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Thema: The Cooler (Der Cooler)

  1. #1
    Hauptdarsteller Avatar von Harvey Dent
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    The Cooler

    So, gestern habe ich ihn endlich gesehen.
    Mein Fazit: durchaus sehenswert
    Eine interessante Charakter-Studie aus der Welt der Kasinos und des (alten) Las Vegas. Gute Darsteller und ein innovativer Plot, wenn auch an einigen Stellen etwas zäh. Alec Baldwin beweist, dass er für seine Rolle als Kasino-Eigner zu Recht für den Oscar nominiert wurde (als ich davon das erste Mal hörte war ich schon etwas skeptisch). Manchmal hätte ich mir allerdings noch etwas mehr "Gambler-Action" gewünscht.

    Was ich mich jetzt frage:
    Ist die Funktion eines "Coolers" eine reine (originelle) Drehbuch-Fiktion?
    Oder gab/gibt es Kasinos, die tatsächlich derartiges Personal beschäftigen?

  2. #2
    Administrator
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    Re: The Cooler

    Das wüsste ich auch mal gerne. Wenn es sowas wirklich geben würde, fände ich das ja sehr interessant! Das müssten dann ja auch Leute sein, die unglaublich viel Pech im Leben haben, und dieses Pech müsste sich dann auch übertragen lassen. Schon irgendwie sehr mystisch...

    Aber es gibt sicher Kasinoangestellte, die die Spieler vielleicht nur durch ihre Anwesenheit am Tisch nervös machen. Und die Spieler entscheiden dann nicht mehr intuitiv, oder was auch immer.

    Aber das wäre auch irgendwie ein unbegreifliches Phänomen, weil es ja doch Glücksspiele sind und man das Ergebnis ja nicht vorhersagen kann.
    ...for she will be my heroine for all time and her name will be Viola...

  3. #3
    Hauptdarsteller Avatar von Harvey Dent
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    Re: The Cooler

    Ganz sicher glaube ich, wie auch im Film kurz gestreift, dass mit psychologischen Tricks in den großen Kasinos gearbeitet wird, um die Spieler bei Spiellaune zu halten (Farbgebung, Musik, Suggerierung von Gewinnerlebnissen bei anderen, etc.). Letzteres ist für die Kasinos natürlich zweischneidig, Gewinner kosten Geld, gleichzeitig kann man sie aber auch als Marketing-Investition betrachten, da sie andere Spieler zum Weitermachen motivieren können.

    Tja, aber bei der Frage "wie bricht man eine Glückssträhne" kommen wir dann wirklich ins metaphysische. Rational ist das dann nicht mehr, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass einfach etwas versucht wird, um den Rythmus des Spielers zu brechen, z.B. neue Würfel, neue Chips, der Gewinner-Tisch wird aus technischen Gründen geschlossen, eine neue Bedienung serviert Drinks, etc.

  4. #4
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    Re: The Cooler

    Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass es eben Typen gibt, die einen schon alleine durch ihre Anwesenheit irgendwie nervös machen. Und dadurch verhält man sich dann vielleicht verkrampfter und man hat nicht mehr soviel Glück im Spiel. Oder man setzt plötzlich anders, als man es intuitiv getan hätte. Sowas ist dann ja schon eher psychologisch.

    Aber richtig erklären kann man's eigentlich doch wieder nicht. Weil, es könnte ja auch gerade andersrum sein, dass man plötzlich durch irgendwelche Änderungen am Spieltisch gerade mehr Glück hat als vorher.

    Die Idee für den Film ist jedenfalls großartig. Hatte mir nur irgendwie was ganz anderes vorgestellt und war dann eher enttäuscht. Man hätte das mit dieser negativen Aura und die Auswirkungen und vor allem dann den Twist ins Gegenteil noch mehr hervorheben können.
    ...for she will be my heroine for all time and her name will be Viola...

  5. #5
    Admin Avatar von Matt
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    Re: The Cooler



    Luck is a Lady

    Diesen Film habe ich damals auf dem Fantasy Filmfest in Köln leider verpasst, aber zum Glück soeben nachgeholt. Der Film ist bei uns ziemlich spät in die Kinos gekommen, und genau zu diesem Zeitpunkt habe ich in diversen Filmzeitschriften und in unseren Tageszeitungen (Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine) euphorische Rezensionen über "The Cooler" gelesen. Daher habe ich ihn mir gut vorgemerkt und das hat sich sogleich rentiert.

    Es kommt einem ein wenig so vor als hätte William H. Macy in der Tat sein ganzes Leben auf die Rolle dieses totalen Verlieres hingearbeitet. In Mimik und Gestik zeigt uns Macy wie seelisch zerstört die Figur des Bernie Lootz ist. Nicht nur seine Darstellung muss ich hier würdigen, sondern natürlich Alec Baldwin als Casinobetreiber. Das er hier für nicht den Oscar bekommen hat finde ich im Nachhinein richtig schade, denn er spielt hier außergewöhnlich und nicht so inhaltslos wie in Scorseses "The Aviator".

