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Thema: Die Fetten Jahre sind vorbei

  1. #1
    Zuschauer
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    Die fetten Jahre sind vorbei

    Ich habe ihn gestern gesehen, allerdings ist ca. 15 Min. vor Ende der Projektor kaputt gegangen und wir wurden nach Hause geschickt. (es gab aber Kinogutscheine als Trost)
    Bitte verratet das Ende hier aber nicht (nur mit Spoiler), denn ich werde mit den Film dann nochmal auf DVD ausleihen.

    Was ich gesehen habe fand' ich jedenfalls ziemlich klasse. Der Film is originell, witzig und spannend. Das kann ich von wenigen Filmen sagen, die ich in letzter Zeit gesehen habe.
    Die Dialoge (besonders in der Hütte) haben mich auch sehr beeindruckt.

    - Die Erziehungsberechtigte

  2. #2
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Auch wenn der Film schon mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde waren meine Erwartungen nicht alzu hoch. Am Anfang bestätigten sich auch meine Befürchtungen, da mir der Film fast schon wie ein Standartwerk des deutschen Films begann. Jedoch wird der Film nach dem 1. Drittel deutlich stärker, was ich vor allem dem Auftauchen von Burghardt Klaußner, der hier jedem die Show spielt und eine großartige Leistung abliefert. Brühl, Erceg und Jentsch spielen auch nicht schlecht, können aber nie wirklich an Klaußner heran kommen. Des Weiteren liefert die Geschichte durchaus ein paar sehr interessante Denkanstöße, wenngleich ich persönlich mit deren Durchführung nicht zufrieden war. Die Liebesgeschichte hätte mir den Film auch noch fast etwas abgewertet, da ich mit ihr große Probleme hatte, ebenso auch mit dem Ende des Filmes, welches ich als etwas zu lang und unausgegoren empfand. Dennoch ein wie ich finde ziemlich guter deutscher Film!

  3. #3
    Statist
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Definitiv einer der besten deutschen Filme des Jahres. Überzeugende Schauspielerleistungen mit Dialogen, die sich "echt" anfühlen und ein richtig interessantes Thema mit einigen guten Gedanken, die zum Nach- und Weiterdenken anregen.
    Die komischen Elemente sind gut eingearbeitet, so dass der Film nicht zur Lachnummer wird, aber auch nicht in Ernsthaftigkeit und Pathos erstickt.
    Und den Schluss fand ich ganz prima, denn der enthält nicht nur eine, sondern sogar zwei recht überraschende Wendungen!
    Und diese Julia Jentsch will ich möglichst bald wieder auf der Leinwand sehen!

  4. #4
    Zuschauer
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    ich fand den film ganz unterhaltsam.
    nur ist mir eines aufgefallen, was mich ein bisl verwundert hat:
    da hinterlassen die sog. "erziehungsberechtigten" immer die mahnung "Sie haben zu viel Geld", dabei scheint´s ihnen selbst
    nicht allzu schlecht zu gehen. Sie wohnen in einer schicken Miet-
    wohnung im Prenzlauer Berg, haben alle Handys, der eine hat
    sogar eine spiegelreflex dabei, der andere fährt zum sonnenbaden
    nach ibiza.
    ??? Irgendwas passt da meines Erachtens nicht zusammen, wenn sie
    sich so idealistisch polarisieren und selbst nicht am Hungertuch nagen.
    Naja, was weiß ich.

  5. #5
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Ja das kann man schon falsch auffassen! Wirkte auf mich auch etwas seltsam. Aber es geht ja eigentlich die ganze Zeit um soziale Gerechtigkeit und sie wollen ja nicht, dass alle arm sind, sondern das alle etwa gleichviel haben (eben im "besten" kommunistischen Sinne :wink: ) Und ich vermute, sie nehmen sich dafür vielleicht sogar als Standard und in diesem Standard, sollte eben jeder ein Handy haben dürfen etc...

    Auf jeden Fall, um jetzt nochmal meine Meinung zum Film preiszugeben, war auch ich sehr angetan und werde ihn in meiner persönlichen Bestenliste deutscher Filme weit oben ansiedeln! Die Gratwanderung zwischen Komik(ein bisschen war schon enthalten) und Tragik und dem Zuschauer trotz der etwas abgedrehten Story jederzeit das Gefühl zu vermitteln, dass es um "unsere" Welt geht, langte mir doch gehörig Respekt ab! Ein wunderbarer Film!

