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Thema: Waldsterben im Märchenwald

  1. #1
    Regisseur
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    Sunshine
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    Waldsterben im Märchenwald

    An die Moderatoren: Das ist kein Film sondern ein Artikel über Filme und Filmkritiken, also verschiebt das Thema bitte, sollte ich ins falsche Forum gepostet haben.

    Zur Sache:

    Hat jemand von euch in einer der letzten Ausgaben der Süddeutschen Zeitung den Artikel "Waldsterben im Märchenwald" gelesen? Ich finde er beschreibt ziemlich gut die momentane Situation und Generation von Blockbustern (T3 mal ausgenommen, wird aber im Artikel auch behandelt ), also falls jemand sich in der letzten Zeit gedacht hat "Der Film ist teuer gewesen und trotzdem nichts geworden", sollte er in betracht ziehen den Artikel mal zu lesen

    Weiss jetzt nicht genau welche Ausgabe es war. Sind so Matrixartige grüne Zeichen drauf auf dem Artikel.
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  2. #2
    Regisseur Moderator
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Den Artikel gibt's übrigens hier

    Hihi, Ok, der Artikel ist cool . Zwar hat mir Matrix Reloaded und natürlich auch T3 gefallen, aber in dem Artikel steckt trotzdem 'ne Menge wahres, interessante Schlüsse, die der Autor da zieht.
    If it wasn't this... it'd be something else.

  3. #3
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Da es in dem Artikel ja um Filme geht gehört das Topic hier auf jeden Fall herein.

    Und der Artikel ist wirklich nicht schlecht (ich liebe die "Süddeutsche Zeitung" ja sowieso) wobei mir in letzter Zeit das Feuilleton der "FAZ" weitaus besser gefällt. (hat seine Vorteile beide Zeitungen zu abonnieren. Naja die Süddeutsche hat halt Tobias Kniebe und Göttler, dafür hat die "FAZ" Michael Althen und der ist was seine Filmrezensionen und Essays anbelangt natürlich absolut genial. Ich liebe sowieso beide Feuilletons über alles, und verwahre den Filmteil (also meistens Do., aber manchmal auch Mi.) immer auf.

    Zu dem Artikel: Hat mir wirklich gut gefallen auch wenn man über viele Aussagen sicherlich geteilter Meinung sein kann. Aber im Kern steckt, traurigerweise, schon etwas wahres. Vor allem der Abschnitt über Cameron und Lucas stimmt meiner Meinung nach leider genau.

    Da der Artikel ja im Wochend-Teil der "SZ" war möchte ich auch noch anmerken das mir das Interview von Alexander Gorkow mit Musikerin + Schauspielerin Esther Zimmering auch sehr gut gefallen hat. Die Frau hat wirklich einen hervorragenden Musik- und Filmgeschmack.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  4. #4
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Der Artikel von Thomas Kniebe spricht mir aus der Seele und sagt genau Das, was ich bisher nicht in Worte fassen konnte.

    Er hat vollkommen recht mit der Feststellung, daß "etwas grundsätzlich schief läuft" in Hollywood.
    Eine Industrie, die es sich (finanziell) leisten kann Filmemacher wie z.B Woody Allen und Peter Weir (Truman Show, Moquito Coast) links liegen zu lassen, und statt dessen mittelmäßigen Geschichtenerzählern wie Goege Lucas und James Cameron den roten Teppich ausrollt, zimmert ihren eigenen Sarg.
    Sicher, diese Herren bringen zehnmal mehr Dollars als zehn weniger bekannte Regisseure - aber entstehen nicht so Arbeitslosenzahlen?
    Mit künstlerisch ambitionierten Filmjunkies möchten die Produzenten kein Risiko eingehen. Man bleibt lieber unter sich, und streicht die Kohle ein.

    Ist es nicht verrückt, wenn Martin Scorsese (Taxi Driver!) nun versucht Blockbuster zu drehen (Gangs of New York)?
    Wenn ein Regiegigant wie Steven Spielberg uns Fastfood wie "Minority Report" und "A.I." serviert, schwellt mir der Kamm.

