hinein zu bringen. Schließlich geht es um Gefühle eines Jeden von uns, hervorgerufen durch Filme. Was könnte subjektiver sein? :wink:

  10. #10
    Regisseur
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    Re: Haben eure Lieblingsfilme eine Gemeinsamkeit?

    Gemeinsamkeiten? Sehr interessante Frage. Muss ich mal überlegen. Also da wäre ALMOST FAMOUS. Dieser Film fasziniert mich wohl, weil die Hauptfiguren alles Menschen sind, die die reale langweilige Wetl verlassen und als Rockstar, Reporter oder Bandaid das ungewisse, das geheimnisvolle suchen. Dabei lösen sie sich immer mehr von ihren verkalkten alten Verhältnissen, sei es das Lösen von der überängstlichen Mutter, das entfliehen aus einem öden Alltag oder der lahmen eigenen Familie.

    LOST IN TRANSLATION: Da ist eine Verbindung zu ALMOST FAMOUS. Zwei Menschen begegnen sich, zufälligerweise wissen sie nicht weiter, die Zukunft lässt sie im Ungewissen, sie wissen nur, das es nicht so weiteregehen kann. Sie suchen und finden im Anderen eine verwandte Seele und gelangen zwar nicht zum Ziel fühlen sich aber besser und schöpfen neue Hoffnung.

    MOULIN ROUGE!: Hat wohl eher wenig mit den ersten beiden zu tun. Vor allem die begeisternde Technik und die tolle Musik faszinieren mich. Hinzu kommt eine einfache aber mitreißende Liebesstory. Insgesamt prachtvoll und fördert den Glauben an Liebe.

    DER PATE: Die Entwicklung steht hier wohl im Mittelpunkt. Also ähnlich wie in ALMOST FAMOUS und LOST IN TRANSLATION. Einerseits muss Michael Corleone Versuchungen widerstehen und will aber vielleicht veraltete Wege weiter beschreiten. Letzendlich vermengt sich alles.

    CASINO: Verbindung zu MOULIN ROUGE, die grandiose Optik. Hinzu kommt wieder ein Suchender und sich Entwickelnder. Sam Rothstein will seine Chance nutzen, äußere Umstände verhindern dies aber. Er ist ganz oben, hat sich das erarbeitet, da er aber nicht konsequent ist, verliert er fast alles.

    Das wars erstma
    You can't be wise and in love at the same time - Bob Dylan

    http://www.humanspotlight.de.vu/

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