  6. #6
    Zuschauer
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Zitat Zitat von ric-dee
    Ja das kann man schon falsch auffassen! Wirkte auf mich auch etwas seltsam. Aber es geht ja eigentlich die ganze Zeit um soziale Gerechtigkeit und sie wollen ja nicht, dass alle arm sind, sondern das alle etwa gleichviel haben (eben im "besten" kommunistischen Sinne :wink: ) Und ich vermute, sie nehmen sich dafür vielleicht sogar als Standard und in diesem Standard, sollte eben jeder ein Handy haben dürfen etc...
    Sie wollen nicht dass alle arm sind oder alle reich. Die Frage ist: Was wollen Sie eigentlich? Was wollen Sie verändern wenn sie keiner ernst nehmen kann, weil sie selbst in ansätzen schon das verkörpern was sie anklagen? Die Entwicklung vom Totalitären Revoluzzer hin zum Kapitalisten deutet sich (so wies beim Bonzen den sie entführen war) doch bereits an, wenn der Stipe in Kreuzberg mit gestohlenen Uhren dealt und sich eigentlich nur als "coolen Typen" sieht, wie er auf der Hütte sagt. Dieses Selbstbild läuft doch seinen eigentlichen ideologischen Grundsätzen zuwider. Weiß nicht ob der Weingartner das zu zeigen beabsichtigt hat, aber für mich bestätigt sich die These vom Rebellen, der jede Demo besucht, um darüber sein Selbstbewusstsein aufzubauen und vielleicht noch die Mädels zu kriegen. Gibt halt nicht viele Alternativen für denkende Jugendliche erstmal ihren Platz in der Welt zufinden. Aber das System wird sie wahrscheinlich genauso verändern, weil sie sich aus ihm nicht befreien können. Da können sie noch so lange auf die Alm oder ins Ausland rennen wie sie wollen. Irgendwann holt sie ihre Vergangenheit ein und sie werden sich mit den realen bedingungen auseinandersetzen müssen (miete zahlen, arbeiten gehen etc.). A propos: Wovon haben die beiden Jungs eigentlich gelebt?

  7. #7
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Das ist doch alles richtig! Das ist ja auch eine der Hauptbotschaften des Filmes, dass auch Leute, wie die drei Hauptdarsteller früher oder später vom System "überzeugt" werden bzw. ihre eigenen Wünsche über ihre Ideologie stellen. Dem habe ich zu keiner Zeit widersprochen.
    Und ich habe auch nicht behauptet, dass sie wollen, dass alle arm oder reich sind. Sie wollen soziale Gerechtigkeit, also alle haben etwa gleichviel. Das ist es was sie wollen, oder besser gesagt, was sie vorgeben zu wollen. Denn wenn man hinter ihre Gesichter schaut erkennt man natürlich eine Mischung aus Unsicherheit und Verzweiflung den eigenen Platz in der Welt zu finden, wie du es so schön sagtest.
    Tja, wovon leben die beiden? Ich nahm die ganze Zeit an, dass sie sich mit Gelegenheitjobs über die Runden helfen. Vielleicht ist auch irgendwer Student... So genau weiß ich das nicht mehr, ist ja schon etwas her, dass ich den Film sah.

  8. #8
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Der Film ist definitiv einer, wenn nicht sogar der beste deutsche Film der letzten Jahre. Der Film spielt andere Filme wie z. B. Goddbye Lenin an die Wand.
    Meiner Meinung wollen sie auch Gerechtigkeit und wollen auch ein schönes Leben führen aber nicht so wie die anderen Leute die nicht mehr wirlich wissen warum sie überhaupt leben und auch keine zeit haben ihr ganzes Geld auf den Putz zu hauen.

    Julia

  9. #9
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Zitat Zitat von Julia
    Der Film ist definitiv einer, wenn nicht sogar der beste deutsche Film der letzten Jahre. Der Film spielt andere Filme wie z. B. Goddbye Lenin an die Wand.
    Stichwort: Gegen die Wand ... das wäre dann meiner Meinung nach der beste deutsche Film der letzten Jahre!
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  10. #10
    Regisseur
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    Re: Die fetten Jahre sind vorbei

    Warum muss man sich darüber streiten, wer nun die Nummer eins des deutschen Films der vergangenen Jahre ist? Freuen wir uns lieber, dass die Auswahl so groß ist, wobei ich persönlich mit Die Fetten Jahre sind vorbei nicht sehr viel anfangen konnte. Vermutlich bin ich einfach zu sehr Realist und zu wenig Idealist.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

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