    So, vorerst reicht´s! Ich bin auf andere Meinungen schon ganz gespannt...

  5. #5
    Regisseur
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Also mich kotzt der Artikel irgendwie an, was allerdings bei der SZ kein Wunder ist, denn die Artikel kotzen mich eigentlich immer an. Hat eiegntlich überhaupt keine Aussage. Sind Blockbuster jetzt spitzenmäßige Unterhaltung oder Volksverdummung? Oder liegt es eher daran, daß die Blockbuster-Macher sich sich nun selbst überschätzen? Matrix lässt Grüßen. Aber dann liefert er mit Harry Potter und Herr der Ringe gleich wieder Gegenbeispiele, denn die bieten ja doch noch magische Unterhaltung wie die Star Wars FIlme aus den 70er Jahren. Irgendwie viel Geschwafel ohne Sinn.

    Und was mich am meisten stört sind die haltlosen Unterstellungen wie "und hätte James Cameron „Terminator 3“ tatsächlich selbst gedreht, hätte er dieses Jahr ganz sicher die Mutter aller prätentiösen Blockbuster hingeknallt"...

    ... die lachhaften (Miß)interpretationen, damit sie auch ja in die Argumentation passen wie "er sich bei der anschließenden Oscarverleihung selbst zum „King Of The World“ ernannte?" (Kann es vielleicht sein, daß dies nur ein Zitat aus dem Film war, das in diesem Moment der Freude einfach gut paßte?)...

    und solche geschwollenen Formulierungen wie "und einen Helden, kaum älter als sie, der aus seiner Existenz an der Peripherie des Sonnensystems gerufen wird, um das Schicksal der Welt zu verändern. " Also sowas wie "Peripherie des Sonnensystems" schreibt doch nur jemand, ders nötig hat, die Inhaltsleere seines Artikels mit hochtrabenden Formulierungen aufzublasen. Peinlich.

    Wuaahhha... Lucky könnte bessere Artikel schreiben...


    PS: Ganz unabhängig mal von diesem Artikel eine Bemerkung zu Hollywood. An der derzeitigen Situation (die für Filmliebhaber ohne Frage beschissen ist) tragen gar nicht mal so sehr die Studios, Produzenten und Regisseure die Schuld, sondern vielmehr die Zuschauer. Denn wenn die Leute in Scharen in solch Blödfug wie Pearl Harbor, Tomb Raider oder Legally Blond rennen, dann braucht sich doch keiner wundern, daß der Mist wie am Fließband hergestellt wid. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn die Leute Dreck sehen wollen, dann bekommen sie auch Dreck geboten. Anstatt auf die bösen bösen Studienbosse zu schimpfen (die halt nun mal wirtschaftlich handeln, daß ist verdammt nochmal ihr Job) sollte man sich vielleicht einfach mal Gedanken um die zunehmende Volksverdummung machen.

  6. #6
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Zitat Zitat von Thomas
    Also sowas wie "Peripherie des Sonnensystems" schreibt doch nur jemand, ders nötig hat, die Inhaltsleere seines Artikels mit hochtrabenden Formulierungen aufzublasen. Peinlich.
    Immerhin hört sich "Peripherie des Sonnensystems" feiner an als "Arsch der Welt".

    Davon abgesehen stimme ich Thomas weitestgehend zu, der Artikel ist nicht viel mehr als ein weinerlicher Abgesang auf angeblich verloren gegangene oder verseuchte Mythen ohne klare Linie. Der Autor hat anscheinend kurz vor dem Verfassen des Artikels seine angeschimmelte Luke-Skywalker-Actionfigur wieder hinterm Sofa gefunden. Erstaunlich auch seine erschütternd tiefen Einblicke in die kaputte Psyche von James Cameron, der Angst vor dem übermächtigen Erfolg des eigenen Mammutprojektes bekommen hat...

