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Thema: Biopics

  1. #1
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    Biopics

    Biopics gibt es inzwischen zu Hauf: "Kinsey","Gandhi","Ali","Aviator"usw.usw.usw.

    Doch welche Prominenten hätten eurer Meinung nach, endlich mal ein Biopic verdient? Ob Politiker, Darsteller, Sportler oder Schriftsteller, welches Biopic würdet Ihr am liebsten mal über der Leinwand flimmern sehen? Welche Biopics erscheinen euch am absurdesten? Welche gefielen euch und welche mochtet Ihr nicht?
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.
    Rainer Maria Rilke

  2. #2
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Einen ambitionierten Film über Elvis Presley, das wär doch was. Und gibt es nicht einen Film über Nelson Mandela, oder zumindest in Planung?
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  3. #3
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Du hast vollkommen recht: Einen großen, epischen Film über die amerikanische Ikone Elvis gibt es tatsächlich noch nicht. John Carpenter hat sich mal eine TV-Version von Elvis' Leben versucht, in welcher Kurt Russel die Titelrolle übernahm. Ich hab den Film nicht gesehen, dennoch von Kritikern nichts gutes über ihn gehört.
    Nachzulesen auf: http://www.geocities.com/j_nada/carp/elvis.html

    Die große Mandela-Geschichte ist auch noch nicht da. Ich glaube so etwas wäre was für Sir Richard Attenborough gewesen, aber der ist inzwischen für solche Sperenzchen vermutlich zu alt (ist der nicht schon bereits tot?).

    Von den Deutschen würde ich mir mal ein Biopic über Konrad Adenauer oder Willy Brandt wünschen, aber nicht in diesem Fernsehfilm-Stil. Oder eine epische Story über Rudi Dutschke und die 68er. Aus der CDU-Spendenaffäre könnte man einen tollen "Die Unbestechlichen"-Ableger machen. Ein großes vierstündiges Biopic über Bismarck, seine Jugendjahre in der Deutschen Revolution, sein Kampf gegen Frankreich, die Erschaffung eines deutschen Reiches und sein letztendliches Scheitern und Zerwürfnis mit Wilhelm II wäre auch eine unfassbar lohnenswerte Geschichte.
    Es gibt soviele interessanten Persönlichkeiten in der deutschen Geschichte, aber keine Filme über sie. Fehlt das Geld? Fehlt das Interesse im Springer-verseuchten Bild-Zeitungs-Deutschland? Ich weiß es nicht!
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    Rainer Maria Rilke

  4. #4
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Ich finde, viele interessante deutsche Geschichten werden leider fürs Fernsehen verfilmt, das ist aber oft kein würdiger Rahmen. Richard Attenborough lebt noch, er wird am 29.August 82 Jahre alt.
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  5. #5
    Admin Avatar von Matt
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Elvis Presley stelle ich mir auch sehr interessant vor, also eine würdige umfangreich angelegte Verfilmung seiner Lebensgeschichte. Spontan fällt mir nur immer noch ein, dass die Filmwelt Stanley Kubricks Napoléon-Projekt. Ich erinnere mich noch, wie ich staundend vor diesem riesen Karteikartensystem im Deutschen Filmmuseum stand. Jeder Tag im Leben Bonapartes aufgezeichnet und für den Dreh vorbereitet und archiviert. Dazu noch die sehr nette und wunderschöne breifliche Absage von Audrey Hepburn an ihn selbst.

    Aber man sollte natürlich nicht Projekten nachweinen, sondern lieber hoffen das bald neuere ebenfalls interessante gemacht werden.

    Mein Vorschlag:
    Merian C. Cooper

    Das Leben dieses Filmemachers ist auf jeden Fall aus abenteuerlichem Stoff der für mehrere Drehbücher ausreicht!

    He attended the U.S. Naval Academy, but left before graduating and joined the 1916 hunt for Pancho Villa. A 1921 newspaper article tallied his WWI experiences: "All Warsaw is at the feet of the American ace who was twice shot down from the clouds, twice endured the squalor of prison camps, twice was reported dead." Cooper and his partner Ernest Schoedsack traveled the world shooting documentaries, scoring a box-office hit with the Oscar-nominated Chang (1927) before moving on to dramatic filmmaking. After "human dynamo" Cooper took over as RKO studio chief, he joined the WWII Flying Tigers and received a U.S.A.F. brigadier general promotion. Launching Cinerama in 1952, he was awarded an honorary 1953 Oscar. The charismatic Cooper, "a man living his own movie" can be called a legend.

