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Thema: 21 Grams

  1. #1
    Gast

    21 Grams

    Heute Abend werd ich ihn mir im Kino zu Gemüte führen . Hab schon viel über den Film gehört und bin überzeugt das er brilliant sein wird *gg*. Hat ihn schon jemand gesehen oder hat eine Meinung?

    Werd meine morgen posten nachdme ich ihn gesehen habe .

  2. #2
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: 21 Gramm


  3. #3
    Statist
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    Re: 21 Gramm

    Habe ihn gestern gesehen und war sehr zufrieden.
    Ich muss zugeben, er hat mich nicht ganz so beeindruckt wie Amores Perros, der war einfach wilder, rock'n'rolliger und nicht so depressiv in seiner Gesamtstimmung.
    Trotzdem ist 21 Grams toll, v.a. wegen sehr überzeugender und glaubwürdiger Darstellerleistungen. Keyzer schreibt in seiner Rezension, dass es schwer sei, mit den Personen mitzuleiden, weil man sich so anstrengen müsse, dem Puzzle-artigen Storyaufbau zu folgen. Sehe ich anders: die drei Hauptcharaktere haben zwar alle sympathische Züge, aber haben doch auch jeweils ihre dunklen Seiten und Fehler, so dass man als Zuschauer automatisch auf Distanz bleibt, denke ich.
    Mit der verschachtelten Handlung hat das nichts zu tun. Diesen Storytelling-Kniff fand ich übrigens auch sehr passend. Ist zwar inzwischen nicht mehr neu, aber verleiht dem Film doch einiges mehr an Tiefe. Ich denke, wenn der ganz geradeaus erzählt wäre, würde er nicht so intensiv wirken.
    Es ist einfach faszinierend, wenn man als Zuschauer immer schon ein bisschen mehr weiß als die Protagonisten (quasi schon einen Blick in die Zukunft geworfen hat), aber eben doch noch nicht das Gesamtbild kennt.

  4. #4
    Nebendarsteller
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    Re: 21 Gramm

    Mich hat der Film unglaublich beeindruckt. Die unkonventionelle Erzählweise ist eigentlich nur am Anfang ein Problem, nach spätestens einer halben Stunde hat man die Spielregeln verstanden und die Stärken der Erzählform treten hervor: Ursache und Wirkung sind immer direkt beisammen, die Motivation der Figuren wird viel deutlicher. Ich glaube nicht, dass mir der Film so gut gefallen hätte, wenn er konventionell erzählt worden wäre. Mir gefällt er auch besser als Amores Perros, weil die Geschichten stärker verflochten sind.
    Für mich bisher ganz klar der Film des Jahres.
    You're no good and neither am I. That's why we deserve each other.
    Out Of The Past

  5. #5
    laertes
    Gast

    Re: 21 Gramm

    Film des Monats
    21 GRAMM
    Regie: Alejandro González Iñarritu; mit Benicio del Toro, Sean Penn; Mexiko/USA 2003 (Constantin); 125 Minuten; seit 26. Feburar im Kino