  7. #7
    Zuschauer
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    @thomas

    bin ganz deiner meinung. nachfrage bestimmt das angebot. Man denke nur an unsere Musikindustrie (Kübelböck und co.)-Dasselbe Phänomen

  8. #8
    Regisseur
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Zitat Zitat von Thomas

    PS: Ganz unabhängig mal von diesem Artikel eine Bemerkung zu Hollywood. An der derzeitigen Situation (die für Filmliebhaber ohne Frage beschissen ist) tragen gar nicht mal so sehr die Studios, Produzenten und Regisseure die Schuld, sondern vielmehr die Zuschauer. Denn wenn die Leute in Scharen in solch Blödfug wie Pearl Harbor, Tomb Raider oder Legally Blond rennen, dann braucht sich doch keiner wundern, daß der Mist wie am Fließband hergestellt wid. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn die Leute Dreck sehen wollen, dann bekommen sie auch Dreck geboten. Anstatt auf die bösen bösen Studienbosse zu schimpfen (die halt nun mal wirtschaftlich handeln, daß ist verdammt nochmal ihr Job) sollte man sich vielleicht einfach mal Gedanken um die zunehmende Volksverdummung machen.


    Sehe ich anders.
    Das Publikum trägt nur eine marginale Mitschuld an der gegenwärtigen Welle aus desaströsen Filmen aus Hollywood. Welchen Film sieht sich die vielzitierte "Gretchen Müller" denn wahrscheinlich an, wenn sie sich von dem leiten läßt, was in den Regionalzeitungen, im TV, auf Plakaten und in der "Mundpropaganda" verbreitet wird? Es ist nun einmal so, daß Menschen, die sich nicht zuvorderst einmal für Filme, sondern für Unterhaltung im Kinoformat interessieren, in der Regel keinen Zugang haben zu Medien (Fachmagazine, Internetseiten etc.), die differenziertere und weniger von der Werbung beeinflusste Meinungen vertreten, als es nun zum Beispiel "CinemaxX TV" tut. Warum? Weil ihnen diese "spezialisierten" Medien einfach zu weit gehen. Das ist so, als würde man sich, bevor man einen 600-Euro-Camcorder für ein paar Urlaubsbilder kauft, erst einmal die letzten fünf Ausgaben vom "Kameramann" nachbestellen. Ich kenne in der Tat einige gar nicht so dumme Leute, die sich "Tomb Raider" freiwillig ansehen, und an "Pearl Harbor" richtig ihren Spaß hatten - sie kennen einfach nichts Besseres. Ich glaube, wir unterschätzen noch immer die schier unbegrenzte Macht der Werbung. Vor allem jene Macht, die sie auf "unvorbelastete" Zuschauer auswirken kann und heute sind die Studios dreist wie nie und nutzen dies gnadenlos aus.


    @ Stewart:
    Ganz kurz, auch wenn's OT ist: Ich bin der Auffassung, daß der "Regiegigant" Spielberg überhaupt erst mit "A.I." *aufgehört* hat, Fast-Food zu servieren.

  9. #9
    Regisseur
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Hallöle Janis,

    Ich glaube, wir unterschätzen noch immer die schier unbegrenzte Macht der Werbung. Vor allem jene Macht, die sie auf "unvorbelastete" Zuschauer auswirken kann und heute sind die Studios dreist wie nie und nutzen dies gnadenlos aus.
    Die Werbung hat einen irrsinnigen Einfluß, gar keine Frage. Aber so wie Du das formulierst kommt man zu folgendem Schluß: Hollywood dreht miese Filme und läßt diese dann auf die unschuldigen Zuschauer los, die aufgrund mangelnder Information - und hier kann man den Leuten wohl wirklich keinen Vorwurf machen - in den Film rennen der am kräftigsten beworben wird. An dieser Stelle hab ich jedoch zwei Probleme: Wenn der Zuschauer per se nicht vollkommen dumm ist, dann wird er spätestens nach dem zweiten oder dritten miesen Film, in den ihn allein die Macht der allumgebenden Werbung hineingesogen hat nicht mehr auf diesen Trick hereinfallen. Wir beide gehen doch auch nicht in Legally Blond 2, auch wenn die Werbung für den Film alle vier Sekunden im Fernsehen läuft. Aber gut gehen wir mal davon aus, daß die Menschen tatsächlich so blöd sind, daß sie kritiklos alles hinnehmen und konsumieren, was man ihnen mit nur ordentlich genug Werbung anpreist. Dann habe ich aber immer noch ein Problem: Wenn Hollywood allein durch die Werbung jeden Mist verkaufen könnte, wieso geben sie dann 100 Mio bis 200 Mio Dollar pro Blockbuster aus? Da könnten sich doch genauso gut nur ein Zehntel des Betrags als Budget ansetzen und immer noch einen Reibach machen. Nein, ich bleibe dabei, die Leute gehen in Filme wie Charlies Angels 2, Hulk oder Scary Movie weil sie diese Filme sehen wollen, weil sie anspruchslos sind, weil sie damit zufriedenzustellen sind. Und Hollywood gibt ihnen das was sie wollen, um den Rubel rollen zu lassen.

