Da es anscheinend noch kein Topic dazu gibt, eröffne ich mal eins zu Dörries "Nackt" eine Adaption ihres Theaterstückes "Happy"

Also zunächst mal muss ich sagen, dass es der erste Dörrie-Film war den ich bis zum Schluss sah.

Es geht in dem Film um Liebe und Glück und was das beides ausmacht. Ist es Geld oder Erfolg oder was anderes? Und wie definieren wir uns? Über eben das Geld oder über unsere Persönlichkeit?
Klingt jetzt vielleicht nach angestrengtem deutschen "Nachdenk"-Film und das es meiner Ansicht auch, wenngleich ich nicht verhehlen kann dass er bzw. die Thematik mich einige Tage später noch beschäftigt hat.
Kurz zum Inhalt: 2 Pärchen und 1 Ex-Pärchen treffen sich(nachdem jedes Pärchen in einem Dialog vorher grob vorgestellt wurde) zum Essen. Die beiden Pärchen gehen im Verlaufe des abends eine Wette ein, dass sie ihre jeweiligen Partner mit verbundenen Augen erkennen können. Doch sie scheitern. Und daraus ergeben sich wieder Dialoge der 3 Duos über den Sinn der Wette bzw. über den Sinn von Glück und Liebe-und logisch auch über Körper!

Leider wird in all den Dialogen viel erzählt. Okay sollte man bei Dialogen erwarten, nur manchmal scheint es, als ob sämtliche Erkenntnisse dieser Welt zu diesem Thema in die Story einfließen sollten, d.h. etwas überladen.

Wohltuend fand ich da noch das Paar Annette(Alexandra Maria Lara) und Boris (Jürgen Vogel-ihn und Lara fand ich dann auch herausragend aus dem Ensemble)), die (besonders Annette) am meisten redeten, aber meines Erachtens den Kern am deutlichsten trafen. Ganz schwach fand ich die Szenen mit Charlotte(Nina Hoss-die mir zu unwirklich spielte, als sei es wichtig, zu ihrer Rolle so überdreht zu sein) und Dylan(Mehmet Kurtulus)-da fehlte der Inhalt und die Dynamik, wirkte alles zu gezwungen.
Auch Heike Makatsch als Emilia enttäsuchte mich(Schlußszene war okay, aber Beginn mies). Benno Führmann als Felix fand ich zu Beginn sehr gut, aber ließ dann nach.

Insgesamt fand ich auch den Schluss dürftig-Friede, Freude, Eierkuchen, dass wurde präsentiert...nachdem natürlich ausführlich über die Probleme geredet wurde, aber wieso sich Charlotte und Dylan wieder verstehen sollten, war unlogisch?

Alles in allem ein überladener Film zu einem interessanten Thema.
Kann bis jetzt immernoch nicht sagen, ob mir der Film gefallen hat oder nicht und das obwohl ich wie gesagt nach dem sehen oft drüber nachdachte...also wen solche Thematik von vornherein abschreckt, der sollte es lassen ihn zu sehen, alle anderen haben einen Film mit Nachhaltigkeitsfaktor vor sich :wink:

Hat irgendwer sonst den Film gesehen?