    von Dietrich Kuhlbrodt


    Es gibt ja diese Menschen, die über alles Bescheid wissen und denen man nach einer Weile nicht mehr zuhören mag. Und es gibt Filme, denen man nicht mehr zusehen will. Den ewig gleichen Beziehungsdramen beispielsweise. "21 Gramm" ist dagegen ein Film zum Zusehen. Endlich mal wieder neugierig sein, auf Menschen, auf Orte. Wer zuschaut, wird gepackt und aktiviert; er gerät da in etwas hinein, was geschieht, was merkwürdig ist und immer vertrauter erscheint. An Plätzen, wo er noch nie war. In Memphis Tennessee etwa, im Winter. Was ist da los? - Da will man noch etwas von der Welt erfahren, die unbegreiflich erscheint, aber begriffen werden will.
    Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñarritu ("Amores Perros") hat diesen Blick des Malers, der erst mal aufnimmt, was ihm der Ort sagen will, bevor er sich dran macht und gestaltet. Und der, der nicht nur über sich schreiben und die Welt belehren will, notiert sich erst mal, was er in Gesprächsfetzen und zufälligen Eindrücken mitbekommt, bevor er das in eine Form bringt. - Ich sag das mal so penetrant, weil das Industrieprodukt Film uns, die im Kino etwas aufnehmen wollen, aus der Übung kommen läßt. Wir könnten da genausogut Rezipienten des Films sein, wie der Künstler Orte, Menschen und Geschehen rezipiert. Statt dessen werden wir wie Konsumenten behandelt: kauen, schlucken, verdauen oder aber das Fastfood auskotzen und fertig. Davon haben wir nichts. Vielleicht von meinen belehrenden und für die Beteiligung an "21 Gramm" kontraproduktiven Vorbemerkungen (nein, eigentlich Hauptbemerkungen) auch nichts.
    Aber es muß raus: Augen öffnen und Ohren spitzen bitteschön! Wir sind hier weder im Diskurs noch in der narrativen Handlung. Das Thema? Der Titel? Er bedeutet dies und das. Das Gewicht eines Kolibris zum Beispiel. Der Film sagt es selbst, irgendwo. Und worum geht's? Der Film hat Handlung. Aber keine, die sich angemessen erzählen ließe. Wer's dennoch tut, lügt. Oder bedient das Produkt "Filmkritik" und schreibt, wie schwer es einem der Film macht, Handlung wiederzugeben. In KONKRET ist es möglich, statt dessen den Film zu beschreiben. Wie man ein Bild beschreibt. Und es dem Zuschauer zu überlassen, sich das Narrative selbst zusammenzupuzzeln. Und seinen Spaß, seine Aufregung zu haben.
    Tschuldigung, schon wieder diese, meine Bemerkungen. Aber ich bin hoffentlich wieder beim Beschreiben. Beim Beschreiben, wie diese ungewöhnliche Installation namens "21 Gramm" funktioniert und wie sie bedient werden kann. Was genau das Rezeptionsendergebnis ist, ist nicht vorauszusagen. Möglicherweise gibt es genausoviel Rezeptionsversionen wie Köpfe im Kino. Im KONKRET-Umfeld war die Meinung geteilt: ja, nein. Mau lau gibt's nicht. Das machen die "21 Gramm"-Emotionen.
    Das Herz! Das Sperma! Der Herzkranke wartet auf ein Spenderherz. Er vertreibt sich die Zeit mit Kettenrauchen und Husten. Die frustrierte Ehefrau wartet auf einen eigenen Kliniktermin. Auf die Transplantation des Samens, den der todkranke Gatte gespendet hat. Was wird geschehen? Halten wir fest, daß der, dem gespendet wird (Herz), vorher gespendet hat (Samen) - nein, das ist es nicht. Gut, dann: der Todkranke weiß auch nicht weiter. Er raucht. Therapeutisch kontraproduktiv. Und die Ehefrau weiß es nicht besser. Die Beziehung war schon am Ende gewesen. Jetzt flüchtet sie sich in eine Position, in der sie sich einmauert. Liefe es mit dem Gatten schief, soll es nach dessen Tod mit der künstlichen Befruchtung klappen. Der Mann in mir, das Kind dann neben mir. Familie. Jetzt klappt's.
    Wie finden Sie diese Mordsinterpretation? Scheiße. Aber wie wär's mit dem hyperrealistisch Dokumentarischen: Memphis, diese seltsam farblose, öde Stadt. Die Kamera hält fest, was ihr vors Auge kommt. Auf der Werbetafel eines verlassenen Kinos steht: God bless the USA. Der Patriotismus auch eine Haltung, in die sich flüchtet, wem's zu kalt wird? Aber das dokumentarische Auge sucht keine Metaphern. Die Handkamera läuft hinterher. Wir sehen die Darsteller oft von hinten. Werden sie eingeholt, sucht die Kamera einen Blick zu erhaschen. Gern unter einem Ellenbogen hindurch. Vorn ist's unscharf. Die Kamera will nicht eingreifen. Was sie aufnimmt, ist benutzt. In der Gefängniszelle ist der Putz abgeblättert. Sowas kriegt kein Studio hin. Was unaufgeräumt, trostlos, schmutzig ist, das läßt sich nicht herstellen, aber wiedergeben. "21 Gramm" ist ein Dokumentarfilm. An Originalorten gedreht. Und die Statisten sind nicht Laiendarsteller, sondern das, was sie in ihrem Leben darstellen: Kardiologen, Krankenschwestern, Gäste in ihrer Stammkneipe. Und beim Samenspenden läuft zur Ermunterung ein Pornofilm, der da immer läuft. Der echte Arzt stellt ihn echt an und gibt dem Spender (ausnahmsweise Sean Penn) ein echtes, abgegriffenes und wahrscheinlich nicht ganz trockenes Exemplar von "Penthouse". Und wenn man dazu wahrnimmt, daß selbst die Stars sehr viel mehr tun, als das Gesicht hinzuhalten und ihre Rolle zu spielen, wird's nahegehend und persönlich. Besonders die Frauen gehen über die Spielfilmgrenze hinaus. Wie sie da versuchen, sich in eine Position zu flüchten, oder wie sie verzweifeln, wieder glücklich sind - widersprüchlich: das sind sie selbst, nicht mehr die Figur. Als Zuschauer kann man wählen, sich auszuklinken und seinerseits eine feste Position einzunehmen oder sich hineinzerren zu lassen in das, was nahe geht und näher kommt - und das Feld der offenen Position besetzt.
    "21 Gramm" ist also, was die Kamera, die Selbstdarsteller und die sich entäußernden Schauspieler betrifft, authentisch. Jawohl. Gleichwohl ist der Film kunstvoll gepuzzelt. Der Schnitt holt gern eine Großaufnahme heraus. Dann gibt's ein stehendes Bild. Zum Abtauchen in mögliche Verknüpfungen und Assoziationen. - Wir hatten die Position des Rauchens-trotz-allem. Auch die der heilen-Familie-wider-alle-Vernunft. Aber in einem anderen Erzählstrang gibt es auch die heile Familie, die tatsächliche. Bloß, was heil ist, geht auch kaputt. Die echt glückliche Frau verliert Mann und Kinder auf einen Schlag durch einen Unfall. Aber wir kennen das aus "Amores Perros": Was der Frau bleibt, ist die Flucht in die Position Drogensucht.
    Und nun zum Todesfahrer. Das ist ein gewöhnlicher Krimineller. Nicht unsympathisch, weil mit Erfolg resozialisiert. Er hatte gemeint, eine feste Burg im Glauben an den HErrn gefunden zu haben. Es wird schwer katholisch. Wir nehmen an endlosen sektenartigen Gebeten, Gesängen und Alles-besser-wissen-Ritualen teil. Er zwingt das weinende Töchterchen dem bösen Bruder auch den anderen Arm hinzuhalten, damit dieser auf jenen schlagen kann. Dann schlägt er den Jungen. Aus religiöser Überzeugung. Sind wir jetzt wütend auf den Film oder auf den Mann, der eine feste Position eingenommen hat? Keine Angst, der Film geht weiter. Der Herzkranke-mit-dem-neuen-Herz schläft mit der Witwe, derem Gatten ebendieses Herz noch gerade rechtzeitig entnommen worden war. An Links ist kein Mangel. Wer, wie eben bei den Großaufnahmen, nicht draufdrückt und damit herum spielt, hat noch nie einen Rechner bedient.