    Ach übrigens, "Gretchen Müller" gefällt mir. Ist das nur die el-biranische Version von "Miriam Mustermann" oder kennst Du wirklich ein Gretchen Müller? Fänd ich ja affenscharf

    @Daniel, "am Arsch der Welt" hat ja auch keiner verlangt, aber ein simples "am Rande der Galaxie" hätte doch ausgereicht. Ich finde "Peripherie der Galaxie" fast so furchtbar wie dieses möchtegern-dekante "das tangiert mich nur peripher". Wenn man das jemanden sagen hört, kann man das Gespräch eigentlich gleich einstellen.


    Und Matt, also eines kann ich mir jetzt leider echt nicht verkneifen:

    ich liebe die "Süddeutsche Zeitung" ja sowieso) wobei mir in letzter Zeit das Feuilleton der "FAZ" weitaus besser gefällt. (hat seine Vorteile beide Zeitungen zu abonnieren. Naja die Süddeutsche hat halt Tobias Kniebe und Göttler, dafür hat die "FAZ" Michael Althen und der ist was seine Filmrezensionen und Essays anbelangt natürlich absolut genial. Ich liebe sowieso beide Feuilletons über alles, und verwahre den Filmteil (also meistens Do., aber manchmal auch Mi.) immer auf.
    Who gives a rat's ass?!

  10. #10
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Waldsterben im Märchenwald

    Zitat Zitat von Thomas
    ... die lachhaften (Miß)interpretationen, damit sie auch ja in die Argumentation passen wie "er sich bei der anschließenden Oscarverleihung selbst zum „King Of The World“ ernannte?" (Kann es vielleicht sein, daß dies nur ein Zitat aus dem Film war, das in diesem Moment der Freude einfach gut paßte?)...

    "My heart is full to bursting except to say I'm the king of the world!" - James Cameron, 1998, shouts modestly about winning best director for "Titanic."

    Das kannst du überall nachlesen und bestimmt bekommt man irgendwo noch den Videomitschnitt der Verleihung und von Cameron's "acceptance speech". Natürlich ist es ein Zitat im Film, aber Cameron benutzte es eben auch bei seiner Dankesrede.

    Zitat Zitat von Thomas
    und solche geschwollenen Formulierungen wie "und einen Helden, kaum älter als sie, der aus seiner Existenz an der Peripherie des Sonnensystems gerufen wird, um das Schicksal der Welt zu verändern. " Also sowas wie "Peripherie des Sonnensystems" schreibt doch nur jemand, ders nötig hat, die Inhaltsleere seines Artikels mit hochtrabenden Formulierungen aufzublasen. Peinlich.
    spielt Kniebe damit nicht einfach auf diese pseudo-philosophischen und eben doch einfach inhaltslosen Blockbuster der heutigen Zeit an. Diese Wortwahl benutzt er ganz bewusst, und ich habe nichts dagegen wenn sich Leute ein wenig eleganter ausdrucken können. In diesem Fall ist es allerdings extra komisch gemeint, das merkt man aber sowieso dem kompletten Schreibstil und dem Text an.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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