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Thema: Manderlay

  1. #1
    Zuschauer
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    Manderlay

    Mit dem Schlachten eines Esels vor laufender Kamera in Lars von Triers neustem Projekt ist für mich die Grenze des guten Geschmacks in Filmen überschritten.

    artikel

    auch der Vergleich "Wenn man in einem Film sechs Kinder töten lässt, nimmt ja niemand Anstoß daran." hinkt meiner Ansicht da es sehr wohl ein Unterschied ist ob Filmblut verspritzt wird oder ein Leben ausgelöscht wird. Egal mit welch hochtrabenden Motiven ist es für mich einfach falsch zu Unterhaltungszwecken zu töten.

    Keine Ahnung ob es etwas vergleichbares schon gab aber ist mir gerade aufgefallen und ich bin auf andere Meinung gespannt..
    kekeke! .. chicken

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  2. #2
    Regisseur
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    Re: Mandalay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    hm.. es handelt sich dabei also um eine "normale" Schlachtung eines Esels, wenn ich das richtig interpretiere. Dabei stellt sich natürlich die Frage warum man so etwas real filmen muss, wo es doch genug Möglichkeiten gibt das mit technischen Mitteln nachzustellen, ohne dass ein Zuschauer das bemerkt. Gut, Trier als Kind (oder Vater) der Dogma-Bewegung, lässt diese Möglichkeit wohl bewusst aussen vor..

    Ob man nun den Esel schlachten darf um es auf Zelluloid zu bannen ist halt ein sehr schmaler Grat.. die Schlachtung an sich kann man wohl nur dann verurteilen wenn man prinzipiell gegen Verzehr von Fleisch ist. Die Frage nach der Motivation hinter dieser Handlung bzw. ob und welchen Unterschied die Motivation macht halte ich für enorm schwierig einzuschätzen.. denke im Moment, solange es nicht als skandalöses Element dazu dient Zuschauer zu locken und Blut-Voyeurismus zu bedienen ist es noch vertretbar, aber vielleicht hat ja jemand da noch klügere Gedanken dazu als ich gerade.

  3. #3
    Regisseur
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    Re: Mandalay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Ich hab den Artikel vorhin auch gelesen und ich finde es irgendwie ziemlich pervers, was Lars von Trier da im Zuge der Authentizität des Filmemachen da so treibt. Irgendwo gibts halt echt Grenzen. Was kommt wohl als nächstes? Der Vergleich mit den Kindern zeugt auch von ziemlich Dümmlichkeit von Seiten des Geschäftsführers...

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von Anne
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    Re: Mandalay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Jaja, daß der Lars ein sehr dummer Mensch ist, ist ja bekannt...oder so....

  5. #5
    Regisseur
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    Re: Mandalay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Zentropa-Geschäftsführer Peter Aalbæk Jensen sagte, der Esel habe ohnehin eingeschläfert werden sollen und sei vor laufenden Kameras unter tierärztlicher Aufsicht getötet worden.

    Das ist doch alles nicht Neues mehr, worüber man sich noch aufregen, oder es als eine neue Grenzüberschreitung bezeichnen könnte.
    Georges Franju hat schon vor 50 Jahren für seinen berühmten Dokumentarfilm "Das Blut der Tiere" die Schlachtung von hunderten von Tieren mit der Kamera in Paris verfolgt - der Film wurde zu einem der entscheidenden Ausgangspunkte für die Bewegung für die Rechte von Tieren.
    Was passiert denn in dem jüngsten Film von Michael Haneke mit dem Pferd, dem der Hals aufgeschnitten wird? Hat da jemand von einer neuen Grenzüberschreitung geredet, oder sich sonstwie sonderlich aufgeregt?

    LvTs Esel sollte allem Anschein nach sowieso eingeschläfert werden und das geschah dann noch unter Ausicht von Fachleuchten. Was anderes bekommt ihr in den sensationsgeifernden "Galileo"-Reportagen zum Schlachtungsmechanismus allabendlich auch nicht vorgesetzt.

    Schön auf dem Teppich bleiben. Das haben wir alles schon gehabt.

  6. #6
    Statist
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    Re: Manderlay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Eine echte Meldung wurde es ja eigentlich erst dadurch, dass John C. Reilly deswegen das Handtuch geworfen hat. Schade, ich finde den Mann seit seiner Polizisten-Performance in "Magnolia" Weltklasse und hätte ihn gerne in einem von-Trier-Film gesehen.

  7. #7
    Regisseur
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    Re: Manderlay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Was ist denn das für ein Argument "Der Esel sollte eh eingeschläfert werden"? Für mich besteht irgendwie schon ein Unterschied zwischen Einschläfern und Abschlachten. Außerdem muss man sich die Frage stellen: Ist es legitim ein Lebewesen grausam zu ermorden weil es eh dem Tode geweiht ist? Und das dann auch noch für einen Film, bei dem man das ganze problemlos auch nur "spielen" könnte. Was kommt als nächstes? Vielleicht bringen wir ein kleines Kind mit Gehirntumor für einen Kinofilm um, weil es zwei Monate später ohehin gestorben wäre?

    Und Anne, ich sagte nicht dass Lars von Trier dumm ist, sondern der Geschäftsführer, der eine nachgespielten Szene mit einer tatsächlichen Handlung vergleicht.

  8. #8
    Regisseur
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    Re: Manderlay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Moment.. abschlachten und schlachten ist noch ein ziemlicher Unterschied.. weiss nicht genau was die nun gemacht haben, aber wenn es sich um eine fachmännische Schlachtung (auch wenn sie traditionell durchgeführt wurde) handelt ist das was anderes als wenn das Tier einfach dahingemetzelt wurde

  9. #9
    Regisseur Moderator
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    Re: Manderlay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Ich schätze mal schon, dass es sich dabei um eine "ordnungsgemäße" Schlachtung handelt, sonst hätten sie vermulich gar keine Drehgenehmingung gekriegt. Sei es wie es sei, ein etwas bitterer Beigeschmack bleibt...
    If it wasn't this... it'd be something else.

  10. #10
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Manderlay - Die Grenze des guten Geschmacks?

    Der Trailer beeindruckt auf jeden Fall:
    M A N D E R L A Y
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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  1. 11.02.2011, 00:22

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