    (Quelle: konkret 3/04)

  6. #6
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    Re: 21 Gramm

    Nach den ersten 20 Minuten hab ich gedacht: Gut Momi, du must eben wohl mit Deinen Gedanken woanders gewesen sein, reiß Dich zusammen und fang noch mal von vorn an!
    Gedacht, getan. Stop. Menü. Play. Warten. Mitdenken (Versuch). Wundern. Verwirrung. Schultern zucken. Kopf schütteln. Stop. DVD raus. Andere DVD rein.....
    Viele Menschen halten ihre Phantasie für ihr Gedächtnis. (Josh Billings)

  7. #7
    Admin Avatar von Matt
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    Re: 21 Gramm

    Das ist nicht dein Ernst?
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  8. #8
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    Re: 21 Grams

    ok, 20 min sind schon krass, aber spannend fand ich den film auch nicht. da war crash gefühlvoller und aufregender.

    vll 6.5 von 10?
    mariuhana kills.....i love that shit

  9. #9
    Admin Avatar von Matt
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    Re: 21 Grams

    Ich finde den Film einfach fantastisch, und würde Crash ungerne mit Alejandro González Iñárritu vergleichen. Es ist mir eigentlich auch vollkommen gleich, ob man die einzelnen Stränge und die Reihenfolge der Geschehnisse in eine zeitliche Abfolge ordnen kann. Vielmehr ist doch wichtig wie stark und emotionsvoll Iñárritus Filme sind. Seine Geschichten sind einfach ehrlich und voller Energie. Er scheint auch neben den ganzen erzählerischen und zeitlichen Spielereien ein richtiger Director's-Actor zu sein, seine Figuren sind ihm sehr wichtig und die Erlebnisse die sie haben sind ziemlich hart. Das rohe ungeschliffene Leben in all' seinen Facetten.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  10. #10
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    Re: 21 Grams

    Du meinst also, ich sollte mein Glück noch mal versuchen...ohne Alkohol?
    Viele Menschen halten ihre Phantasie für ihr Gedächtnis. (Josh Billings)

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