    Quelle und weitere Infos
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  6. #6
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Kubrick himself wäre doch auch nicht uninteressant als Biopicsujet, oder?
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  7. #7
    Admin Avatar von Matt
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Und ob, aber da reicht mir auch ersteinmal dieser Film:
    Color Me Kubrick
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  8. #8
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Filme über Filmemacher (Darsteller mit eingeschlossen) finde ich immer außerordentlich schwierig. "The Life and Death of Peter Sellers" hätte eine sehr viel größere Aufmerksamkeit verdient, vergrub sich jedoch in der Bedeutungslosigkeit.
    Ob es an dem in der zeitgenössischen Filmrezeption kaum noch gewürdigten Peter Sellers selbst liegt oder einfach an der Unmöglichkeit das facettenreiche Leben einer Person, mit der jeder, ganz individuell, pseudo-persönliche Erfahrungen im Kino, TV, Radio etc. verbindet, mit der subjektiven Sichtweise des Autors/ Regisseurs, überein zu bringen? Wo wir bei der grundlegenden Skepsis angelangt sind, die wir einem Biopic entgegenbringen sollten.

    Es ist außerordentlich müßig darüber nachzudenken welche Teile in einem dargestellten Leben einer Berühmtheit, dem Mythos oder der Wahrheit entsprechen.

    Es ist außerordentlich müßig und störend dieses Wissen um die Unabänderlichkeit einer "festen" Interpretation die mit meiner keineswegs übereinstimmen muss. Ja! Die sich die Plakette "Wahrheit" auf die Fahnen schreibt. Sie uns quasi stillschweigend zu akzeptieren aufzwingt...ist das nicht Verrat? Wie weit darf man da den Personenkult treiben?

    Kann die Wahrheit nicht das Ansehen, die symbolische Kraft, die von ihrem Image ausgeht, zerstören? Wenn in einem Film, der sich die Wahrheit auf die Fahnen schreibt, behauptet wird, Gandhi habe neben seinem Leben als Friedensbringer seine Kinder sexuell missbraucht und das ganze ist nur von Autor/Regisseur erdacht um die Spannungskurve im Film zu steigern, ist dann nicht ein großes Stück seines Ansehens zerstört? Was würde ein solches Vorgehen über uns als kultureller Gesellschaft aussagen? Hier handelt es sich um ein extremes Beispiel. Aber wo beginnen die Grenzen und wo hören sie auf? Ist die prominente Person in einem Biopic Darstellung der Wahrheit oder Darstellung der kollektiven zeitgenössischen Wahrnehmung? Ich bin mir ziemlich sicher, dass "Der Untergang" in den 50ern anders ausgesehen hätte als der von 2004. Es bedarf aber vermutlich nicht mal 50 Jahre um dies fest zu stellen, vermutlich nicht mal gerade 10.

    Bezüglich Stanley Kubrick: Irgendwie würde es mich reizen mir einen solchen Film anzuschauen, irgendwie aber auch nicht, da ich die Befürchtung hätte, er käme in keinem Fall an die monströse (hier: positives Adjektiv) Größe eines Kubricks heran. Ähnlich erging es mir bei "Ali". Michael Mann hat da große Arbeit geleistet, aber dennoch wirkte das ganze auf mich wie ein schmaler Ausschnitt aus Alis Leben und nicht wie DAS große Werk über ihn. Anders hätte es aber als Film nicht funktioniert...da stellt sich mir die Grundfrage: Ist es überhaupt so gut das Leben eines Menschen darzustellen mit dem so immens viele Menschen, jeweils für sich, so immens viel verbinden? Bei einem Film über das Leben von Kubrick würde ich mir diese Frage vermutlich wieder stellen müssen und die Antwort würde mich nicht erfreuen...
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    Rainer Maria Rilke

  9. #9
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Cool, Morten ist zurück.
    Welcome back

    Entschuldige das OT liebster aller Mods
    -"Shoot him again"
    -"What for?"
    -"His soul is still dancing"

  10. #10
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    Re: BIOPICS-Der nächste bitte...!

    Zitat Zitat von Morten
    Filme über Filmemacher (Darsteller mit eingeschlossen) finde ich immer außerordentlich schwierig. "The Life and Death of Peter Sellers" hätte eine sehr viel größere Aufmerksamkeit verdient, vergrub sich jedoch in der Bedeutungslosigkeit.
    Hast du den Film gesehen?

    Zitat Zitat von Morten
    Ähnlich erging es mir bei "Ali". Michael Mann hat da große Arbeit geleistet, aber dennoch wirkte das ganze auf mich wie ein schmaler Ausschnitt aus Alis Leben und nicht wie DAS große Werk über ihn.
    Das sollte es ja auch nicht werden, denn Mann bezieht sich ja ganz bewusst nur auf eine bestimmte Zeitspanne aus dem Leben dieses Mannes, so konzentriert er sich ja auch verstärkt auf seine politischen Aktivitäten.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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