    Bei diesem Independent Filmprojekt, auf dessen Verwirklichung Wayne Kramer Jahre warten musste, gibt es außerdem wunderschöne musikalische Untermalungen. Viele Solostücke, viel klassischen Jazz und diese Richtung trifft nicht nur im Film meinen Geschmack vorzüglich!

    Es gibt eigentlich nichts was ich kritisieren könnte, und somit verweise ich noch auf die Rezension von einem meiner Lieblingskritiker (Michael Althen).

    Ein schöner Film über Glück, Spiel und Liebe
    04. März 2004
    Las Vegas ist so etwas wie die heimliche Hauptstadt des amerikanischen Kinos, eine natürliche Heimat für all seine stillen Verlierer, denn an diesem Ort wirken jene Kräfte ganz offen, die anderswo eher unsichtbar ihr Werk verrichten. Hier geht es stets ums Ganze: das Schicksal herauszufordern, alles auf eine Karte zu setzen. Las Vegas ist eine Druckkammer der Dramaturgie, wo jeder Film schnell zum Punkt kommt: Rot oder Schwarz, Glück oder Liebe, alles oder nichts.


    Wo Glück im Spiel ist, blüht auch der Aberglaube, und deshalb handelt Wayne Kramers Regiedebüt "The Cooler" von einem Helden, der als Glückssucher längst kapituliert hat, weil er als professioneller Pechvogel tätig ist. Wann immer im Shangri-La ein Spieler eine Glückssträhne hat, tritt der Cooler in Aktion, mischt sich mit seiner traurigen Gestalt unauffällig unter die Zuschauer, verfolgt mit seinem resignierten Hundeblick das Geschehen und bringt den Siegern binnen kürzester Zeit Pech - und ehe sie etwas merken, ist er schon wieder verschwunden.

    Der Mann zerstört zuverlässig jeden Zauber - eine magischere Figur hat es im Kino lange nicht mehr gegeben. Der Mann heißt Bernie Lootz, und er wird vom überzeugendsten aller loser gespielt: William H.Macy, der auch in Filmen wie "Fargo" und "Magnolia" das schlechte Ende stets für sich hatte. Mit seiner Tätigkeit als Unglücksrabe hat er ehemalige Spielschulden fast abgearbeitet und hofft nun, Las Vegas endlich hinter sich lassen zu können. Da tritt aber die Bedienung Natalie (Maria Bello) in sein Leben, die auch schon bessere Zeiten gesehen hat und ihm wundersamerweise ihre Zuneigung schenkt. Daß Bernies unverhofftes Glück in der Liebe nicht spurlos an seinem Wirken als Pechvogel vorübergehen kann, wird niemanden überraschen. Worauf man aber überhaupt nicht vorbereitet ist, das ist die unglaubliche Zärtlichkeit, mit der Wayne Kramer auf dieses Verliererpaar blickt.

    Eigentlich hatte man die Hoffnung schon aufgegeben, es könnte im amerikanischen Kino noch Liebesszenen geben, in denen etwas anderes zu sehen ist als gnadenlos perfekte Körper, die sich in erotischen Andeutungen ergehen. Hier sieht man in William H.Macy und Maria Bello zwei erwachsene Menschen beim Sex, ungelenk und unvollkommen und gerade dadurch erotisch und ergreifend. Allein für diese Szenen muß man den Film lieben.

    Für seine Darstellung des Casinochefs wurde Alec Baldwin für Globe und Oscar nominiert, was womöglich weniger an seinem Spiel liegt als an der wunderbar schillernden Figur, der er hier ein Gesicht gibt. Denn Shelly glaubt noch ans alte Vegas, das von harten Burschen und leichten Mädchen, von Alkoholdunst und Zigarettenrauch lebte. Seine Finanziers wissen aber längst, daß im neuen Vegas das wahre Geld mit sauberer Familienunterhaltung verdient wird. Und so schwankt man stets zwischen Sympathie für sein romantisches Ideal und Abscheu für die brutalen Methoden, mit denen er es zu verteidigen sucht. Vor allem aber freut man sich über einen Film, der wieder mal zeigt, daß Las Vegas die schönste Stadt der Welt ist - im Kino.


    Jeder der Charakterschauspieler in einem außergewöhnlichen Drama (dazu noch eine wirklich glaubwürdige Liebesgeschichte) sehen möchte, der sollte sich unbedingt "The Cooler" ansehen.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  6. #6
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    Re: The Cooler

    Ich fand den Film auch sehr gut, tolle Schauspieler, tolles Drehbuch, klasse Musik...
    William H. Macy ist einer meiner Lieblingsschauspieler und es ist wirklich traurig, dass er noch keinen Oscar besitzt. Alec Baldwin war auch klasse.
    - I can take you anywhere you want. Where do you want to go?
    - Home.

    (My Own Private Idaho)

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